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Arbeitsgruppe und Vortrag “Lernergenerierte Contexte. Ökologiemodell von Aneignung, Konzept von Bildungsraum und Herausforderung für die Handlungsautonomie von Lernenden.” auf dem DGfE-Kongress 2016

Im vergangenen Jahr hatte ich bereits angekündigt, dass ich zusammen mit Kolleg_innen aus Köln und Zürich eine Arbeitsgruppe mit dem Titel “Bildungsräume weiter denken. Medienpädagogik und -didaktik in Zeiten veränderter Lern- und Bildungskulturen.” auf dem DGfE-Kongress in Kassel ausrichten werde. Details zur AG:

Titel: Bildungsräume weiter denken. Medienpädagogik und -didaktik in Zeiten veränderter Lern- und Bildungskulturen.
Datum: Dienstag, 15.03.2016
Uhrzeit: 14.00-16.30 Uhr
Ort: Arnold-Bode Straße 10, Raum 1214 (Lageplan)

Beteiligte Personen:

  • Sandra Aßmann (Organisatorin; Referentin)
  • Sandra Hofhues (Referentin)
  • Klaus Rummler (Referent)
  • Judith Seipold (convenor; Referentin)
  • Heidi Schelhowe (Tandempartnerin)
  • Ulrike Lucke (Tandempartnerin, Videobeitrag)
  • Norm Friesen (Tandempartner, Videobeitrag)
  • Theo Hug (Tandempartner)
  • Valentin Dander (Moderator)
  • Patrick Bettinger (Moderator)

Infos finden sich im Programmheft Seite 169 und hier.

Meine Präsentation mit dem Titel “Lernergenerierte Contexte. Ökologiemodell von Aneignung, Konzept von Bildungsraum und Herausforderung für die Handlungsautonomie von Lernenden.” findet sich hier, das Poster, das als Gedankenstütze während der Diskussion ausgehängt wird, kann hier als .pdf und .jpg herunterladen werden (und für mehr Farbe im tristen Konferenzvorbereitungsalltag: das Poster statt mit rotem mit blauem Hintergrund als .pdf und als .jpg).
Mein Tandempartner Theo Hug wird meinen Beitrag kritisch rahmen. Seine Stichwörter: Ökologiemodell(e); Kontextualisierung von Context und Kontext im Lichte kontextualistischer Überlegungen; Relation Kontext und Frames/Framing; learner generated und machine generated contexts; Relation transformative learning und (Medien-)Bildung.
Die Präsentationen der anderen Referent_innen werden im Anschluss an die AG über die Websites der einzelnen Beteiligten verfügbar sein.

Ebenfalls nach dem Kongress wird ein Call for Papers zum Thema erscheinen. Eine Ankündigung wird hier und auf www.medienpaed.com veröffentlicht.

Eingereicht: Lernergenerierte Contexte. Planungs- und Analysemodell für personalisiertes und selbstgesteuertes Lernen und Wegbereiter für ein “Ökologiemodell von Lernen als Aneignung”.

Kürzlich habe ich einen Beitrag für das Jahrbuch Medienpädagogik eingereicht, das an die Herbsttagung der Sektion Medienpädagogik in der DGfE (#mpdgfe14; 13. und 14. November 2014 an der Universität Augsburg) anschließt. Herausgegeben wird es u.a. von Kerstin Mayrberger als Tagungsveranstalterin und soll 2016 erscheinen.

Titel meines eingereichten Beitrags ist “Lernergenerierte Contexte. Planungs- und Analysemodell für personalisiertes und selbstgesteuertes Lernen und Wegbereiter für ein “Ökologiemodell von Lernen als Aneignung”.” Der Vortrag dazu ist auf Slideshare verfügbar, das Abstract zum Vortrag auf der Tagungswebsite, das Abstract zum Text findet sich im Folgenden.

 

Abstract:
Lernergenerierte Contexte (LGC) können als Persönliche Lernumgebungen (PLE) verstanden werden, die jedoch nicht wie das PLE-Konzept in seinem Ursprung auf eine technologische Lerninfrastruktur ausgerichtet ist. Vielmehr steht hinter dem Konzept der LGC die Idee des personalisierten und selbstgesteuerten Lernens mithilfe aktuell verfügbarer Ressourcen – und das beinhaltet neben Technologien auch alle anderen nur erdenklichen Arten von Ressourcen, angefangen bei den Handlungskompetenzen und Aneignungsmechanismen der Lerner_innen über ihre Lerninfrastruktur bis hin zu anderen Menschen und Informationsquellen, die für Lernen verfügbar sind und als relevant erachtet werden. Relevanzrahmen sind dabei im Spannungsfeld zwischen den Anforderungen der Bildungseinrichtungen und den Perspektiven und dem Vermögen der Lerner_innen anzusiedeln, was dem Context-Konzept aus medienpädagogischer Sicht eine ungewöhnliche und gleichzeitig perspektivenreiche Ausgangsposition verleiht: In seiner ursprünglichen Form (Luckin 2010) dient das Context-Konzept als Planungs- und Analyserahmen zum personalisierten und selbstgesteuerten Lernen innerhalb formalisierter Lernstrukturen; in seiner Erweiterung (Seipold 2014a, 2014b, 2014c, 2014d) wird es zu einem „Ökologiemodell von Lernen als Aneignung“ und bietet damit die Möglichkeit, institutionalisiertes Lernen um Aspekte zu erweitern, die Lernen subjektiv sinnstiftend machen und so die Contextkonstruktion im Spannungsfeld von Lerner_innen, Interaktion, Subjektivität, Strukturen und Ressourcen positionieren. Damit steht nicht nur ein verschultes Verständnis von Lernen zur Diskussion, sondern es ließen sich auch Fragen zur Nachhaltigkeit beim Lernen, zu einer auf Technologien ausgerichteten Ressourcenorientierung beim Technology Enhanced Learning oder zur Relevanz von Konzepten wie Medienkompetenz und Medienbildung diskutieren.

