Workshop “Potenziale des Mobilen Lernens am Beispiel des Lehrinnovationsprojektes “Soziologie 2 Go””

Am 1. Juli war ich auf Einladung der Projektgruppe “Soziologie to go – Lernen mit dem Smartphone” (Leitung: Prof. Heike Greschke; Förderung: BMBF und Lehrinnovationsfonds JLU) an der Justus-Liebig-Universität Gießen. In den Räumen des International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) fand zunächst u.a. meine Keynote “Mobiles Lernen in Theorie und Praxis. Grundideen, Potenziale und Risiken des Lehrens und Lernens mit mobilen und konvergenten Technologien.” statt. Am Mittag ging es dann in die Workshop-Phase. Begonnen haben wir mit der Erkundung von Mobilen Lernorten mithilfe der ILIAS-Lernorte-App (durchgeführt durch das HRZ der JLU), gefolgt von einer von mir geleiteten Planungs- und Revisionsphase von M-Learning-Projekten, darunter auch die “Soziologie 2 Go”-Lehrpfade. Bei Planung und Revision haben wir uns grob an den folgenden Themenkomplexen orientiert:

  • Mobiles Lehren und Lernen wagen. Erprobte Szenarien adaptieren, von den Lernern lernen und didaktische Konzepte variieren.
  • Mobiles Lernen variabel designen. Flexible und konvergente Personalisierungsmöglichkeiten schaffen.
  • Mobiles Lernen nachhaltig verstetigen. Technologische, institutionelle und lernerzentrierte Nachhaltigkeit herstellen.

Als Planungshilfe haben wir mit meiner Planungsvorlage für M-Learning in formalisierten Lehr-Lernkontexten gearbeitet.

Die Vortragsfolien sind auf Slideshare verfügbar. Der Blogpost zur Planungsvorlage findet sich hier.

 

Filmanalyse: “Das Schwarzwaldmädel” – Rückzugsnische und Visionär der “Goldenen Fünfziger”

Im Rahmen eines Seminars an der Uni Kassel habe ich im Jahr 2005 den folgenden Text zum Film “Das Schwarzwaldmädel” verfasst.

 

Judith Seipold
31. Mai 2005

Einleitung

Die Heimatfilme der 50er Jahre – Inbegriff der Verdrängungsarbeit, die die westdeutsche Nachkriegsgesellschaft bezogen auf den erst kurz vergangenen 2. Weltkrieg leistete? Bilder von Krieg, toten Menschen, zerbombten Städten, Elend und Not fanden in Trümmerfilmen ihren Platz, aus dem Genre des Heimatfilms ist der Krieg vollkommen ausgeklammert. Wenn die Heimatfilme der damaligen Zeit keinen Beitrag zur Aufarbeitung der eigenen jüngsten Geschichte leistete, wozu dann?

Das Nachkriegsdeutschland der 40er und frühen 50er Jahre war geprägt von zerbombten Städten, Kriegsheimkehrern, zerrütteten Familien und Armut. Die vier Siegermächte besetzen das in Zonen aufgeteilte Deutschland. Versorgung mit Kleidung und Lebensmitteln war nur unzureichend gegeben. „Die Ausgangslage war auf der moralischen, politischen, psychologischen und sozialen Ebene zunächst dadurch gekennzeichnet, daß das Alte nicht mehr galt, das Neue aber noch nicht in Sicht war.“[1]
Motor für den wachsenden Bevölkerungswohlstand in den 50er Jahren war die Währungs- und Wirtschaftsreform 1948. Nahrung und finanzielle Mittel standen wieder zur Verfügung. Die in den 50er Jahren zunehmende materialistische Ausrichtung der Konsumgesellschaft ging einher mit dem Rückzug ins Private: Die „nivellierte Mittelstandsgesellschaft“, eine neue Generation von Neobiedermeiern, wie sie auch kritisch betitelt wurde, kurbelte die soziale Marktwirtschaft an und ließ die Massenkultur boomen. Die Zeiten, in denen sich die sogenannte Trümmerliteratur ebenso wie Trümmer- und Heimkehrerfilme großer Beliebtheit erfreuten, gingen mit dem Beginn des Wirtschaftswunders zu Ende. Die Darstellung von Krieg, zerstörten Städten, zerrissenen Familien, Kriegsheimkehrern, Armut und Entbehrung ließen sich immer weniger vereinbaren mit dem Aufbau- und Aufstiegsgedanken, der den Zeitgeist der beginnenden Adenauer-Ära prägte. Aufgeräumt, sauber und bunt sollte alles sein, mit einem optimistischen Blick in eine heile und erfolgreiche Zukunft. Ausdruck dafür war „das Projekt des schönen Wohnens“ in all seinen Facetten („Niedlichkeit“ dominierte, und die „Unförmigkeit“ der Ästhetik der fünfziger Jahre ist wohl am deutlichsten im Nierentisch). In den 50er Jahren war die Aufarbeitung des vergangenen Krieges im Alltag nicht mehr präsent und in Literatur und Film in extra Genres abgeschoben; Erfolg hatte die massentaugliche leichte Unterhaltung. In den Radios liefen Schlager und Jazz, aber auch „salonmusikalisch aufbereiteten Filmsongs, Stimmungs- und Trinkliedern, Operettenmelodien“[2] unterhielten die Deutschen.

„Das Schwarzwaldmädel“, eine Operettenverfilmung, kam 1950 als erste deutsche Farbfilmproduktion nach dem 2. Weltkrieg in die Kinos. Die Vorlage aus dem Jahr 1917 stellt den Rahmen für eine Adaption zur Verfügung, die 33 Jahre später über die deutschen Kinoleinwände flimmerte. In der Neuauflage von 1950 ist der vergangene Krieg nicht thematisiert; das Original gibt ja auch keinen Anlass dazu. Oberflächlich betrachtet liegt der Schwerpunkt der Geschichte vielmehr auf ästhetischen Bereichen wie Amüsement, leichter Unterhaltung, idyllischen Landschaftsbildern und Liebesbeziehungen. Operettenlieder (besonders dem Walzer kommt besondere Bedeutung zu), Nahrung im Überfluss (Patzke ist in dem „Gefängnis“, einem vollen Vorratskeller, umgeben von Wurst), Mobilität (die Protagonisten sind mit diversen Verkehrsmitteln unterwegs in den Schwarzwald) und Freizeit (die Städter Hans, Richard und Malwine sind in ihrer Freizeit auf dem Lande) sind anscheinend Alltag für die Protagonisten. Ihr Handeln erscheint egozentrisch und kurzfristig, auf die aktuellen Bedürfnisse ausgerichtet – weder geleitet von Moralvorstellungen, Tradition oder Regeln noch mit Perspektive in eine (wie auch immer) realisierbare Zukunft.

