Network for Mobile Learning Scenarios

Ende 2012 haben Norbert Pachler, Ben Bachmair und John Cook als Mitglieder der London Mobile Learning Group (LMLG; www.londonmobilelearning.net) zur Mitarbeit am neu gegründeten “Network for Mobile Learning Scenarios” aufgerufen. Ziel dieser Arbeitsgruppe innerhalb der LMLG ist es, kleinschrittig planbare Einheiten zum Mobilen Lernen zur Verfügung zu stellen. Diese Mobile Learning-Szenarios sind gedacht, um von Lehrerinnen und Lehrern aller Schularten und Schulstufen zur Planung und Umsetzung von alltagsnahem Mobilem Lernen genutzt zu werden. Die Szenarios sind als Lerneinheiten und Modulbausteine innerhalb umfassend angelegter M-Learning-Projekte zu verstehen und folgen einem Leitfaden. Durch die Vereinheitlichung, die durch die Arbeit mit dem Leitfaden entsteht, ist die Replizierbarkeit, Übertragbarkeit und Skalierbarkeit von M-Learning-Praxis adressiert, die oft auch Hinderungsgrund für die Adaption von (best) practice ist.

Nach nunmehr einem Jahr Arbeit des Netzwerks, das in “hubs” organisiert ist und Mitglieder in Großbritannien, Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien hat, zeichnen sich erste Ergebnisse ab. So stehen mittlerweile drei Vorlagen für die Planung und Analyse von Mobile Learning-Szenarien zur Verfügung, die gerade in der Testphase auf ihre Handhabbarkeit in der Praxis hin überprüft werden und entsprechend noch nicht öffentlich verfügbar sind.

Für einen ersten Überblick über Ziele, Arbeitsweise und Mitglieder des Networks dient das folgende – im Prozess der Bearbeitung begriffene – Grundlagenpapier. Es ist bislang lediglich an dieser Stelle veröffentlicht. Updates zu Arbeitsergebnissen und Grundlagenpapier werden, sobald verfügbar, hier gepostet.

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MoLeaP Poster auf der DGfE Medien-Tagung in Innsbruck

Klaus Rummler und ich haben für die Frühjahrstagung der DGfE Sektion Medienpädagogik (Medien – Wissen – Bildung: Freie Bildungsmedien und Digitale Archive), die am 11. und 12. April 2013 in Innsbruck stattfand, ein Poster zur MoLeaP – Mobile Learning Projektdatenbank eingereicht. Das Abstract dazu ist weiter unten sowie im Programmheft der Tagung einsehbar, das Poster kann ebenfalls am Ende dieses Posts sowie über die MoLeaP-Website aufgerufen werden.

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Für Jeden Etwas: Personal Learning Environments (PLEs) und institutionell verwaltete Lernumgebungen (iMLEs)

Einem Blogpost von Steve Wheeler (2010a) zufolge, auf den ich durch einen Tweet von der PLE Konferenz 2011 in Southampton aufmerksam wurde, wird in der Fachcommunity darüber diskutiert, wie PLEs beschaffen sein sollten, wem sie gehören, ob sie als persönliche Bestandteile der Lerninfrastruktur auch in Institutionen integriert und gar aufgehen können usw. Pragmatisch gesehen – und von einer subjektzentrierten Perspektive aus – sollte es m.E. wohl die Aufgabe von Institutionen sein, Räume und Plätze zur Verfügung zu stellen, in und an denen PLEs Verwendung finden können.

Wie der Name sagt, und wie auch von Steve Wheeler (2010a) hervorgehoben wird, sind PLEs Teil des persönlichen und lebenslangen Lernprozesse. Sie sind auf individuelle Lernbedürfnisse zugeschnitten und stehen in Zusammenhang mit der Verwendung von Technologien und Tools, die allen gleichermaßen zugänglich sind (oder sein sollten), die aber gleichzeitig hochgradig personalisierbar sind (entweder aufgrund ihrer Konfigurationsmöglichkeiten oder durch den subjektiv sinnstiftenden Gebrauch bei der Nutzung).

Trotz der Personalisierbarkeit stehen PLEs nicht isoliert, sondern sie sind anbindbar an unterschiedliche Situationen, Netzwerke, Personengruppen und Kontexte. Wie das Verhältnis dieser Komponenten zueinander aussieht, ist in den folgenden beiden Grafiken zu sehen (beide aus Wheeler 2010a). Demnach bestehen PLEs nicht nur aus Technologien, sondern auch und vor allem aus allen anderen Medien, Bezugspersonen, Persönlichkeitsstrukturen und Netzwerken etc.