Nachtrag und Provisorium: Fragen und Antworten zu Lernergenerierten Contexten

Einige der Fragen, die im Anschluss an meinen Vortrag zu Lernergenerierten Contexten (LGC) auf der DGfE Medien Herbsttagung gestellt wurden, möchte ich an dieser Stelle noch einmal kurz zusammenfassen – ohne weitere Verweise auf Literatur (allfällige Referenzen finden sich in meinen Folien) und ohne eine tiefergehende Auseinandersetzung (jedenfalls nicht an dieser Stelle).

1. Warum wird zwischen Kontext und Context unterschieden?
Die Schreibweise Context habe ich bereits während meiner Arbeit zum Mobilen Lernen eingeführt, um das Konzept der Learner Generated Contexts von dem alltagssprachlichen Gebrauch des Wortes “Kontext” abzugrenzen. Also: Dort, wo mit Kontext Umgebung oder Zusammenhang gemeint ist, bleibt die Schreibweise Kontext bestehen. Dort, wo Kontext eindeutig dem theoretischen Rahmen der Contexts und User-generated Contexts bzw. Learner-generated Contexts zuzuordnen ist, wird die Schreibeweise Context eingeführt. Dies soll zum einen die Lesbarkeit und Verstehbarkeit erleichtern, zum anderen impliziert die Adaption der englischen Schreibweise, dass Context ein eigenständiges theoretisches und analytisches Modell darstellt.

2. Besteht in den aufgeführten Praxisbeispielen nicht eine deutliche Verbindung zum Konzept der “Communities of Practice”?
Mit dem Konzept der CoP kann bei der Einordnung der Beispiele durchaus gearbeitet werden – vor allem bei dem Parkours-Beispiel ist das möglich. Allerdings ist es aktuell nicht meine Absicht, im Rahmen der LGC mit Konzepten und Theorien von Lehren und Lernen zu arbeiten, die momentan prominent in der Diskussion kursieren. Es geht mir nicht in erster Linie um den Lernprozess, sonder um Context konstituierende Elemente und daran anknüpfend um ein erweitertes Verständnis von Lernen. Eine Anbindung an Konzepte wie CoP steht vermutlich erst für eine umfassendere Bearbeitung und Kontextualisierung der LGC an. Vor diesem Hintergrund habe ich für den Vortrag auch z.B. auf den Hinweis der Nähe des Context-Konzepts zu Vygotskys “Zone of Proximal Development” oder die “Soziokulturelle Ökologie Mobilen Lernens” zur Annäherung an Aneignungsprozesse verzichtet.

3. Wo bleiben bei meinem erweiterten Modell der LGC die von Luckin explizit aufgeführten Ressourcen knowledge & skills?
Luckins knowledge & skills gehen in meinem erweiterten Modell in den Kategorien “Ressourcen” und “Interaktion” auf. Auf eine eineindeutige Zuordnung konnte ich mich bislang nicht festlegen. Grund dafür: In der Context-Logik sind alle Elemente, die für Interaktion verfügbar sind, als Ressourcen zu betrachten, also auch knowledge und skills. Werden knowledge und skills dabei auch als z.B. Handlungskompetenz und kulturelle Praktiken konkretisiert, sind sie der Interaktion zuzuordnen.

4. Warum liegt der Fokus nicht stärker auf den Technologien?
Technologien sind in der Logik der LGC als Ressourcen im Lernprozess zu verstehen. Damit verlieren sie automatisch ihre Dominanz in der Argumentation und reihen sich neben anderen Ressourcen wie z.B. Konzepten, Kompetenzen, Umgebung, Wissen, anderen Menschen etc. ein. Gleichzeitig ist das auch erwünschter Effekt: (a) weil es mir bei dieser ersten Annäherung an das Thema um die kulturellen Praktiken, Handlungskompetenzen, Interaktion und eine Subjektzentrierung geht und (b) weil das erweiterte Modell der LGC als “Ökologiemodell von Aneignung” (so sehe und nenne ich es heute, möglicherweise werde ich im Laufe der Zeit Anpassungen vornehmen) den Ressourcen – also auch den Technologien und Medien – das gleiche Gewicht zugesteht wie Strukturen, Interaktion und Subjektivität.