Natur, Tradition, Religion, ländliche Strukturen, unterstützt durch die Ämteragglomeration des Dorfwirtes, die Person der religiösen Tante Traudel und traditionsbewusste junge Leute, die vor der ländlichen Kulisse singend und tanzend durch die Landschaft ziehen, können als Symbole für das Wiederentstehen der alten Gesellschaft entschlüsselt werden. Gezeigt wird nicht das Alte, das kaputt ist, an Wert verloren hat und keinen Anknüpfungspunkt mehr bietet, sondern das Alte, das noch vertraut ist, intakt ist und funktioniert. Der Film bietet nicht allein Anknüpfungspunkte an Altes, sondern zeigt auch, was künftig kommen könnte und zeichnet eine Utopie für eine kriegsgeschädigte Gesellschaft. Mit Blick auf die Protagonisten des Films, die sich größtenteils religiösen und weltlichen Traditionen entziehen, aber über die sich der Film mit einem gesellschaftlichen Wertewandel, der sich im Rahmen des „Schwarzwaldmädels“ als Distanzierung zu Religion und Tradition und Affinität zu Konsum, Mobilität, Freizeit und Wahlfreiheit zeigt, diskursiv auseinandersetzt, erscheint die 1950er Verfilmung des „Schwarzwaldmädels“ auch als Blick in die westdeutsche Gesellschaft der „Goldenen Fünfziger“.

 

1. Das Schwarzwaldmädel in der Verfilmung von 1950

Vorlage für den Film „Das Schwarzwaldmädel“ ist die gleichnamige Operette von August Neidhardt und Leon Jessel[3] aus dem Jahr 1917. Bereits 1920 wurde die Operette als Stummfilm gedreht, unterlag jedoch im selben Jahr noch der Zensur.[4] Die Uraufführung der Verfilmung von 1933 fand am 30.11.1933 in Stuttgart statt.[5] Nach 1950 sollte noch eine weitere Version aus dem Jahr 1973 folgen.
„Das Schwarzwaldmädel“ aus dem Jahr 1950, 1951 als „bester Film“ mit einem Bambi ausgezeichnet, hatte vom Kinostart am 5.9.1950 in Stuttgart bis Ende 1952 14 Millionen Kinobesucher zu verzeichnen. Damit war „Das Schwarzwaldmädel“ der bis dorthin erfolgreichste deutsche Film der Nachkriegszeit[6], selbst Sonderbriefmarken und -poststempel kamen als „Merchandising“-Produkte auf den Markt.

Die Protagonisten

  • Sonja Ziemann spielt Bärbele Riederle, das Schwarzwaldmädel
  • Rudolf Prack spielt Hans Hauser, Maler und Malwines Verlobter
  • Gretl Schörg spielt Malwine Heinau, Revuestar
  • Walter Müller spielt Richard Petersen, Malwines Partner
  • Paul Hörbiger spielt Domkapellmeister Römer
  • Hans Richter spielt Theo Patzke, Angestellter des Juweliers Bussmann
  • Gerturd v. Wilke-Rosswog spielt Tante Traudel

Filmbeschreibung

Der Film beginnt in Baden-Baden mit einer Eis-Revue und einem Maskenball. Der Star der Show trägt ein teures Diamantenkollier, das im Laufe des Abends durch Zufall in die Hände von Bärbele, dem Schwarzwaldmädel, fällt. Bärbel lernt an diesem Abend Hans, Malwines Verlobten, kennen. Am nächsten Tag fährt Bärbel in ihrem neuen Ford Taunus, den sie auf dem Ball am vergangenen Abend gewonnen hatte, in den Schwarzwald, das Diamantenhalsband im Gepäck. Bärbel soll ihre Tante Traudel vertreten, die für ein paar Tage zu ihrer Schwester reisen muss. Tante Traudel arbeitet in St. Christoph als Haushälterin für den Domkapellmeister Römer. Im Laufe des Tages treffen Hans, Richard, Malwine und der Angestellte des Juweliers Theo Patzke, später auch der Juwelier Bussmann im Schwarzwald ein, zufällig alle in dem Ort St. Christoph, in dem Bärbele für ein paar Tage für ihre Tante einspringt. Hans ist mit der Absicht in den Schwarzwald aufgebrochen, sich von seiner Verlobten Malwine zu distanzieren, Richard, als guter Freund und Vertrauter, begleitet ihn. Malwine folgt nach, um Hans zurück zu holen. Ein Partnerwechsel zwischen Malwine, Hans und Richard kündigt sich an. Theo Patzke, durch dessen Verschulden der teure Schmuck „verschwunden“ ist, macht sich auf die Suche nach Bärbele, der Juwelier Bussmann erscheint auf der Bildfläche, um ebenfalls den Schmuck wieder zu finden und um Malwine seine Zuneigung zu bekunden und um ihre Hand an zu halten.[7] Nach einigen Turbulenzen, auch in Sachen Beziehung, endet die Geschichte auf dem Cäcilienfest in St. Christoph. Der Domkapellmeister, der sich zu Beginn der Geschichte in das Bärbele verliebt hatte, als sie Walzer tanzend durch seine Wohnung gewirbelt ist, gibt das Schwarzwaldmädel frei, so dass der Liebe zwischen ihr und Hans nichts mehr im Wege steht. So finden sich also auf dem Fest Hans und Bärbel, Richard und Malwine und sogar die Tochter des Wirts und sein Knecht sind glücklich zusammen.

 

2. Gesellschaftlicher Wandel im Nachkriegsdeutschland – Der Weg Richtung Konsum und Unterhaltung

Politische Eckdaten 1948-1950[8]

Mit der Währungs- und Wirtschaftsreform 1948 war Voraussetzung für die Einbeziehung Westdeutschlands in den Marshall-Plan geschaffen, der den wirtschaftlichen und sozialen Wideraufbau in Europa fördern sollte. In den darauffolgenden Jahren stabilisierten sich die Preise, Bruttoinlandsprodukt und Exportzahlen stiegen: Die Zeit des „Wirtschaftswunders“ war eingeläutet.
Mit Inkrafttreten des Grundgesetzes am 23. Mai 1949 wurde die Bundesrepublik Deutschland gegründet. Aus den ersten Wahlen zum Bundestag, die am 14. August desselben Jahres stattfanden, ging die CDU/CSU als stärkste Partei hervor, Koalitionspartei wurde die FDP. Der erste Bundeskanzler der BRD wurde der CDU-Politiker Konrad Adenauer, das Amt des Bundespräsidenten besetzte Theodor Heuss (FDP). Knapp fünf Monate nach Gründung der BRD wurde die Deutsche Demokratische Republik gegründet. Am 7. Oktober bestätigte die provisorische Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik die Verfassung. Damit war die DDR als Staat proklamiert, die Teilung Deutschlands vollzogen. Auf dem internationalen Schauplatz schloss sich die North Atlantic Treaty Organization (NATO) zusammen, die am 4. April 1949 mit Unterzeichnung des Friedenspaktes in Washington als Sicherheits- und Verteidigungssystem gegründet wurde, auch gegen ein evtl. wiedererstarkendes Deutschland. Ein Ereignis aus dem Jahre 1949, das die gesamte Welt aufrüttelte, war die Zündung der ersten sowjetischen Atombombe. Diese Machtdemonstration versetzte die Welt in Angst und Schrecken und schürte den Kalten Krieg zwischen Ost und West.
Im August 1950 konzipierte der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer zusammen mit dem britischen Premierminister Winston Churchill eine westeuropäische Armee mit westdeutschem Kontingent, die europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) und bot den Westmächten einen militärischen Verteidigungsbeitrag der Bundesrepublik Deutschland an. Die deutsche Westintegration über den Weg der militärischen Integration vollziehen zu wollen stieß auf Widerstand. Aus Protest gegen Adenauers Aufrüstungspolitik trat Gustav Heinemann am 9. Oktober als Bundesinnenminister zurück; in der Bevölkerung statuierte sich eine stetig wachsende Gruppe von Kriegsgegnern. Als Alternative zu einer Integration Deutschlands über das Militär stand die Integration über eine deutsch-französische Zusammenarbeit, wie sie der französische Außenminister Robert Schuman in seinem Konzept für eine Montanunion vorstellte. Der Schuman-Plan sah vor, die deutsche und die französische Kohle- und Stahlproduktion unter einer gemeinsamen Behörde zu leiten; er wurde zur Basis der im Folgejahr gegründeten Montanunion sowie für die Gründung der EWG im Jahre 1957. Ebenfalls 1950 wurde der Bürgerkrieg zwischen Nord- und Südkorea mit dem eingreifen der USA zum internationalen Konflikt. Als wirtschaftliche Folge des Koreakriegs, der Ausdruck war für die Polarisierung der Welt in einen politischen und ideologischen Osten und Westen, setzte in vielen westlichen Ländern ein durch Aufrüstung und Export angekurbelter wirtschaftlicher Aufschwung ein, der sogenannte „Koreaboom“.