Mit Blick auf eine Mögliche Verbindung zwischen PLEs (den persönlichen Lernumgebungen) und iMLEs (den institutionell verwalteten Lernumgebungen) schlagen Steve Wheeler und Manish Malik vor, Cloud Learning Environments (CLEs) als Bindeglied zwischen PLEs und iMLEs zu verwenden. Die untenstehende Grafik soll dies schematisch darstellen:

Konzept einer CLE (Wheeler 2010a)

Dass CLEs nicht die optimale Lösung zur Überbrückung der Diskrepanzen zwischen PLEs und iMLEs sind, merkt Steve Wheeler (2010a) kritisch an. Dennoch könnten sie eine Kompromisslösung darstellen, die sowohl den Anforderungen von Institutionen als auch denen der Lerner entgegen kommt.

Welche zentralen Erwartungen Lerner an ihre PLEs haben könnten verdeutlichen zwei weitere Grafiken (beide Wheeler 2010b). Dabei ist es das Erstellen, Teilen und Organisieren von Inhalten, das in der Schnittmenge “Kommunikation” definiert:

Zweck der Nutzung persönlicher Webtools (Wheeler 2010b)

Wie konkret eine PLE aussehen könnte, zeigt die nachfolgende Grafik. In diesem Fall wäre das Portfolio, wie Steve Wheeler (2010b) ausführt, als Referenzpunkt das Tool, das von Institutionen zur Verfügung gestellt werden könnte und das durch die individuelle Verwendung der durch die jeweiligen Lerner präferierten Tools und Medien gefüllt wird:

Physiologie einer PLE (Wheeler 2010b)

In dieser wirklich knappen Einführung in das Thema der PLEs und ihrem Verhältnis zu iMLEs ist möglicherweise deutlich geworden, dass (a) Lernen eine hochgradig subjektive Angelegenheit ist, sich (b) dies auch auf die Auswahl und Verwendung von Lernwerkzeugen bezieht und (c) Bildungseinrichtungen sich darauf einlassen und Rahmen schaffen müssen, in denen Lernen sowohl für den Einzelnen funktioniert als auch im Kontext institutioneller Anforderungen gelingt.

 

Referenzen

Wheeler, Steve (2010a): Anatomy of a PLE. Online.

Wheeler, Steve (2010b): Physiology of a PLE. Online.

Redaktionell bearbeitete m-learning Projektliste der International Association for Mobile Learning (IAMLearn)

Die International Association for Mobile Learning (IAMLearn) macht unter mlearning.noe-kaleidoscope.org/projects eine umfangreiche Liste von m-learning Projekten verfügbar. Neben einer kurzen Beschreibung finden sich zu jedem Projekt auch Informationen zu Projektleitern, Partnern, Projektwebsite und Kontaktmöglichkeiten.

Mobile Learning for Development – knowledge base

Unter www.ml4d.org ist eine Datenbank verfügbar, die Projekte mit dem Schwerpunkt Design mobiler Applikationen verfügbar macht. Niall Winters und Yishay Mor vom London Knowledge Lab, Institute of Education, University of London sind die Köpfe hinter dem Projekt, das neben einer Praxisausrichtung auch die theoretische Reflexion des mobilen Lernens durch eine internationale Workshopreihe verfolgt.

“The ML4D initiative aims to engender a design-level discussion among practitioners in the field, in order to inform them of the challenges and potential solutions, and to facilitate rapid spread of critical design knowledge.”

Aktuell umfasst die noch relative junge Datenbank die Einträge in den Kategorien

  • design narratives,
  • design patterns,
  • design scenarios,
  • links,
  • readings und
  • tools.

MoLeaP – Die mobile learning Projektdatenbank


MoLeaP – Die mobile learning Projektdatenbank (www.moleap.net) ist eine öffentliche und kostenlose online-Datenbank. Sie richtet sich an LehrerInnen, ForscherInnen und alle, die im Bereich der (Medien)Pädagogik, (Medien)Didaktik und Erziehungswissenschaft tätig sind und sich für Lehren und Lernen mit mobilen Medien interessieren. Das Konzept hinter MoLeaP baut auf die Forschung der London Mobile Learning Group (LMLG) auf.