5. Ist die “Macht der Technologien” im erweiterten LGC-Modell nicht unterschätzt?
Möglicherweise ja. Vor allem im erweiterten LGC-Modell besteht die Annahme von hochgradig handlungsorientierten, gestaltungsorientierten und autonomen Lernenden. Damit wird ihnen im Sinne der Dualität von Handlung und Struktur zugestanden, sich nicht nur in vorgegebenen Strukturen im Sinne der Strukturen zu bewegen, sondern Strukturen im Rahmen von subjektiven Sinnperspektiven auch zu verändern oder Strukturen neu zu gestalten. Den Lernenden ist dabei ein gewisses Maß an Medienkompetenz (im Sinne von Handlungskompetenz) zugestanden. Also: Die Macht der Technologien ist nur so groß, wie der Lernende sie werden lässt. An dieser Stelle wäre es sicherlich notwendig, das Verhältnis Handlung – Struktur mit Blick auf An- oder Abwesenheit von Medienkompetenz zu diskutieren. Unter der aktuellen Sichtweise jedoch wären es vermutlich die Möglichkeiten der Lernenden zu interagieren, die das Verhältnis der Lernenden zur Technologie als prekär oder eben nicht prekär definiert. Hier wird deutlich, dass ich noch eine starke Verkürzung vornehme, die der Dualität von Handlung und Struktur nicht gerecht wird, indem ich stark subjektbezogen argumentiere. Im Rahmen weiterer Überlegungen muss hier präzisiert werden.

6. Ist die Benennung “Lerner”generiert vor dem Hintergrund des potenziell informellen Charakters von LGC angemessen?
Aus meiner Perspektive ja. Da es mein Anliegen ist, mit dem erweiterten Konzept der LGC darauf hinzuweisen, dass Lernen mehr ist als ein verschultes, bewertendes und leistungsmessendes Verständnis von Lernen, würde ich gerne bei “Lernergeneriert” bleiben und nicht etwa zu “subjektgenerierten Contexten” wie hier vorgeschlagen wechseln wollen. Es hat also zunächst mit awareness raising zu tun. Den “Lerner” jedoch wollte ich gerne als über Facetten des User-Seins plus des Subjekt-Seins plus des Experte-Seins plus des Guerilla-Gärtner-Sein plus … konstituiert verstanden wissen.

7. Wie können Technologien konkret zur Contextgestaltung beitragen?
Contextkonstruktion funktioniert über die Interaktion von Lernenden in bestimmten Situationen mit bestimmten Ressourcen zur Verfolgung eines bestimmten Ziels. Technologien sind dabei Teil des Pools von Ressourcen, die für die Interaktion zur Verfügung stehen. Auf welche der verfügbaren Ressourcen die Lernenden zurückgreifen, ist ihrer subjektiv sinnstiftenden Perspektive und ihren Möglichkeiten geschuldet. Die Interaktion (in Zusammenspiel mit Aspekten von Subjektivität und den Strukturen) ist es also, die die Verwendung der Technologien bestimmt. Entsprechend gilt: Welchen Beitrag die Technologien bei der Contextkonstruktion leisten, ist im Rahmen des erweiterten Contextmodells im Zusammenspiel mit Strukturen, Interaktion und Subjektivität zu sehen.

8. Ist das Konzept der LGC nicht als Erweiterung von PLEs zu verstehen?
Das kann man so sehen. Gedacht ist das ursprüngliche Konzept der LGC als Modell zur Planung von personalisierten Lernumgebungen im computerunterstützten Schulunterricht. Somit sind Parallelen zu PLEs deutlich. Dennoch: In seiner Erweiterung soll das Modell der LGC eher als ein “Ökologiemodell von Aneignung” dienen. Dabei möchte ich mich im Augenblick noch nicht von bereits bestehenden Fachdiskussionen wie der zu PLEs beeinflussen lassen und argumentativ abhängig machen; dazu wird es später kommen. Zunächst stehen die Lernenden im Zentrum und konstruieren aktiv ihre Lern-, Aneignungs- oder Bildungscontexte unter Rückgriff auf Aspekte ihrer Subjektivität, auf Ressourcen (dazu gehören eben auch Technologien und Medien), mittels Interaktion und vor dem Hintergrund von Strukturen.

9. Wie steht es um die Institutionalisierung von Contexten?
LGC sind immer selbst geschaffene Contexte und immer sehr spezifische Contexte. Spezifisch, da sie an sich lediglich einmal genau so konstruiert werden können. Denn das, was ein Context ist (wo beginnt er, wo endet er?) ist diffus. Und das, was innerhalb von Contexten entsteht, ist immer sofort als Ressource verfügbar (z.B. Gegenstände, Konzepte, Wissen) – wobei auch zu bedenken ist, dass während der Interaktion eine Weiterentwicklung von z.B. Fähigkeiten und Fertigkeiten stattfinden kann, was wiederum Interaktion ermöglichen kann, die einige Zeit vorher so nicht möglich gewesen wäre. Usw. Die Frage nach der Reproduzierbarkeit, Skalierbarkeit und Übertragbarleit von LGC stellt sich also als große Herausforderung dar. Vor allem, wenn sie in Zusammenhang mit Nachhaltigkeit im Sinne schulischer Kategorien gestellt wird. Luckin und Kollegen haben dazu eine Liste mit statischen und dynamischen Elementen erarbeitet, die genau diese Übertragbarkeit ermöglichen soll.