Sich abwenden vom „Alten“ und das „Neue“ leben

Theodor Heuss, erster Bundespräsident der BRD, bezeichnete das Kriegsende 1945 als „tragischste und fragwürdigste Paradoxie der Geschichte für jeden von uns. Warum denn? Weil wir erlöst und vernichtet in einem gewesen sind.“[9] Vernichtet wurden im zweiten Weltkrieg zig Millionen Menschen, genau wie Wohnungen, Familien, Hab und Gut. Die Alliierten besetzten deutsche Städte, Lebensmittel waren knapp, ebenso Kleidung und Wohnraum. Männer fehlten, sowohl in den Familien, in denen Frauen oder Kinder die Rolle des Versorgers und Verantwortung für die überlebenden Familienmitglieder übernahmen, als auch beim Wiederaufbau. Trümmerfrauen prägten das Bild der zerstörten deutschen Städte, Schulen und Universitäten waren lange Zeit nicht benutzbar, die Infrastruktur zerstört u.s.w. Der Umgang mit dem, was der Krieg hinterlassen hatte und dem, was er genommen hatte, war weniger von dem Willen nach Aufarbeitung des Krieges geprägt, sondern vielmehr vom Aufräumen und Wegschaffen der Trümmer, dem Wiederaufbau.
Nicht nur in den kaputten Familien und im Arbeitsalltag waren Rollen vertauscht. Auch die ständige militärische Präsenz der Siegermächte, die Deutschland besetzten, wurde in erster Linie nicht negativ aufgefasst, sondern „Verbrüderung“ der Bevölkerung mit den Militärrepräsentanten, eigentlich verboten, war alltäglich, und der Koreakrieg löste weniger Empörung als vielmehr Exportsteigerung und Konjunkturaufschwung aus. Trotzdem die deutsche Bevölkerung in einer teils konkret (militärische Repräsentation sichtbar und direkt erfahrbar), teils abstrakt (veränderte Rolle der Siegermächte, die nicht nur als Sieger auftreten, sondern die Bevölkerung beim Wiederaufbau unterstützten oder der nur über Medien erfahrbare Koreakrieg, der sich sogar positiv auf die Wirtschaft auswirkte) militarisierten Umgebung ihrem Alltag nachging, schienen Militär und Krieg keine unmittelbare Bedrohung mehr darzustellen.
Unter solch veränderten Rahmenbedingungen war der Wunsch nach einer Neuorientierung und sicheren Strukturen in den Köpfen der Menschen ebenso präsent wie auch als politische Maßgabe von den Besatzungsmächten gewollt und initiiert und im Alltag als Umerziehungsmaßnahmen praktiziert. Doch geschah der Wiederaufbau z.B. auf Ebene öffentlicher Bereiche wie Schulen, Justiz, Politik, etc. auch mit Rückgriff auf Personen, die als „belastet“ eingestuft waren und teilweise auch nachweislich enge Verbindungen zu dem nationalsozialistischen Regime hatten. Ein konsequenter Verbindungsabbruch zu dem Nationalsozialismus und Gesinnungswandel hat es trotz Entnazifizierung und Umerziehungsmaßnahmen nach dem Krieg nicht gegeben. „Verdrängung“, genauer: Verleugnung dieser Tatsache sowie des Krieges war charakteristisch für das Verhalten der meisten Deutschen nach 1945.

„Vom Guten hat man nie zuviel, es hebt auch unser Selbstgefühl.“[10] Dieser Werbeslogan der Bekleidungsfirma „Eterna“ sprach den kriegsgeschädigten Deutschen von 1950 sicherlich aus dem Herzen. Dass mit dem „Guten“ auch das „Selbstgefühl“ wieder kommt, darauf hoffte man und so versuchte man, „das Gute“ käuflich zu erwerben. Denn wirtschaftliche Flexibilität wurde allmählich wieder möglich. Erst vor wenigen Jahren scheiterte das grauenhafte Projekt, das „Selbstgefühl“ der Deutschen durch die massenhafte Vernichtung von jüdischen Mitbürgern oder „mit einer Führung, die typisch deutsche Ideale mit unserem Selbstgefühl aufs neue zu verbinden wußte“[11] zu stärken. Jetzt wurde das Projekt zur Stärkung des Selbstgefühls neu angegangen, diesmal mit Bedürfnisbefriedigung eher individueller Art, die sich im einfachen Konsumverhalten äußerten. Konsumiert wurde aber nicht mehr nur Nahrung, sondern auch materielle Werte und Luxusgüter wie Autos oder Fernsehapparate wurden im Laufe der 50er Jahre erschwinglich. Einem Bedürfnis nach Sicherheit nachkommend etablierten sich Geldanlagen auf Banken und Versicherungen als attraktive Möglichkeiten, finanziellen Unsicherheiten entgegen zu wirken. Auch fuhren zunehmend mehr Bundesbürger in den Urlaub – zu Beginn der fünfziger Jahre noch bevorzugt innerhalb Deutschlands, ab Mitte der fünfziger Jahre dann auch zunehmend in das Ausland[12], z.B. mit dem eigenen Auto ans Mittelmeer. Das alles war Ausdruck des wachsenden Wohlstandes und ist aus heutiger Perspektive das Klischee der Wirtschaftswunderzeit der 50er Jahre. Auf den Markt geworfen wurden nicht nur klassische Konsumgüter, sondern auch an Lebensentwürfen stand eine Vielzahl zur Verfügung, aus der es galt, auszuwählen.

