Trau Dich! Lerne mobil!

Mobiles Lernen ist “noisy”, sagt John Traxler. Was soll man also Lehrer*innen mit auf den Weg geben, die erst am Anfang des Einsatzes von Mobiltechnologien im Unterricht stehen? Und wie kann man Neulingen im Bereich des Mobilen Lernens die Angst vor der Wucht von groß angelegten und erfolgreichen Vorzeigeprojekten nehmen? Ich habe beim mich Workshop “M-Learning von A-Z” bei der Education Group in Linz für Komplexitätsreduktion und in diesem Zuge für die folgenden Aspekte entschieden. Sie sind mit Blick auf das “geräuschvolle” Feld Mobile Learning defizitär, das bleibt nicht aus. Und sie sind stark durch meine alltagsnahe und kulturökologische Perspektive auf das Feld geprägt. Entsprechend fokussiere ich die Dimensionen Alltag und Schule, subjektives Handeln und objektive Anforderungen, räumliche Bewegung und zeitliche Nachhaltigkeit. Dabei distanziere ich mich von einer Technologiezentrierung – und in diesem Zusammenhang auch von einem Verständnis von Mobilem Lernen, das Mobiltechnologien im Unterricht verankert, allerdings jedweden Aspekt von Bewegung vermissen lässt.

Mobile Learning kurz und knapp (Seipold 2014) Mobile Learning kurz und knapp (Seipold 2014)

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We don’t have problems, we are challenged. Reflexion zu selbst erstellten M-Learning-Szenarien.

Am Ende des Workshops “M-Learning von A-Z” bei der Education Group in Linz haben die Teilnehmer von ihren Erfahrungen bei der Planung und Durchführung ihrer M-Learning-Szenarien berichtet. Die folgenden Stichpunkte habe ich aus der Diskussion gezogen:

Reflexion Umsetzung M-Learning-Szenarien (Seipold 2014) Reflexion Umsetzung M-Learning-Szenarien (Seipold 2014)

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Vorlage für die Planung von Mobile Learning-Szenarien

Auf dem Workshop “M-Learning von A-Z“, der unter meiner Leitung am 21. und 22. März 2014 bei der Education Group in Linz stattfand und an dem ca. 15 Lehrerinnen und Lehrer aus Österreich teilnahmen, haben wir einen Großteil der Zeit mit der Planung von Mobile Learning-Szenarien verbracht. Eine der zentralen Fragen der Teilnehmer*innen war natürlich, wie man Mobiles Lernen konzipiert und umsetzt. Die Teilnehmer*innen hatten teils profunde Vorkenntnisse, teils kamen sie als Neulinge zum Workshop.

Um nun mehrere Schularten, Schulstufen und Fächerausrichtungen zu bedienen, bedarf es einer Planungsvorlage, die allgemein gehalten ist und einfachen Zugang zu der Nutzung von Mobiltechnologien erlaubt. Sie kann also nicht auf die jeweiligen Bedürfnisse der einzelnen Teilnehmer dieser gemischten Gruppe zugeschnitten sein. Entsprechend habe ich das folgende Grundmuster als Anregung zur Planung von Szenarien zur Verfügung gestellt:

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Workshop “M-Learning von A-Z”

Workshop bei der Education Group Linz im Rahmen des EU-geförderten MEDEAnet-Projekts.

Workshop Judith Seipold
M-Learning von A-Z

Zeit: 21.-22. März 2014.
Ort: Education Group Linz

About:
Mobiltechnologien wurden ursprünglich für Aktivitäten entwickelt, die in Zusammenhang mit Freizeitaktivitäten stehen: Unterhaltung, Konsum, Kommunikation, Vernetzung. Von Lernen ist dabei zunächst nicht die Rede. Dennoch wird im Workshop den Alltag der Mediennutzer und die Mediennutzung im Alltag als Ausgangspunkt genommen, um mobiles Lernen in schulischen Kontexten zu verstehen und zu planen. Zu Beginn des Workshops werden Grundlagen des Mobilen Lernens sowie die Alltagsmediennutzung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen untersucht. Von dieser Basis ausgehend wird die Planung eines M-Learning-Projekts realisiert: Die Teilnehmer konzipieren in Gruppenarbeit Projekte mit Alltagsbezug, die im Unterricht Anwendung finden sollen. Um die Praxistauglichkeit der Konzepte zu überprüfen, werden einige Stunden in der Linzer Innenstadt verbracht und mit eigenen und zur Verfügung gestellten mobilen Endgeräten Aspekte wie z.B. Netzabdeckung, Handhabung von Mobiltechnologien “on-the-go” oder mobiles personalisiertes und kollaboratives Lernen im Feld beleuchtet und praktisch erprobt. Den Abschluss des Workshops bilden die gemeinsame Aufbereitung der Projektkonzepte in einem Weblog und die multimediale Präsentation durch die Arbeitsgruppen.

URL Programm: http://www.edugroup.at/bildung/news/detail/workshop-m-learning-von-a-z.html

Foliensatz “Input”
Foliensatz “Recherche”
Foliensatz “Planung”

Keynote “Mobiles Lernen. Grundlagen, Kontexte und didaktische Optionen.”