Noch Fragen offen?
Vielleicht werden ja einige in dem kurzen Text beantwortet, den ich im Tagungsband der GMW14 veröffentlicht habe. Hier geht es zur kostenlosen pdf-Version.

Vortrag “Das Konzept der Lernergenerierten Contexte und mögliche Anknüpfungspunkte an Lernen, Medienkompetenz und Medienbildung”

Am 13.11.2014 habe ich auf der Herbsttagung der Sektion Medienpädagogik in der DGfE (#mpdgfe14; 13. und 14. November 2014 an der Universität Augsburg) zum Thema “Das Konzept der Lernergenerierten Contexte und mögliche Anknüpfungspunkte an Lernen, Medienkompetenz und Medienbildung” referiert (Programm). Das Abstract findet sich in einem älteren Blogpost und auf der Tagungswebsite (dort inklusive Referenzen). Die Folien sind über Slideshare verfügbar.

Besonders gefreut habe ich mich über das positive feedback der Tagungsteilnehmer_innen und die konstruktiven Hinweise und Kommentare während der Diskussion und im weiteren Verlauf der Tagung. Die Fragen der Teilnehmer_innen und meine Antworten habe ich in diesem blogpost kurz zusammengefasst.

Angenommen: Das Konzept der Lernergenerierten Contexte und mögliche Anknüpfungspunkte an Lernen, Medienkompetenz und Medienbildung.

Mein Vortrag zum Thema Lernergenerierte Contexte wurde in der überarbeiteten Version für die Herbsttagung der Sektion Medienpädagogik in der DGfE (#mpdgfe14; 13. und 14. November 2014 an der Universität Augsburg) angenommen. Präsentieren werde ich laut Programm in der Session II am 13.11. zwischen 15.45 und 17.45 Uhr. Das Abstract findet sich weiter unten und auch auf der Tagungswebsite, dort dann inklusive Referenzen.

 

Judith Seipold
08.09.2014

Das Konzept der „Learner Generated Contexts“ (LGC) (siehe z.B. Luckin, 2010; Luckin et al., 2005), das in Großbritannien in Zusammenhang mit Technology Enhanced Learning wie beispielsweise dem Mobilen Lernen diskutiert wird (Cook, 2010), soll helfen, Lernen in formellen (Luckin et al., 2005) und informellen (Brown, 2010) Umgebungen zu systematisieren. In seiner ursprünglichen Form ist das Konzept der LGC durch den „Ecology of Resources framework“ (Luckin, 2010) beschrieben. Dieser Rahmen dient der Planung und Analyse von selbstgesteuertem und personalisiertem Lernen. In ihm sind die Lernenden im Verhältnis zu den Ressourcen „Umgebung“, „Werkzeuge und Menschen“ sowie „Wissen und Fertigkeiten“ (Luckin, 2010, 90ff) positioniert: Lernende konstruieren Contexte, indem sie in aushandelnder und konversationsgeprägter Interaktion ihren zielgerichteten Lernprozess und ihre Lernumgebung mit den aktuell verfügbaren Ressourcen aktiv gestalten.

Gleichzeitig kursieren Charakterisierungen von LGC, die den Blick auf Dimensionen von Subjektivität und Bildung eröffnen. Demnach geht es bei der Konstruktion von LGC auch zum einen darum, die Biografie einzelner Lernender und ihre kulturelle Verortung zu berücksichtigen (Luckin et al., 2005). Zum anderen spielt es bei der Konstruktion von LGC eine Rolle, sich in der Welt zu orientieren und zu verorten (Sharples, 2010). Damit stellt sich nicht nur die Frage, wie Lernen zu umschreiben ist; auch wird die Diskussion um LGC unmittelbar anschlussfähig an den in Deutschland stattfindenden Diskurs zur Medienbildung (siehe z.B. Jörissen & Marotzki, 2008; Marotzki & Jörissen, 2008; Bachmair, 2010; Spanhel, 2010; Tulodziecki, 2010).

Was könnte das Konzept der LGC vor diesem Hintergrund für die deutschsprachige Medienpädagogik und dort mit Blick auf Lernen, Medienkompetenz und Medienbildung leisten? Im Rahmen einer Forschung in diesem Bereich, die erst am Anfang steht und bislang lediglich Konzeptstatus hat, würden im Weiteren folgende Bereiche bearbeitet:
(1) Erstens ist es möglich, an Arbeiten anzuknüpfen, die Kategorien zur Systematisierung von LGC verfügbar machen. Ziel solcher Systematisierungen ist es, LGC reproduzierbar, übertragbar und skalierbar zu gestalten (siehe z.B. Luckin et al., 2005). In diesem Zusammenhang wäre zu diskutieren, wie Nachhaltigkeit bei Lernen und Bildung zu erreichen wäre, die gerade nicht an Ressourcen wie z.B. Technologien oder Infrastruktur gebunden ist, sondern an die Lernenden und ihre subjektiv sinnstiftenden Perspektiven und Handlungsoptionen.
(2) Zweitens bietet das Konzept der LGC Ansatzpunkte, um einen verschulten Lernbegriff kritisch zu reflektieren und ihn um Aspekte zu erweitern, die auf das Subjekt und sein Handeln ausgerichtet sind. Entsprechend gälte es, Bereiche wie beispielsweise Hobby, Interesse und Alltagsmediennutzung sowie Dimensionen von Aneignung und Bedeutungszuweisung für formelles Lernen zu bedenken.
(3) Drittens lädt das Konzept der LGC ein, Konzepte von Lernen, Medienkompetenz und Medienbildung unter dem gemeinsamen Schirm der LGC zu fassen. In diesem Sinne sind LGC als Handlungs- und Lebensräume zu verstehen, die auf Lernen und Bildung als Handlungsziele ausgerichtet sind. Dabei wäre auch an die Systematisierung von LGC wie unter Punkt 1 und auf einen erweiterten Lernbegriff wie unter Punkt 2 beschrieben anzuknüpfen.