 

3. Zwischen Tradition und Konsum – Das Schwarzwaldmädel zeigt eine sich verändernde westdeutsche Gesellschaft

Jeder verkleidet sich als das, was er im Leben gerne sein möchte. Das stellen Hans und Bärbel auf dem Maskenball fest. Doch die Zeiten ändern sich, und so braucht man sich in einer Gesellschaft, langsam damit beginnt, sich von Tradition und Religion zu lösen (die Diskurse im „Schwarzwaldmädel“ um traditionell geprägtes oder „modernes“ Leben weisen auf einen möglichen Wandel hin), nicht mehr nur zu verkleiden als das, was man gerne wäre, sondern man darf im „echten“ Leben ausprobieren, so zu sein, wie man gerne sein möchte. Im Film jedenfalls ist das möglich. Diskurse, die zwischen Altem und Neuem abwägen, pro und contra herausstellen und sich durchaus auch mit Kompromisslösungen zufrieden geben sind in den Unterhaltungsfilmen der 50er Jahre beinahe durchgehend präsent.

„Das Schwarzwaldmädel“ zeigt Freiheit, Konsum, leichte Unterhaltung, Beziehungen – aber gemäßigt, augenscheinlich traditionell, wenig freizügig (möglicherweise, um ästhetisch und ideologisch einem Publikum entgegen zu kommen, „dessen Bewußtsein aber immer noch von der Angst vor ‚Überfremdung’ geprägt war.“[13]). Dieses Muster ist typisch für den Unterhaltungsfilm der fünfziger Jahre, der „mythologische Aufgaben“[14] erfülle:

  1. Gesellschaftliche und kulturelle Kontinuität herstellen, nicht erwünschte Themen ausblenden
  2. Wandlung einer „„alten“ Industriegesellschaft und einer alten Agrargesellschaft in eine moderne Industriegesellschaft, die ihre „Kultur“ immer mehr von der Arbeit auf die Freizeit verlagert.“
  3. Wunscherfüllung in Form von Essen, Trinken, große Autos, Konsum, Ferien, sozialer Aufstieg und technologischer Fortschritt, daneben Instanz, die „moralische Bezugssysteme“ zur Verfügung stellt
  4. „Bewältigung und Strukturierung der über die Krise sich neu formierenden Familie und der Integration der unvollständigen Familien“
  5. Wiedererstarkung der männlichen Positionen in Familie, Alltag, Gesellschaft und Bestätigung der Frauen „in einer neuen sozialen Rolle“
  6. Darstellung gesellschaftlicher Verhältnisse, die „weder das Neue […] noch das Alte“ waren, sondern vielmehr die Lösung mittels eines dritten Weges.[15]

Auch der Film „Das Schwarzwaldmädel“ greift einige dieser Thematiken auf, wie im folgenden erläutert wird. „Wie umgehen mit dem Fremden? Wie umgehen mit dem Vergangenen? Wie umgehen mit dem Weiblichen?“. Diese konkreten Fragen schwingen in den Ferien- und Heimatfilmen der damaligen Zeit mit:[16] Auch „Das Schwarzwaldmädel“ diskutiert einige dieser Fragen und liefert den Zuschauern auch gleich mögliche Antworten mit – die dann wiederum als Ausprägungen der oben aufgeführten sechs Kategorien von „mythologischen Aufgaben“ erscheinen.

Das Land als Rückzugsnische vor dem alltäglichen Stadtleben und als Ebene, auf der Werte und Lebenseinstellungen reflektiert werden

In Baden-Baden, Dreh- und Spielort könnte die 1950 wieder eröffnete Spielbank sein, beginnt der Film „Das Schwarzwaldmädel“ mit einer Eisrevue, gefolgt von einem pompösen Ball. In der Stadt also ist der Ausgangspunkt der Geschichte, die auf dem Land, in St. Christoph im Schwarzwald, ihr „Happy End“ nimmt. Der Spielort Baden-Baden repräsentiert im Film leichte Unterhaltung und materielle Macht, ein Ort, an dem Beziehungsprobleme entstehen, Dekadenz zur Schau gestellt und die Liebe zu einer Frau Auslöser dafür ist, dass teurer Schmuck in Form eines Diamantenkolliers unerlaubt entwendet wird.[17]
Im Kontrast dazu steht der Schwarzwald, genauer der kleine Ort St. Christoph. Dort scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Anerkannte Hierarchien gibt es auch auf dem Land. Doch bleiben sie bleiben unhinterfragt. Dominant sind herrliche, unversehrte Landschaften, traditionsbewusste und fröhliche Junge Menschen, funktionierende mikro-soziale Strukturen und verkehrstechnische Infrastruktur – und dabei auch Platz für Diskussionen um Lebensentwürfe, Religiosität, Familie, Tradition, Vergangenheit, Zukunft und die Notwendigkeiten und Kompromisse des Lebens.
Während im Film die Stadt als Rahmen der eigentlichen Handlung dient, als Punkt, an dem die Geschichte beginnt und auch endet, kommt dem Land besondere Bedeutung zu. Es wird zum Ort, an dem die Städter Zuflucht vor ihren alltäglichen Beziehungsproblemen, Abstand zum Alltag suchen ebenso wie zu einer Plattform, auf der Tradition und Zukunft aufeinander treffen und sich miteinander arrangieren.

Popularisierung der Tradition

Vor diesem Hintergrund tritt Bärbel als Inbegriff des Ländlichen auf. Mit ihrer Person (sie spricht Dialekt, trägt eine echte Tracht, scheint vertaut mit den typisch ländlichen Gepflogenheiten, Bräuchen und Sitten) wird, genau wie mit den Bildern des Schwarzwalds, lebendige und gelebte Tradition konnotiert. Doch von dieser Tradition sind im „Schwarzwaldmädel“, genau wie im realen Leben, nur noch Bruchstücke vorhanden: Trachten, Religiosität, katholische Feiertage, auch ein wenig ländlichen Brauchtums. Denn Tradition, so Alexander und Margarete Mitscherlich, „war gerade das, was durch die nationalsozialistische Herrschaft am nachhaltigsten zerstört wurde […] Übrig geblieben sind äußerliche Gewohnheitselemente, Verhaltensmuster und Konformismen, welche eine darunterliegende ziemlich unartikulierte Lebensform wie eine Kulisse verdecken. Und diese überall aufgestellten Versatzstücke geben unserer innenpolitischen Wirklichkeit und unserem Alltag einen theatralischen und unwahrhaftigen Beigeschmack.“[18] Dieser theatralische Beigeschmack heftet auch dem Film an. Die dargestellte ländliche Tradition (z.B. das Cäcilienfest mit pompösem Gottesdienst, Festumzug und anschließendem Fest) ist auch hier in erster Linie unreflektiert und nur Kulisse, trotzdem einige der Protagonisten sie leben. Vielmehr wird Tradition zum ästhetischen Erlebnis, zum Freizeitvergnügen und zum Spielplatz, auf dem die Protagonisten ihre individuellen Bedürfnisse ausagieren. Lediglich in rudimentären Ansätzen bleibt Platz für Diskussionen um Lebensentwürfe, Religiosität, Familie, Vergangenheit, Zukunft und die Notwendigkeiten und Kompromisse des Lebens. Dabei fällt der Tradition in Form von Landleben und religiös geprägten Leben als Gegenpol zu einem „modernen“ Lebensentwurf eine prägnante Rolle zu. Sie symbolisiert das Alte.