3. DaFWEBKON 2014
“Deutsch lernen wird mobil!”

Keynote Judith Seipold
“Mobiles Lernen. Grundlagen, Kontexte und didaktische Optionen.”

About:
Mobiles Lernen ist in aller Munde. Doch wie lässt es sich kontextualisieren, was wird von Mobilem Lernen erwartet, was fordert es und welche didaktischen Optionen sind mit Blick auf die mobile Alltagsnutzung der Lerner gefragt? Diese Aspekte diskutiert Judith Seipold vor dem Hintergrund der britischen und deutschsprachigen Mobile Learning-Diskussion mit Blick auf Theorie und Praxis.

Zeit: Samstag, 15. März 2014 von 11.00-11.45 Uhr.
Ort: Raum DaFWEBKON
Moderation: Rüdiger Riechert

URL Programm: http://dafwebkon.com/wp/?page_id=566
URL Keynote-Info: http://dafwebkon.com/wp/?ai1ec_event=seipold-j-mobiles-lernen&instance_id=121

Folien
Video

Learning to Teach Using ICT in the Secondary School

Mobile learning: Strategies for planning and implementing learning with mobile devices in secondary school contexts.

Bereits vor einigen Monaten erschienen ist ein Artikel von mir, Norbert, Pachler, Ben Bachmair und Beat Döbeli-Honegger zur Implementierung von Mobilem Lernen in den Schulunterricht. Details zum Lehrbuch, das sich an Lehrkräfte an weiterführenden Schulen richtet, sind verfügbar unter http://www.routledge.com/books/details/9780415516525/

Abstract:
As the history of mobile learning, which extends to more than a decade by now, has taught us, banning digital mobile devices such as mobile phones, tablets, mp3 player etc. from classrooms and school yards is not the only option to deal with these new technologies in school contexts. In fact, in order to make use of the potentials inherent in the use of technologies which originate in learners’ everyday lifeworlds and that are originally designed for entertainment, communication and networking, it is necessary to scrutinise opportunities and the learning experience that the use of mobile technologies offer to learners. In this chapter we critically discuss both aspects and aim to build a bridge between learners’ media use in everyday life and school learning with mobile devices.

Seipold, Judith; Pachler, Norbert; Bachmair, Ben; Döbeli-Honegger, Beat (2014): Mobile learning: Strategies for planning and implementing learning with mobile devices in secondary school contexts. In: Leask, Marilyn; Pachler, Norbert (eds.): Learning to teach using ICT in the Secondary School. A companion to school experience. 3rd edition, London: Routledge, pp. 185-204. ISBN: 978-0-415-51652-5.

Network for Mobile Learning Scenarios

Ende 2012 haben Norbert Pachler, Ben Bachmair und John Cook als Mitglieder der London Mobile Learning Group (LMLG; www.londonmobilelearning.net) zur Mitarbeit am neu gegründeten “Network for Mobile Learning Scenarios” aufgerufen. Ziel dieser Arbeitsgruppe innerhalb der LMLG ist es, kleinschrittig planbare Einheiten zum Mobilen Lernen zur Verfügung zu stellen. Diese Mobile Learning-Szenarios sind gedacht, um von Lehrerinnen und Lehrern aller Schularten und Schulstufen zur Planung und Umsetzung von alltagsnahem Mobilem Lernen genutzt zu werden. Die Szenarios sind als Lerneinheiten und Modulbausteine innerhalb umfassend angelegter M-Learning-Projekte zu verstehen und folgen einem Leitfaden. Durch die Vereinheitlichung, die durch die Arbeit mit dem Leitfaden entsteht, ist die Replizierbarkeit, Übertragbarkeit und Skalierbarkeit von M-Learning-Praxis adressiert, die oft auch Hinderungsgrund für die Adaption von (best) practice ist.

Nach nunmehr einem Jahr Arbeit des Netzwerks, das in “hubs” organisiert ist und Mitglieder in Großbritannien, Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien hat, zeichnen sich erste Ergebnisse ab. So stehen mittlerweile drei Vorlagen für die Planung und Analyse von Mobile Learning-Szenarien zur Verfügung, die gerade in der Testphase auf ihre Handhabbarkeit in der Praxis hin überprüft werden und entsprechend noch nicht öffentlich verfügbar sind.

Für einen ersten Überblick über Ziele, Arbeitsweise und Mitglieder des Networks dient das folgende – im Prozess der Bearbeitung begriffene – Grundlagenpapier. Es ist bislang lediglich an dieser Stelle veröffentlicht. Updates zu Arbeitsergebnissen und Grundlagenpapier werden, sobald verfügbar, hier gepostet.

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Mobiles Lernen. Diskussionsinput. Zuzüglich eines Konzepts Mobiler Medienbildung.

Am 18. September 2013 war ich eingeladen, an der Pädagogischen Hochschule Zürich ein Impulsreferat zum Thema Mobiles Lernen zu halten. Anlass war das Kick-Off-meeting des Projekts “Mobiles Lernen in der Schule“, kurz #moles, zu dem sich ca. 25 Lehrerinnen und Lehrer aus der deutschsprachigen Schweiz trafen, um erste Erfahrungen mit dem Mobilen Lernen im Unterricht auszutauschen und um weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit in einem Netzwerk zu diskutieren.