Vortrag “Lernergenerierte Contexte. Ressourcen, Konstruktionsprozesse und Möglichkeitsräume zwischen Lernen und Bildung.”

Am vergangenen Mittwoch habe ich auf der #GMW14, die vom 01. bis 04. September 2014 an der Pädagogischen Hochschule Zürich (PHZH) stattfand, einen Vortrag zu Lernergenerierten Contexten gehalten. Die Folien sind auf Slideshare verfügbar, das Abstract ist im Tagungsband online und kostenlos verfügbar, die Zusammenfassung findet sich im Folgenden.

 

Judith Seipold
20.05.2014

Lernergenerierte Contexte. Ressourcen, Konstruktionsprozesse und Möglichkeitsräume zwischen Lernen und Bildung.

Das Konzept der „Learner Generated Contexts“ (Luckin, 2008; 2009; 2010; Luckin et al., 2005; Luckin et al., 2007; Luckin et al., 2010), das in Großbritannien in Zusammenhang mit Technology Enhanced Learning (TEL) wie z.B. dem Mobilen Lernen diskutiert wird, soll helfen, Lernsituationen in formellen und informellen Umgebungen zu fassen, zu operationalisieren und reproduzierbar und übertragbar zur gestalten. Aus Sicht der deutschsprachigen Medienpädagogik bietet das hierzulande kaum beachtete Konzept zudem Ansatzpunkte, um beispielsweise Lernen, Medienkompetenz und Medienbildung unter einem gemeinsamen Schirm zu fassen und dabei Aspekte und Konstruktionsprozesse bei formellen und informellen Lernprozessen als relevant für Lernen mit zu bedenken, die auf beispielsweise Aneignung, Bedeutungszuweisung und Subjektivität hin ausgerichtet sind.

 

Eingereicht: Mit Lernergenerierten Contexten hin zu einer personalisierten und medial informierten lebenslangen Lern- und Bildungsstrategie? Das Konzept der Lernergenerierten Contexte und mögliche Anknüpfungspunkte an Lernen, Medienkompetenz und Medienbildung.

Für die Herbsttagung der Sektion Medienpädagogik in der DGfE #mpdgfe14, die am 13. und 14. November 2014 an der Universität Augsburg stattfindet, habe ich einen Vortrag zum Thema Lernergenerierte Contexte eingereicht. Das Ergebnis steht noch aus. Die Zusammenfassung des Vorschlags findet sich im folgenden. Sie liest sich ähnlich wie die des Vortrags für die #GMW14, die Schwerpunktsetzung wird aber vermutlich eine andere sein.

 

Judith Seipold
05.06.2014

Mit Lernergenerierten Contexten hin zu einer personalisierten und medial informierten lebenslangen Lern- und Bildungsstrategie? Das Konzept der Lernergenerierten Contexte und mögliche Anknüpfungspunkte an Lernen, Medienkompetenz und Medienbildung.

Das Konzept der „Learner Generated Contexts“ (Luckin, 2008; 2009; 2010; Luckin et al., 2005; Luckin et al., 2007; Luckin et al., 2010), das in Großbritannien in Zusammenhang mit Technology Enhanced Learning (TEL) wie z.B. dem Mobilen Lernen diskutiert wird (Cook, 2010), soll helfen, Lernsituationen in formellen (Luckin et al., 2005) und informellen (Brown, 2010) Umgebungen zu fassen, zu operationalisieren und reproduzierbar und übertragbar zur gestalten. Während diese Systematisierung auf die Operationalisierung von Lernumgebungen, Lerninfrastruktur und Lernprozessen und deren kompetenzbasierte und zielgerichtete personalisierte und selbstgesteuerte Konstruktion abzielt, bietet das hierzulande kaum beachtete Konzept für die deutschsprachige Medienpädagogik Ansatzpunkte, um beispielsweise Lernen, Medienkompetenz und Medienbildung unter einem gemeinsamen Schirm zu fassen und dabei Strukturen und Konstruktionsprozesse bei formellen und informellen Lernprozessen als relevant für Lernen mit zu bedenken, die auf beispielsweise Aneignung, Bedeutungszuweisung und Subjektivität hin ausgerichtet sind.