MoLeaP

Projekte zum mobilen Lernen learning in unterschiedlichen Kontexten verfügbar machen

Die Forschung zu mobilen Lernen steht eng mit der Realisierung von mobile learning Projekten in unteschiedlichen Kontexten, vor allem in Schule und Alltag, in Zusammenahng (sh. bspw. Kukulska-Hulme et al., 2009). Die Projekte unterscheiden sich u.a. hinsichtlich ihrer unterschiedlichen didaktischen Ansätze, der Lernorte und der Vielzahl von verwendeten Technologien (sh. bspw. Faux et al., 2006). Sie behandeln mobile Technologien und ihre Nutzung im Alltag als Thema, oder sie greifen auf mobile Geräte zum Lehren und Lernen zurück (sh. bspw. Seipold, 2008). Da mit zunehmender Auseinandersetzung mit dem Thema Lernen mit mobilen Medien auch die Anzahl der m-learning Projekte zunimmt, ist MoLeaP als Ressource und Werkzeug für Leute konzipiert, die sich professionell im Bereich der (Medien)Pädagogik, (Medien)Didaktik und Erziehungswissenschaft bewegen und sich für das Thema mobiles Lernen in Theorie und Praxis interessieren, und die ihre Erfahrungen und Projekte mit anderen teilen oder von bereits realisierten Projekten lernen möchten. Mit der Datenbank möchten wir die Möglichkeit eröffnen, systematisch auf m-learning-Praxis zuzugreifen, mit dem Ziel,

  • Erfahrungen, die bei Konzeption und Durchführung von mobile learning Projekten gemacht wurden, ebenso wie die Praxis selbst nachhaltig verfügbar zu machen,
  • die systematische Erfassung der mobile learning Praxis zu unterstützen,
  • Synergien zu ermöglichen,
  • zur Nachhaltigkeit von Innovationen in Lehre, Lernen und Forschung beizutragen und
  • die Replizierbarkeit von mobile learning Projekten zu ermöglichen

Die Macher von MoLeaP hoffen, dass das Potential für den erziehungwissenschafltichen und (medien)pädagogischen Austausch und Wissensaustausch, der innovative Gebrauch von Mobiltechnologien in Lehr-Lern-Kontexten ebenso wie die Unterstützung der Lerner in ihren technologie-bezogenen kulturellen Praktiken (sh. bspw. Pachler et al., 2009) ein Anreiz zur Nutzung von MoLeaP ist.

Mitmachen!

Als Nutzer: Nutzer (users) nutzen die Website und Datenbank, indem sie beispielsweise auf die Suchfunktion zugreifen. Nutzer müssen nicht registriert sein, um die Angebote von MoLeaP zu nutzen.

Als Contributor: Contributors (Mitwirkende) sind Nutzer, die Projekte, Applikationen oder Ressourcen in die Datenbank eintragen. Sobald sich Nutzer registrieren, wird sie zu Contributors und können die Datenbank in ihrem vollen Funktionsumfang nutzen.

Als Partner: Als Partner gehen Sie eine strategische Partnerschaft mit MoLeaP ein, indem Sie beispielsweise Vertriebskanäle verfügbar machen. Als Partner stellen Sie auch Ihr Logo zur Anzeige auf der MoLeaP Website zur Verfügung. Im Gegenzug sind Partner dazu angehalten, das MoLeaP Logo und einige Basisinformationen über das Projekt auf ihrer Website und über andere Vertriebskanäle zu verbreiten.

“And don’t forget to bring your mobile”

“MoLeaP – Die mobile learning Projektdatenbank” ist Teil des Projekts “And don’t forget to bring your mobile” – Informing educational target groups about mobile learning opportunities (Projekthalter: Judith Seipold), das von 2008-2010 durch das Centre for Excellence in Work-Based Learning for Education Professionals (WLE Centre) am Institute of Education (IoE), University of London finanziert wird. “MoLeaP – Die mobile learning Projektdatenbank” steht außerdem in Verbindung mit der wissenschaftlichen Arbeit der London Mobile Learning Group (LMLG) und ist Teil ihres Webauftritts (www.londonmobilelearning.net).

Literatur:

Faux, F., McFarlane, A., Roche, N., & Facer, K. (2006). Handhelds: Learning with handheld technologies: Futurelab Handbook. Bristol: Futurelab.

Kukulska-Hulme, A., Sharples, M., Milrad, M., Arnedillo-Sánchez, I., & Vavoula, G. (2009). Innovation in Mobile Learning: a European Perspective. International Journal of Mobile and Blended Learning, 1(1), 13-35.

Pachler, N., Bachmair, B., & Cook, J. (2009). Mobile learning: structures, agency, practices. New York: Springer.

Seipold, J. (2008). Mobile phones in school: Selected m-learning projects from Great Britain and the German speaking countries. In T. Hug (Ed.), Media, Knowledge & Education. Exploring new Spaces, Relations and Dynamics in Digital Media Ecologies. Innsbruck: Innsbruck University Press – iup.

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