Popularisierung der Natur

Eine ähnliche Bedeutungsveränderung hat die Darstellung von Natur erfahren. Natur im „Schwarzwaldmädel“ ist präsent, allerdings hat sie keine Bedeutung mehr hinsichtlich der Mensch-Naturbeziehung oder dem Ringen mit der Naturgewalt. Dieser „metaphysische“ Aspekt ist im „Schwarzwaldmädel“ „sozial überwunden“.[19] Von einem sehr individuellen Verhältnis der Natur geht die Tendenz dahin, das Land und die Natur für ein breites Publikum verfügbar zu machen. Im Film dominiert nicht ein spezifische und individuelle Bezug zur Natur, sondern es dominiert viel mehr der Diskurs um traditionellen und modernen Lebensstil vor ländlicher Kulisse. Das Land, das physischen Sicherheit während des Krieges bedeutete, steht im Schwarzwaldmädel für „geistige“ Geborgenheit ebenso wie für „heile Welt“. Hier gelten noch alte Werte und feste Strukturen; das „moderne“ leichte, unbeschwerte und auf unmittelbare Bedürfnisbefriedigung ausgerichtete Leben bringen die Städter auf ihrem Wochenendausflug mit. Welche Funktion hat dabei das Land für die Städter?
Sie nutzen das Land als Rückzugnische und Abgrenzungsraum vor ihrem Stadtleben, was ihnen die Dorfbewohner von St. Christoph auch gewähren. Nicht explizit, aber doch angelegt, ist dabei die „ästhetische Vernichtung des Regionalismus“[20] ebenso wie die „Touristenklamotte“ der späten 50er und der 60er Jahre. Im „Schwarzwaldmädel“ allerdings sind die Städter noch Exoten auf dem Land, die auf die Strukturen, Machtgefüge und den Wohlwollen der Landbevölkerung angewiesen sind. Sie gewinnen Abstand zu ihrem regulären Leben, können stellenweise nicht auf den Luxus zurückgreifen, den sie eigentlich gewohnt sind (z.B.: Richard und Hans müssen zu Fuß in fremder Kleidung weiter ziehen, nachdem ein Landstreicher ihre Klamotten und Patzke ihren Motorroller entwendet hat. Oder: Der Juwelier Bussmann beklagt sich darüber, dass in seinem Hotelzimmer die Bettdecke zu schwer und das Waschbecken zu klein sei.).
Auch ist das Land für die Städter eine Reflexionsebene, auf der sich die Protagonisten darauf besinnen können, was ihnen wirklich wichtig ist. Richard und Hans durchlaufen auf ihrer Reise so etwas wie eine Katharsis, wobei sie sich von ihrem Stadtleben befreien. Das Reinigungsritual findet an der Kuhtränke statt, bevor sie sich, mittellos und in zerrissenen Kleidern, auf ein Leben als Landstreicher einlassen und für ein wenig Essen musizieren und Holz hacken. Abgeschwächt wird die Idee einer Läuterung jedoch durch den Spaßcharakter, der dem Handeln von Hans und Richard eingeschrieben ist. Von existenzieller Not sind sie weit entfernt, körperliche Arbeit als Gegenleistung für Nahrung zu verrichten scheint ihnen auch mehr Freude zu bereiten als dass sie eine ernsthafte Notwendigkeit dahinter sehen würden.

Alt, Neu und der Kompromiss zwischen Vergangenem und Künftigem – Drei markante Positionen

„Alles muss sei Ordnung habe“ – Traditionelles Verständnis von Ehe und Elternschaft trifft auf rational weltliche Sichtweisen

… „Und rauchen sollet Sie doch auch ned. … Wege de Vorhäng.“ Bärbels Tante Traudel, die Wirtschafterin des Domkapellmeisters, hält Ordnung in der Wohnung. Die Möbel müssen an den für sie vorgesehenen Plätzen stehen, und Zigarrenasche darf auch nicht herumliegen. Ordnung muss jedoch nicht nur in der Wohnung herrschen, sondern auch in familiären Verhältnissen. Traudels Schwester zum Beispiel erwartet ihr achtes Kind (zu dessen Geburt besucht Traudel ihre Schwester und Bärbel übernimmt für diese Zeit die Arbeit ihrer Tante im Haushalt des Domkapellmeisters). Die Zahl der Kinder erscheint dem Domkapellmeister sehr hoch, doch Tante Traudel hat dafür eine Erklärung: „Die Kinder komme vom Liebe Gott“. Der Domkapellmeister lässt Zweifel anklingen. Doch die Wirtschafterin Traudel beharrt auf ihrer Meinung. Der Domkapellmeister würde darüber auch anders denken, wenn er erst einmal verheiratet sei. An der Zeit wäre es ja wohl. Während der Domkapellmeister meint, er habe ein Hirn im Kopf und würde deswegen noch keine Frau haben, handelt er die Thematik eher mit weltlichen Kategorien ab. Auch auf seine Selbstcharakterisierung, innerlich sei er „a ganz a wüschter Casanova“, kontert Traudel „Mit solche Dinge darf man keine so frivole Scherze mache, Herr Domkapellmeischter.“, während sie die Madonna mit einem Tuch von Staub befreit. Die Wirtschafterin bleibt weiterhin in ihrer Argumentation in katholisch kirchlichen Kategorien und weist den Domkapellmeister eindringlich darauf hin, dass er solche Scherze doch unterlassen solle, so lange Bärbel bei ihm ist. „Die Bärbel ist nämlich ein anständigs Mädle.“

Religion, Ehe, Elternschaft und Liebe, durch den Partnertausch der Protagonisten implizit sicherlich auch Sexualität, sind zentrale Themen, die in dem Film „Das Schwarzwaldmädel“ diskutiert werden. Während die Städter Malwine, Hans, Richard und der Juwelier Bussmann wie selbstverständlich enge Liebesbeziehungen aufkündigen und sich auf die Suche nach anderen Partnern machen, bewegen sich die ländlichen Vertreter noch in traditionellen Schemata. Ordnung und Religion scheinen dabei eine wesentliche Rolle zu spielen. Die Einheimischen des Dorfes St. Christoph haben, wie Tante Traudel, ein konservatives und katholisch geprägte Einstellung zu Ehe, Elternschaft und Liebe, auch der Wirt des Ortes ist darauf bedacht, seine Tochter zu verheiraten – ihr wird das „Privileg“ der freien Partnerwahl vorenthalten zugunsten eines vom Vater erwünschten hohen Brautgeldes. Neben Tante Traudel führt auch der Domkapellmeister, schon einige Jahre älter als die jungen Protagonisten, die neue Beziehungen für ihr Leben suchen, ein Leben nach Zwängen. Allerdings sind diese, wie er dem Bärbele erläutert, materieller Art (er wäre gerne Komponist geworden, aber der Hunger und die Not haben ihn dazu gezwungen, eine feste Anstellung anzunehmen – egal welche). Wesentlicher ist: Auch er hätte gerne eine Frau, allerdings nicht unbedingt, um mit ihr eine Familie zu gründen, wie er anklingen lässt. Zudem seien Familie und Kinder in erster Linie Fragen der Vernunft.