 

Angenommen: Lernergenerierte Contexte. Ressourcen, Konstruktionsprozesse und Möglichkeitsräume zwischen Lernen und Bildung.

Für die #GMW14, die vom 01. bis 04. September 2014 an der Pädagogischen Hochschule Zürich (PHZH) stattfindet, wurde mein Vortrag angenommen. Die Zusammenfassung findet sich im folgenden, der Beitrag ist im Tagungsband kostenlos verfügbar.

 

Judith Seipold
20.05.2014

Lernergenerierte Contexte. Ressourcen, Konstruktionsprozesse und Möglichkeitsräume zwischen Lernen und Bildung.

Das Konzept der „Learner Generated Contexts“ (Luckin, 2008; 2009; 2010; Luckin et al., 2005; Luckin et al., 2007; Luckin et al., 2010), das in Großbritannien in Zusammenhang mit Technology Enhanced Learning (TEL) wie z.B. dem Mobilen Lernen diskutiert wird, soll helfen, Lernsituationen in formellen und informellen Umgebungen zu fassen, zu operationalisieren und reproduzierbar und übertragbar zur gestalten. Aus Sicht der deutschsprachigen Medienpädagogik bietet das hierzulande kaum beachtete Konzept zudem Ansatzpunkte, um beispielsweise Lernen, Medienkompetenz und Medienbildung unter einem gemeinsamen Schirm zu fassen und dabei Aspekte und Konstruktionsprozesse bei formellen und informellen Lernprozessen als relevant für Lernen mit zu bedenken, die auf beispielsweise Aneignung, Bedeutungszuweisung und Subjektivität hin ausgerichtet sind.

 

Trau Dich! Lerne mobil!

Mobiles Lernen ist “noisy”, sagt John Traxler. Was soll man also Lehrer*innen mit auf den Weg geben, die erst am Anfang des Einsatzes von Mobiltechnologien im Unterricht stehen? Und wie kann man Neulingen im Bereich des Mobilen Lernens die Angst vor der Wucht von groß angelegten und erfolgreichen Vorzeigeprojekten nehmen? Ich habe beim mich Workshop “M-Learning von A-Z” bei der Education Group in Linz für Komplexitätsreduktion und in diesem Zuge für die folgenden Aspekte entschieden. Sie sind mit Blick auf das “geräuschvolle” Feld Mobile Learning defizitär, das bleibt nicht aus. Und sie sind stark durch meine alltagsnahe und kulturökologische Perspektive auf das Feld geprägt. Entsprechend fokussiere ich die Dimensionen Alltag und Schule, subjektives Handeln und objektive Anforderungen, räumliche Bewegung und zeitliche Nachhaltigkeit. Dabei distanziere ich mich von einer Technologiezentrierung – und in diesem Zusammenhang auch von einem Verständnis von Mobilem Lernen, das Mobiltechnologien im Unterricht verankert, allerdings jedweden Aspekt von Bewegung vermissen lässt.

Mobile Learning kurz und knapp (Seipold 2014) Mobile Learning kurz und knapp (Seipold 2014)

Lernräume eröffnen
Mobiles Lernen lebt von den vielfältigen Optionen des Lernens unabhängig von Zeit und Ort, von den Handlungskompetenzen, die die Lerner*innen im alltäglichen Umgang mit den Mobiltechnologien ausgebildet haben, von den Ressourcen, die durch den Zugriff auf das Internet und andere Räume unseres Alltags zur Verfügung stehen. All das kann Einzug finden in schulisches Lernen, und zwar nicht nur, indem Schule den Alltag der Schüler*innen mit schulischem Lernen spickt, sondern indem Lehrer*innen im Unterricht zulassen, was den Schüler*innen in ihrem Alltag in Zusammenhang mit Lernen (nur nennt man es außerhalb von Schule eher Aneignung und die geschieht in Zusammenhang mit Hobby, Interesse oder Fantum) gelingt. Das wäre eine Dimension des Eröffnens von Lernräumen. Lernräume sind aber auch als Konstrukte zu verstehen, die situativ hergestellt werden, analog oder digital, mit den Mitteln und Möglichkeiten, die im Moment verfügbar sind. Aus einer Idee oder einem Interesse oder dem Bedürfnis nach Konversation oder aus welcher Motivation auch immer heraus. Mit Blick auf die Britische M-Learning-Diskussion würde man solche spontan hergestellten, vergänglichen und oft auch nicht reproduzierbaren Lernräume “Learner generated Contexts”, also Lernergenerierte Contexte (Luckin 2010) nennen.