Neben einigen Grundlagen der hauptsächlich schulbezogenen Mobile Learning-Diskussion (Folien 3-22) sowie Aspekten, die sich aus der Mobile Learning-Praxis ergeben (Folie 32-37), gehe ich in Ansätzen auf das Konzept der Learner-Generated Contexts ein (Folien 23-27) und mache eine Arbeitsdefinition zum Mobilen Lernen verfügbar (Folien 28-30). Um diese technologiezentrierte Arbeitsdefinition Mobilen Lernens mit subjektbezogene Dimensionen anzureichern – um also Mobiles Lernen an einen Zweck anzubinden, der sich von einer Technologiezentrierung abhebt, das Subjekt in den Vordergrund stellt und so Mobiles Lernen einer gewissen, infrastrukturell unabhängigen, Nachhaltigkeit zuführt – setze ich das Konzept der Learner-Generated Contexts in Zusammenhang mit dem Mobilen Lernen (Folie 31). Daraus ergibt sich nicht nur eine erweiterte Definition Mobilen Lernens, sondern es erschließt sich auch ein Konzept von “Mobiler Medienbildung”.

Der Foliensatz ist über Slideshare einsehbar.

Mobiles Lernen – Systematik, Theorien und Praxis eines noch jungen Forschungsfeldes

Vor Kurzem erschienen ist der Sammelband “Mobile Learning. Potenziale, Einsatzszenarien und Perspektiven des Lernens mit mobilen Endgeräten”, herausgegeben von Claudia de Witt und Almut Sieber. Darin bin ich mit dem Beitrag “Mobiles Lernen – Systematik, Theorien und Praxis eines noch jungen Forschungsfeldes” vertreten. Das Buch wird geführt unter ISBN: 978-3-531-19483-7 (Print) und 978-3-531-19484-4 (Online) und ist online verfügbar unter http://link.springer.com/book/10.1007/978-3-531-19484-4.

Hier das Abstract meines Artikels:
“Als noch junges Forschungsfeld – Mobiles Lernen liegt erst seit etwas mehr als zehn Jahren im Fokus der medienpädagogischen und erziehungswissenschaftlichen Forschung – gewinnt das Mobile Lernen erst allmählich an Kontur. Eine Analyse des bisherigen vornehmlich britischen Wissenschaftsprozesses des Mobilen Lernens eröffnet den Blick auf die Systematik der medienpädagogischen und erziehungswissenschaftlichen Mobile Learning-Diskussion, ihre Kontexte, Bezugspunkte, Perspektiven und konzeptionellen Schwerpunkte, aber auch auf Erfolge und Problembereiche in der praktischen Umsetzung des Lernens mit Mobiltechnologien in formalisierten Lernkontexten wie dem des Schulunterrichts.”

Seipold, Judith (2013): Mobiles Lernen – Systematik, Theorien und Praxis eines noch jungen Forschungsfeldes. In: de Witt, Claudia; Sieber, Almut (Hrsg.): Mobile Learning – Potenziale, Einsatzszenarien und Perspktiven des Lernens mit mobilen Endgeräten. Springer VS, Wiesbaden, S. 27-54.

SpeedLab der BpB zum Thema “Mobiles Lernen – Unabhängig von Raum und Zeit?”

Am 26. April 2013 fand in Hannover das SpeedLab der Bundeszentrale für Politische Bildung zum Thema “Mobiles Lernen – Unabhängig von Raum und Zeit?” (#SLML13) statt. Neben Impulsvorträgen von Kerstin Mayrberger und Marcus Specht waren Lernlabs und eine abschließende Podiumsdisukssion (siehe Aufzeichnung unten oder hier), an der ich neben Herbert Jancke (n-21: Schulen in Niedersachsen online e.V.), André Spang (Kaiserin Augusta Schule Köln und iPad-Projekt, Schulwiki der Stadt Köln) und  Torsten Springer (Samsung Education) als Teilnehmerin geladen war, Teil der Veranstaltung. Die Diskussion stand unter der Überschrift “Zwischen Innovation, Crowd und Kommerz”, sondiert werden sollten in Ansätzen sowohl status quo des Lernens mit Mobiltechnologien in der Schule als auch Zukunft von mobiler Schule.
Ich habe dabei in Anlehnung an die Arbeit der London Mobile Learning Group (LMLG) die Position der Öffnung der Schule für den (medialen) Alltag der Lerner vertreten. Damit ist jedoch nicht gemeint, dass sich Lehrer in Facebook mit ihren Schülern befreunden, deren Twitter streems folgen oder auf Instagram Fotos mit ihnen tauschen sollen; denn Schule darf nicht den Anspruch erheben, in das Privatleben der Schüler Einzug zu halten oder jede freie Minute mit schulischem Lernen zu besetzen. Vielmehr geht es um die Interessen, Kompetenzen und das Wissen, die sich Schüler in ihrem Alltag über und mit Medien aneignen.

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