„Wohlstand für alle“[21] – Ein Blick in die „Goldenen Fünfziger“

Von Autoren wie beispielsweise Wolfgang Koeppen wurde die westdeutsche Gesellschaft der 50er Jahre als konsumorientierte Restaurationsgesellschaft von Neobiedermeiern heftig kritisiert und politische Entscheidungsträger angeprangert, sie würden sich auf Kosten ihrer Integrität dem Konsum und dem persönlichen Vorteil verschreiben. Konsum ist im „Schwarzwaldmädel“ in den Kontext individueller Bedürfnisbefriedigung der „einfachen“ Leute eingebettet. Im Film stehen die Protagonisten aber erst noch an der Schwelle zu einem Modell von Konsum, das massenhafte Verfügbarkeit des Angebots und individuelle Wahlmöglichkeit impliziert. Gelegenheiten, zu konsumieren, treten im „Schwarzwaldmädel“ noch eher zufällig ein: Der Angestellte Patzke gewinn den Präsentkorb, die Magd Bärbel ein Auto (um solch ein Auto käuflich zu erwerben, waren 1950 weit mehr als 500 Arbeitstage[22] nötig). Patzke wird verhaftet und landet statt in einer spartanisch eingerichteten Gefängniszelle in einem vollen Vorratskeller. Auf Einladung wird Alkohol getrunken. Das ist Luxus pur. In diesem Entwurf von Gesellschaft und zwischenmenschlichem Miteinander scheint alles möglich, für Jedermann, auch für die „einfachen“ Leute, wie der Film vorführt. Selbst die Künstler Hans und Richard bekommen als Landstreicher die Möglichkeit, sich mit ein wenig Holzhacken eine warme Malzeit zu erarbeiten.
Mit der Symbolisierung von dem, was im kommenden Konsumreigen der späten 50er Jahre als Stabilitätsgrad dient, drückt sich eine Vorahnung aus, wohin sich die westdeutsche Gesellschaft entwickeln könnte. „Das Schwarzwaldmädel“ wird so zum Übungsterrain für die Konsumgesellschaft, die zu Beginn der 50er Jahre gerade erst dabei ist, sich zu formieren.
Obwohl Deutschland 1950 erst an der Schwelle zum Konsum stand (gerade erst wurden die Lebensmittelmarken abgeschafft), ist im „Schwarzwaldmädel“ Deutschland nicht nur satt, sondern auch mobil. Auf seinem Weg in den Schwarzwald nutzt Patzke ein Fahrrad, er muss für einen Zug an einer Schranke halten, dann lässt er sich auf einem Transporter mitnehmen und letztendlich „leiht“ er sich den Motorroller von Hans und Richard, bis er an seinem Ziel ist. Bärbel fährt mit ihrem neuen Ford Taunus Kabriolett in den Schwarzwald. Hans und Richard haben sich mit einem Motorroller auf den Weg gemacht, Malwine kommt mit dem Zug nach. Auch Tante Traudel geht auf Reisen, genau wie Malwine mit dem Zug. Betrachtet man den status quo 1950 in Deutschland, erscheinen die Bilder wie „Pirouetten der Immobilität“ einer damals bei weitem noch nicht so mobilen Gesellschaft, die davon träumt, wieder beweglich und „manövrierfähig“ zu sein.

„Und der Walzer verträgt sich nicht mit der Würde eines Domkapellmeisters?“ – Alt und Neu schließen Kompromisse

Auf der Rückfahrt vom Bahnhof in Bärbels neuem Ford Taunus kommen Bärbel und der Domkapellmeister durch den Walzer, der im Radio läuft, ins Gespräch. Zuvor hatten die beiden Tante Traudel, und mit ihr auch die entschiedene Vertreterin traditioneller Werte, verabschiedet.

Bärbel:                       „Oh je, entschuldige Sie, a Walzer.“
Domkapellmeister:  „Ja lassen Sie doch, hör ich doch sehr gern.“
Bärbel:                       „Ein Walzer?“
Domkapellmeister:  „Ja, warum denn nicht?“
Bärbel:                       „Ha, ein Walzer ist doch nix für Sie.“
Domkapellmeister:  „Ah so, weil ich im Dom immer die Messen spiele, was? Und der Walzer verträgt sich nicht mit der Würde eines Domkapellmeister, was?“
Bärbel:                       „Ja, ich hab mir denkt, sie haben keinen Sinn für so weltliche, leichte Musik.
Domkapellmeister:  „Ich will Ihnen was verrate, kleines Fräulein. Früher einmal hab ich auch große Rosinen ghabt im Kopf. Opern wollt ich komponieren und Lieder oder Operetten auch. Aber die Not hat mich gezwungen, a feschte Stellung anzunehmen und da hab ich eben verzichtet.“

Mit der Vermutung des Domkapellmeisters, dass es anfangen könnte zu regnen, beendet er das Gespräch.

Der Domkapellmeister ist für sein Alter, wie ihm seine Haushälterin Traudel zu verstehen gibt, recht progressiv eingestellt. Obwohl er in seinem Amt des Domkapellmeisters bei der Ankunft Bärbels ein Lied zu Ehren der Heiligen Cäcilie, der Schutzheiligen der Musik, komponiert, bekennt er sich zum Walzer. Domkapellmeister ist er nicht aus Überzeugung, sondern aus existentieller Not heraus geworden. Nun, wo es ihm gut geht und er sozial abgesichert scheint, traut er sich auch, motiviert und animiert von der jungen Frau Bärbel, sich wieder seiner Leidenschaft, dem Walzer und der leichten Unterhaltungsmusik, zuzuwenden. Auch wenn der Schritt nicht einfach war – die Angst, „die Leute“ würden mitbekommen, dass er Walzer spielt, also die Angst vor einer möglichen negativen Bewertung seines Tuns, ist da. Eine gewissen Anspannung schwingt mit, wenn der Domkapellmeister Walzer spielt, der wie etwas Verbotenes, ein Tabu in kirchlichen Kreisen und nicht Status adäquat behandelt wird. Die Auflösung dieser angespannten Situation geschieht, als der Domkapellmeister auf dem Cäcilienfest von einem Geistlichen für seine musikalischen Künste im Bereich der leichten Unterhaltung gelobt wird und so Bestätigung für seine Leidenschaft erfährt. Seine Hinwendung zur Unterhaltung um der Unterhaltung Willen, ohne Zweckgebundenheit, wird von kirchlicher Seite für gut geheißen.