Mobil sein heißt in Bewegung sein
Im Internet kursieren Bilder von Notebook- und iPadklassen, auf denen Schüler*innen zu sehen sind, die mit Notebooks an ihren Schulbänken sitzen, dem oder der frontal unterrichtenden Lehrer*in zugewandt. Ist das wirklich Mobiles Lernen? Gehört zum Mobilen Lernen nicht auch ein gewisses Maß an räumlicher Mobilität? Wer die Diskussion zum Mobilen Lernen kennt, weiß: auch die Mobilität von Kontexten und Konzepten legitimiert die Verwendung des Präfix “mobil”, insofern sind die Fragen als rhetorische zu betrachten. Dennoch: Unterricht im Feld, mit echtem Alltagsbezug, mit Kontakt zu und Gesprächen mit “relevanten Anderen”, Experten und “more able partners” (siehe z.B. Luckin 2010) im Lernprozess, mit der Möglichkeit, in Interaktion mit dem Lerngegenstand zu treten, in der Stadt Eindrücke zu sammeln, die an den Unterricht rückgebunden werden sind als Möglichkeiten und Chancen aufzufassen, die durch die Mobiltechnologien eröffnet werden. Das geschieht jedoch nur, wenn man sich an das heranwagt, was Mobiltechnologien in der Alltagsnutzung eigentlich ausmachen, nämlich das Sammeln, Kommunizieren, Posten, Bewerten, Netzwerken, Produzieren, Rezipieren, Unterhalten, Konsumieren, räumliche Flexibilität, subjektiv geprägte, intuitive und affektive Nutzung der Geräte.

Schüler*innen als Experten anerkennen
Lenkt man seinen Blick auf den Alltag der Schüler*innen, wird man sehen, dass sie während ihrer Freizeit lernen, sich Wissen aneignen, Expertise in bestimmten Bereichen entwickeln, Kompetenzen ausbauen. Sie tun dies vermutlich vornehmlich in Zusammenhang mit ihrer Alltagsorganisation, ihren Hobbys und ihrem Fan-sein – oder aus einfachem Interesse heraus. Solche Ausprägungen von alltagsgeprägtem und informellem Lernen können in kleinen Einheiten in den Unterricht integriert werden, indem man “Kommunikationsbrücken”/”Konversationsanlässe”/”conversational threads” baut/schafft/aufgreift (Bachmair 2010; Seipold et al. 2010; Pachler 2010). Das funktioniert, indem man Schüler*innen z.B. mit selbst gewählten Mitteln, Medien und Modi Präsentationen (nicht zwingend Folien, auch Plakate, Prezis, Fotostories, Filme, Podcasts, Videos, online storytelling, …) erstellen lässt, sie als Fachmänner und -frauen zu Diskussionen in Expertenrunden auffordert, sie per peer teaching Informationen austauschen lässt. So werden Schüler*innen motiviert, zu verbalisieren, zu lesen, zu schreiben, zu reflektieren, Informationen aufzubereiten und weiterzugeben. Der Fantasie und den Möglichkeiten der digitalen Medien sind dabei wenige Grenze gesetzt, und die Schüler*innen dürften mit vielen der Möglichkeiten durch ihr alltägliche Mediennutzung mit ihnen vertraut sein.

An den Alltag der Schüler*innen anknüpfen
An den Alltag der Schüler*innen anzuknüpfen bedeutet, dies auf mehreren Ebenen zu tun: Schon die Verwendung von Mobiltechnologien im Unterricht ist der erste Schritt, erst recht, wenn die Geräte die der Schüler*innen sind. Sind die Geräte erst einmal im Klassenzimmer in Gebrauch, wird schnell deutlich, in welchen Bereichen außerdem die Anknüpfung an der Alltag der Lerner*innen geschehen kann. Hier sind die Apps oder Programme zu nennen, die Zugriff auf bestimmte Funktionen, soziale Netzwerke oder Inhalte erlauben. Fotos von der letzten Party, der Schwester, den Freund*innen, Musik auf dem Gerät und in der Cloud, “trending videos” auf Youtube und Fotos auf Instagram, Kommentare zu einer Statusmeldung auf Facebook von Bekannten – all das und noch viel mehr ist als Ressource verfügbar, auf die jedenfalls im Alltag zugegriffen wird (und in der Schule teils ebenfalls zugegriffen werden könnte). Die Handhabung dieser Funktionen geschieht mittels der Handlungskompetenzen der Schüler*innen. Sie sind von Schüler*in zu Schüler*in unterschiedlich ausgeprägt, abhängig von Verfügbarkeit und daran angebundene Möglichkeiten (Habe ich bestimmte Technologien verfügbar? Kann ich entsprechend auf bestimmte Funktionen und Inhalte zugreifen und meine Handlungskompetenzen entsprechend ausbauen?). Es geht also bei der Anbindung an den Alltag der Schüler*innen um die Geräte und ihre Funktionen, aber auch um Inhalte, die Fähigkeit, mit ihnen umzugehen, um Wissen, das um diese Inhalte und Fähigkeiten herum ausgebildet wurde.

