Handynutzung in Schule und Alltag: Vom Verbot über Aufklärung hin zu kritischer Medienbildung

Verschuldung, Bullying, Happy Slapping, Pornografie und Verletzung von Persönlichkeitsrechten – diese Schlagwörter haben lange Zeit den öffentlichen Diskurs zur Handynutzung in der Schule dominiert. In Folge wurden Handys und andere tragbare digitale Medien aus den Klassenzimmern und vom Schulgelände verbannt, teils gesetzlich verankert. Statt Verboten hat sich eine andere Herangehensweise an diese kritisch zu betrachtenden Phänomene der aktuellen (individualisierten) Massenkommunikation innerhalb der Schule etabliert: die kritische Reflexion des mobilen Medienhandelns. So entstanden in einigen Schulen Arbeitsgruppen, in denen Schülerinnen und Schüler sich hinterfragend mit den Themen auseinandersetzen, die ihnen in ihrem Schulalltag begegnen und die sie durchaus als belastend einschätzen. In diesem Rahmen entstanden Videos und Fotostorys, die Bullying oder Happy Slapping thematisieren und sich mit den sozialen Hintergründen und Konsequenzen diskursiv auseinandersetzen. Neben den AGs, an denen sich die Schülerinnen und Schüler beteiligen, stellen Lehrer Lernmaterialien zur Verfügung, die das Handy als Thema behandeln – im Kunstunterricht, in Sozialkunde, in Mathematik u.v.a. Schulfächern. Die Berechnung von linearen Funktionen am Beispiel von Handytarifen oder die wirtschaftlichen und sozialen Hintergründe der Geräteherstellung in Entwicklungsländern sind dabei Lerneinheiten, die den Alltag der Schüler mit den Anforderungen des Curriculums in Verbindung bringen. Materialien und Unterrichtskonzepte finden sich beispielsweise auf www.lehrer-online.de. Außerhalb der Schule entstanden Angebote, die im Bereich des Jugendmedienschutzes angesiedelt sind und das Ziel haben, Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrer über die Gefahren und Risiken der Handynutzung aufzuklären und ihnen nützliche Tipps zum Umgang mit den neuen Technologien geben. Dazu gehören beispielsweise die Seiten www.handysektor.de, www.klicksafe.de, www.handywissen.at und www.internet-abc.ch für Deutschland, Österreich und die Schweiz. In Großbritannien stellen www.phonebrain.org.uk, www.outofyourhands.com oder www.bullying.co.uk Informationen für Handynutzer bereit.

Orientierung, Gender, Medienkompetenz: Beiträge des Fernsehens zur Lebensgestaltung und Alltagsorientierung von Kindern.

Einige der Ergebnisse unserer jeweiligen Forschung im Rahmen der Bestandsaufnahme Kinderfernsehen haben Claudia Raabe, Klaus Rummler und ich 2007 und 2008 veröffentlicht. Schwerpunkte liegen dabei auf der sozialen Orientierung (Claudia Raabe), der genderspezifischen Programmnutzung (Klaus Rummler) und der Medien- und Genrekompetenz (Judith Seipold). Die beiden Texte sind identisch, die online-Version ist weiter unten verlinkt.

 

Raabe, Claudia; Rummler, Klaus; Seipold, Judith (2008): Orientierung, Gender, Medienkompetenz: Beiträge des Fernsehens zur Lebensgestaltung und Alltagsorientierung von Kindern. Ergebnisse einer qualitativen und quantitativen Fernsehprogrammanalyse. In: Dittler, Ullrich; Hoyer, Michael (Hrsg.): Aufwachsen in virtuellen Medienwelten. Chancen und Gefahren digitaler Medien aus medienpsychologischer und medienpädagogischer Perspektive. München: kopaed.

Raabe, Claudia; Rummler, Klaus; Seipold, Judith (10.10.2007): Orientierung, Gender, Medienkompetenz: Beiträge des Fernsehens zur Lebensgestaltung und Alltagsorientierung von Kindern. In: MedienPädagogik – medienpaed.com, Nr. 13. Themenheft Kinderfernsehen wieder zum Thema machen! Online.

Eine kritische Debatte tut Not! Was ARTE den Frühsehern des Kinderkanals beschert.

Im Jahr 2000 strahlte Arte vor Beginn des Programms des KiKa eine Programmvorschau aus, die Aufmerksamkeit erweckte. Was dort zu sehen war, habe ich in einem kurzen Text beschrieben, der auf der Website des Forschungsprojekts “Jährliche Bestandsaufnahme zum Kinderfernsehen – qualitative und quantitative Fernsehprogrammanalyse in der Sicht der Kinder” zu finden ist. URL siehe unten.

Seipold, Judith (2001): Eine kritische Debatte tut Not! Was ARTE den Frühsehern des Kinderkanals beschert. Edited by Ben Bachmair. Medienpädagogik Uni Kassel. Online.

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