Mit dem Gespräch zwischen Tante Traudel und dem Domkapellmeister zu Beginn des Films ist der Auftakt für den Diskurs um gesellschaftliche und individuelle Lebensentwürfe, wie er umfassend charakterisiert werden kann, gegeben. Zur Wahl stehen ein katholisches Leben mit vielen Kindern und bestimmten Lebensregeln und nach religiösen Leitlinien sowie ein „modernes“, dynamisches, unbeschwertes, freies und auch freizügiges Leben, ohne oder nur mit wenigen ethischen und moralischen Bindungen, dafür mit Auto, wechselnden Partnern, Nahrung im Überfluss, Freizeit, Freiheit und Mobilität.
Als Sprachrohr der Fraktion, die traditionelle und religiöse Werte vertritt, artikuliert Tante Traudel die Position des „Alten“. Relevant dabei sind für sie Religion und häusliche Ordnung, Anstand und Sittlichkeit.
Für den Domkapellmeister sind ihre Argumente und ihre Lebenseinstellung sicherlich nachvollziehbar, doch er selbst hat eine andere Vorstellung von Ehe, Familie und Ordnung. Damit distanziert er sich deutlich von Tante Traudel und positioniert sich in Richtung der Städter und jungen Leute, mit denen er im Laufe der Handlung zu tun haben wird. So wird er zu der wesentlichen Figur, die durch seine Zuneigung zu Bärbel, als Vertrauter von Hans (der dem Domkapellmeister seine Liebe zu Bärbel gesteht), durch seine Lebenserfahrungen und durch seine rationale Distanz zu Traditionen und Religionen als „Vermittler“ zwischen der alten und der jungen Generation wirkt.
Bärbels erscheint in Beziehung zum Domkapellmeister eher als auslösendes Moment, das den Domkapellmeister zum Walzer-Spielen animiert, ihn wieder verliebt sein lässt, ihn zum Reflektieren seines bisherigen Lebens bewegt. Sie selbst ist weder als Vertreterin des Alten noch des Neuen reflexiv aktiv, vertritt nur auf einer ästhetischen Ebene die heile Welt.
Der Domkapellmeister ist es auch, auf dessen Rücken schließlich der prägnanteste, wenn nicht sogar einzige, Kompromissschluss zwischen Altem und Neuem geschieht. Im Spannungsfeld zwischen alten Werten (dafür steht der Vertreter der Kirche auf dem Cäcilienfest) und neuen Unterhaltungs- und Konsumbedürfnissen (symbolisiert durch den Walzer) wird dem Domkapellmeister gegen Ende des Films auf dem Cäcilienfest von Seite der katholischen Kirche der Freiraum gewährt, seiner bisherigen Anstellung weiterhin nachzukommen (also weiterhin existentiell abgesichert zu sein) und dennoch dem Walzer, der leichten Unterhaltung, nicht entsagen zu müssen und sie genießen zu dürfen. Diese „Durchführbarkeitseinschätzung“ eines mischförmigen Lebensentwurfs ist wohl eine der dominantesten, die den Versuch, „Alt“ und „Neu“ miteinander zu verbinden, ermutigend bestätigt und in einer optimistischen Vision gesellschaftlichen Zusammenlebens ausdrückt: Kompromisse sind möglich, selbst zwischen Generationen und Vertretern unterschiedlicher Weltanschauungen. Interessant ist, dass nicht die verfügbaren Konsumgüter oder Verkehrsmittel als Symbole für das Neue für den Schulterschluss zwischen Alt und Neu eingesetzt werden. Die Verbindung geschieht über die Wiederherstellung des „inneren Friedens“ beim Domkapellmeister und bleibt so sehr abstrakt.

 

4. Fazit

Ist „Das Schwarzwaldmädel“ lediglich Ausdruck der Verdrängungsarbeit, die die deutsche Bevölkerung damals leistete? Im Zentrum des Films stehen nicht nur ästhetische Erfahrungen, die die konsequente Ausklammerung von Trümmer- und Kriegsbildern, Elend- und Not zugunsten unberührter ländlicher Idylle impliziert, sondern auf Einstellungen zu Familie, Kirche, Tradition und modernem Leben ebenso wie ein Ausblick in die Mögliche Zukunft der westdeutschen Gesellschaft.

Mit heiler Landschaft, prächtige Farben, Traditionsbewusstsein, Ruhe und Zufriedenheit funktioniert das Land im „Schwarzwaldmädel“ als Rückzugsnische und Reflexionsplattform: zum einen aus filmanalytischer und semiotischer Sicht für die Protagonisten, zum anderen praktisch und greifbar für die Kinobesucher. Aus dieser Perspektive kann das Potential des Films darin liegen, den schwere, grauen, entwurzelten Alltag, der nach wie vor deutlich vom vergangene Krieg gekennzeichnet ist, und die Vergangenheit des Krieges zu verleugnen und der Eskapismusthese folgend der Flucht aus dem Alltag oder der „Kompensation für nicht erfüllte Wünsche und Träume“[23] dienen. Diese These würde den Gedanken der Rückzugnische stützen.
Der Film beschränkt sich jedoch nicht nur auf Bilder, die heile Landschaften zeigen oder die ländlich deutsche Tradition aus dem Schwarzwald klischeehaft darstellen. In der Dynamik der Gebrochenheit und Orientierungslosigkeit der westdeutschen Gesellschaft Ende der 40er Jahre und ihrer Wunschvorstellungen jenseits des grauen Alltags entstand mit dem „Schwarzwaldmädel“ ein Kinofilm, der die Brüchigkeit der damaligen Zeit erfasst und als Reflexionsplattform dient. Das gelingt dem Film zum einen mit dem Spagat zwischen Altem, das noch funktioniert, vertraut ist, praktisch anwendbar und theoretisch diskutierbar erscheint (z.B. Tradition, Ordnung, Religion, Familie, Besitz vor dem Hintergrund ländlicher Kulisse dargestellt) und dem Neuen (sporadische Mobilität, Konsum und Vergnügen), das noch in den Kinderschuhen steckt. Zum anderen umreißt er die Kontur dessen, was in der Zukunft möglich wäre und tatsächlich in den kommenden Jahren der 1950er zu den neuen Werten einer Konsumgesellschaft gehören wird und bringt so die Zukunft in eine mögliche Form. „Das Schwarzwaldmädel“ entwirft das Land, Reichtum, Freizeit, Verfügbarkeit, Wahlfreiheit und Glück materieller und immaterieller Art als gedankliche Fluchtpunkte der Nachkriegsgesellschaft (und denkt neben einem Wertewandel in Ansätzen auch Muster von Individualisierung und Innenorientierung mit). In dieser brüchigen Übergangsform – Was soll für die Zukunft gewählt werden: Altes, Neues oder beides? – drückt sich in dem Film eine Latenz aus, die integrierend und diskursiv wirkt, indem sie Altes und Neues umfasst, es nebeneinander stellt, es gegeneinander abwägt und abschließend im Spannungsfeld zwischen Alt und Neu für alle zufriedenstellende Kompromisse erlaubt.

In seiner Funktion als Nische und als Reflexionsebene bietet der Film seinen Zuschauern (und das waren innerhalb von 2 Jahren immerhin 14 Millionen Menschen) „symbolisches Material“[24], aus dem sie sich ihre Zukunft basteln können, so wie sie wollen: Sei es die Fantasie einer Zukunft mit Familie und religiöser Bindung, sei es die Vorstellung von einem Single-Dasein, Liebesaffären und weltlichen Freuden aller Art; denkbar wäre ein Leben in der Stadt, aber auch auf dem Land ist der spätere Wohnsitz vorstellbar usw. Die Argumente – pro und contra – liefert der Film idealer Weise gleich mit. Bleibt abschließend die bange Frage, ob jeder solch ein Glück haben kann wie die Protagonisten des Films. Die positive Antwort,  nämlich dass der glückliche Zufall jeden, auch den „kleinen Mann“, treffen könnte, liefert das Element des „Hans im Glück“, verkörpert vor allem von dem Juweliersangestellten Patzke. Was mit Patzke nur angedeutet ist, spricht dann auch der Domkapellmeister mit tröstenden und Zuversicht spendenden Worten nochmals explizit aus: „Es geht  nicht immer so, wie man haben möcht. Was hab ich schon für Hoffnungen begraben müssen. Aber es ist noch nicht aller Tage Abend. Plötzlich scheint wieder die Sonne und sieht alles wieder anders aus.“

 

Literaturnachweis

Bachmair, Ben: Fernsehkultur. Subjektivität in einer Welt bewegter Bilder. Opladen (Westdeutscher Verlag) 1996.