Informelles Lernen erwünscht
Kommen Mobiltechnologien ins Spiel, wäre es schade, in der Schule die Spontaneität und Affektivität, die typisch für die Alltagsnutzung sind, auszuklammern und die Nutzung der Mobiltechnologien in möglicherweise geradlinige Strukturen zu zwängen. Wenn es lediglich darum geht, mit den mobilen Geräten Fotos zu machen – warum verwende ich dann nicht einfach Digitalkameras? Wenn ich die Geräte benutze, um via App Zugriff auf eine Formelsammlung zu bekommen – warum nutze ich dann nicht das Heft mit der Formelsammlung? Mobiles Lernen hat viel mit Kommunikation und Austausch zu tun, damit, sich zur Bewertung zu stellen und andere zu bewerten, spontan Informationen zu recherchieren und sie direkt anzuwenden oder mit anderen zu teilen. So funktioniert das oft intuitiv und “informell” im Alltag und die dazugehörigen Handlungsstrategien sind aus Sicht der Schüler*innen mit Blick auf die zu erreichenden Ziele legitim und auch optimiert. Vor diesem Hintergrund stellt sich also die Frage, an welcher Stelle genau sich “informell” und “formell” voneinander abgrenzen und warum nicht auch das alltagsnahe Lernen, die alltägliche Aneignung von Informationen und Wissen – was sich oft als stark formalisiert (weil optimiert) präsentiert – nicht auch als schulisches Lernen in Frage kommen sollte.

Gruppenarbeit unterstützen
Oft steht die Frage im Raum, wie man als Lehrer*in damit umgehen soll, wenn einige Schüler*innen keine Smartphones oder Tablets haben oder sich mit alten Handys behelfen müssen, während andere Schüler*innen die aktuellste Technologie verfügbar haben. Die Antwort ist Gruppenarbeit oder peer teaching oder kollaboratives Lernen oder wie auch immer man diese Form des gemeinsamen Lernens nennen möchte. Vorteil dabei ist, dass im Idealfall nicht nur ein Austausch mit Blick auf die technische Handhabung der Geräte stattfindet, sondern tatsächlich auch das gemeinsame Aushandeln von Inhalten und Ressourcen, die für die Bearbeitung der Aufgabenstellung in Frage kommen, das Aushandeln von Strategien zur gemeinsamen Bearbeitung der Aufgabenstellung und das Aushandeln der Arbeitsaufteilung bei der Präsentation der Ergebnisse. Dabei steht dieses Vorgehen nicht nur unter dem Vorzeichen von Effizienz, sondern hat nebenbei auch den Effekt, dass Schüler*innen sich über Sinn und Unsinn bestimmter Lernstrategien, präferierten Modi, Sozialformen und die Relevanz von Informationen und Informationsquellen für Lernen auseinandersetzen und dabei gegebenenfalls sich den Perspektiven der Mitschüler*innen gegenüber öffnen.

Kleinschrittig denken
Nach wie vor Angst vor dem Einsatz von Mobiltechnologien? Denken Sie kleinschrittig! Es sind nicht die groß angelegten Projekte, mit viel Geld gefördert und mit der neuesten Mobiltechnologie unterstützt, die als “best practice” gelten müssen. Es reicht aus, in kleinen Einheiten oder “Szenarien” zu denken und sich z.B. zu überlegen, wie zum Thema Frühlingsblumen ein e-Book entstehen kann, wie Schüler*innen sich mit mathematischen Formen in ihrem Alltag auseinandersetzen oder unter Einsatz welcher Technologien Schüler*innen in ihrem Alltag lesen und schreiben. Auch das ist Mobiles Lernen, das durch seine Alltagsanbindung vermutlich nachhaltiger ist als große Vorzeigeprojekte.

Du hast tragbare Technologien – aber bist du schon mobil?
Und letztlich steht noch der Hinweis aus, dass Mobiles Lernen durchaus den Anspruch haben sollte, die Möglichkeiten zu nutzen, die “Mobil”Technologien bieten. Also kommunizieren, organisieren, sich bewegen, recherchieren, lesen, schreiben, netzwerken, planen, veröffentlichen, filmen, fotografieren, bewerten, kopieren, löschen, eintragen, austragen, zum passenden Zeitpunkt einschalten und auch ab und zu einmal ausschalten …

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Referenzen

Bachmair, Ben (2010a): Einleitung: Medien und Bildung im dramatischen kulturellen Wandel. In: Bachmair, Ben (Hrsg.): Medienbildung in neuen Kulturräumen. Die deutschsprachige und britische Diskussion. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften , S. 9-30.

Luckin, Rosemary (2010): Re-designing learning contexts. Technology-rich, learner-centred ecologies, New York: Routledge.

Pachler, Norbert (2010): The Socio-Cultural Ecological Approach to Mobile Learning: An Overview. In: Bachmair, Ben (Hrsg.): Medienbildung in neuen Kulturräumen. Die deutschsprachige und britische Diskussion. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften , S. 153-167.

Seipold, Judith (2012): Mobiles Lernen. Analyse des Wissenschaftsprozesses der britischen und deutschsprachigen medienpädagogischen und erziehungswissenschaftlichen Mobile Learning-Diskussion, Kassel: Universität Kassel.

Seipold, Judith (2014): Mobiles Lernen. Grundlagen, Kontexte und didaktische Optionen. (Invited Keynote). 3. DaFWEBKON 2014, 15. März 2014, Online. Abstract | Slides | Video

Seipold, Judith; Rummler, Klaus; Rasche, Julia (2010): Medienbildung im Spannungsfeld alltäglicher Handlungsmuster und Unterrichtsstrukturen. In: Bachmair, Ben (Hrsg.): Medienbildung in neuen Kulturräumen. Die deutschsprachige und britische Diskussion. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften , S. 227-241.

 

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