Geiss, Imanuel: Geschichte griffbereit. Dortmund (Harenberg Lexikonverlag) 1993.

Glaser, Hermann: Deutsche Kultur. Ein historischer Überblick von 1945 bis zur Gegenwart. München, Wien (Carl Hanser Verlag), 1997.

Merten, Klaus: Wirkungen von Kommunikation. In: Merten, Klaus u.a. (Hrsg.): Die Wirklichkeit der Medien. Opladen (Westdeutscher Verlag) 1994, S. 291-328.

Mitscherlich, Alexander, Mitscherlich, Margarete: Die Unfähigkeit zu trauern. Grundlagen kollektiven Verhaltens. München (Piper Verlag) 2004, 18. Auflage.

Seeßlen, Georg: Durch die Heimat und so weiter. Heimatfilme, Schlagerfilme und Ferienfilme der fünfziger Jahre. In: Berger, Jürgen, Reichmann, Hans-Peter (Hrsg.): Zwischen Gestern und Morgen. Westdeutscher Nachkriegsfilm 1946-1962. Deutsches Filmmuseum (Frankfurt am Main) 1989, S. 136-161.

Sørensen, Bengt Algot (Hrsg.): Geschichte der deutschen Literatur. Band 2. München (Beck’sche Verlagsbuchhandlung), 1997.

 

Quellennachweis Internet

http://www.goethe.de/su/ned/film/blackforest.htm. Zuletzt gesehen von Judith Seipold am: 18.05.2005.

http://www.felix-bloch-erben.de/index.php5/Action/showAuthor/cid/3/aid/121. Zuletzt gesehen von Judith Seipold am: 18.05.2005

http://www.film-zeit.de/home.php?action=result&sub=film&film_id=1727. Zuletzt gesehen von Judith Seipold am: 30.05.2005.

http://www.film-zeit.de/home.php?action=result&sub=film&film_id=11707. Zuletzt gesehen von Judith Seipold am: 30.05.2005.

http://www.slogans.de. Zuletzt gesehen von Judith Seipold am: 18.05.2005.

 


[1] Sørensen, Bengt Algot (Hrsg.): Geschichte der deutschen Literatur. Band 2. München (Beck’sche Verlagsbuchhandlung), 1997, S. 267.

[2] Brunhöber, Hanna: Unterhaltungsmusik. In: Benz, Wolfgang (Hrsg.): Die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Bd. 4: Kultur. Frankfurt am Main 1989, S. 173f. Zitiert nach: Glaser, Hermann: Deutsche Kultur. Ein historischer Überblick von 1945 bis zur Gegenwart. München, Wien (Carl Hanser Verlag), 1997, S. 143.

[3] Operetten von Jessel durften während der NS-Zeit in Deutschland nicht mehr aufgeführt werden. 1942 wurde Léon Jessel von der Gestapo in Berlin zu Tode gefoltert. Aus: Quelle: http://www.felix-bloch-erben.de/index.php5/Action/showAuthor/cid/3/aid/121. Zuletzt gesehen von Judith Seipold am: 30.05.2005.

[4] Produktion: Luna-Film GmbH, Berlin. Aus: http://www.film-zeit.de/home.php?action=result&sub=film&film_id=1727. Zuletzt gesehen von Judith Seipold am: 30.05.2005.

[5] Produktion: Ariel-Film GmbH, Berlin. Aus: http://www.film-zeit.de/home.php?action=result&sub=film&film_id=11707. Zuletzt gesehen von Judith Seipold am: 18.05.2005.

[6] http://www.goethe.de/su/ned/film/blackforest.htm. Zuletzt gesehen von Judith Seipold am: 18.05.2005.

[7] Frei übersetzt nach: http://www.goethe.de/su/ned/film/blackforest.htm. Zuletzt gesehen von Judith Seipold am: 18.05.2005.

[8] Geiss, Imanuel: Geschichte griffbereit. Dortmund (Harenberg Lexikonverlag) 1993.

[9] Glaser, Hermann: Deutsche Kultur. Ein historischer Überblick von 1945 bis zur Gegenwart. München, Wien (Carl Hanser Verlag), 1997, S. 30.

[10] Quelle: http://www.slogans.de. Zuletzt gesehen von Judith Seipold am: 18.05.2005.

[11] Mitscherlich, Alexander, Mitscherlich, Margarete: Die Unfähigkeit zu trauern. Grundlagen kollektiven Verhaltens. München (Piper Verlag) 2004, 18. Auflage, S. 28f.

[12] Glaser, Hermann: Deutsche Kultur. Ein historischer Überblick von 1945 bis zur Gegenwart. München, Wien (Carl Hanser Verlag), 1997, S. 238.

[13] Brunhöber, Hanna: Unterhaltungsmusik. In: Benz, Wolfgang (Hrsg.): Die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Bd. 4: Kultur. Frankfurt am Main 1989, S. 173f. Zitiert nach: Glaser, Hermann: Deutsche Kultur. Ein historischer Überblick von 1945 bis zur Gegenwart. München, Wien (Carl Hanser Verlag), 1997, S. 143.

[14] Seeßlen, Georg: Durch die Heimat und so weiter. Heimatfilme, Schlagerfilme und Ferienfilme der fünfziger Jahre. In: Berger, Jürgen, Reichmann, Hans-Peter (Hrsg.): Zwischen Gestern und Morgen. Westdeutscher Nachkriegsfilm 1946-1962. Deutsches Filmmuseum (Frankfurt am Main) 1989, S. 140.

[15] Seeßlen, Georg: a.a.O., S. 140.

[16] Seeßlen, Georg: a.a.O., S. 159f.

[17] De facto ist Baden-Baden seit 1945 Sitz der französischen Militärverwaltung in Deutschland, hat also durchaus eine Konnotation zu politischer Macht, mit der Wiederaufnahme des Kurbetriebes ebenfalls im Jahr 1950 sind gesellschaftliche Relevanz und materieller Wohlstand des Kurortes verbunden.

[18] Mitscherlich, Alexander, Mitscherlich, Margarete: Die Unfähigkeit zu trauern. Grundlagen kollektiven Verhaltens. München (Piper Verlag) 2004, 18. Auflage, S. 20f.

[19] Seeßlen, Georg: a.a.O., S. 159.

[20] Seeßlen, Georg: a.a.O.

[21] Ludwig Erhard 1957.

[22] „1950 kostete […] ein Volkswagen 493 Arbeitstage […]“. Aus: Glaser, Hermann: Deutsche Kultur. Ein historischer Überblick von 1945 bis zur Gegenwart. München, Wien (Carl Hanser Verlag), 1997, S. 217.

[23] Merten, Klaus: Wirkungen von Kommunikation. In: Merten, Klaus u.a. (Hrsg.): Die Wirklichkeit der Medien. Opladen (Westdeutscher Verlag) 1994, S. 316.

[24] Bachmair, Ben: Fernsehkultur. Subjektivität in einer Welt bewegter Bilder. Opladen (Westdeutscher Verlag) 1996, S.51.

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