Angenommen: Arbeitsgruppe auf dem DGfE‐Kongress 2016 in Kassel

Auf dem DGfE-Kongress in Kassel im März 2016 werden Sandra Aßmann (Köln), Sandra Hofhues (Friedrichshafen), Klaus Rummler (Zürich) und ich eine Arbeitsgruppe anbieten, die den Titel “Bildungsräume weiter denken. Medienpädagogik und ‐didaktik in Zeiten veränderter Lern‐ und Bildungskulturen.” trägt. Zu dieser AG konnten wir Prof. Dr. Heidi Schelhowe (Bremen), Prof. Dr.‐Ing. habil. Ulrike Lucke (Potsdam), Norman Friesen (Vancouver) und Prof. Dr. Theo Hug (Innsbruck) als Tandempartner gewinnen. Sie werden unsere jeweiligen Beiträge moderieren und kritisch kommentieren.

Im Folgenden finden sich das Abstract für die AG und meinen Einzelbeitrag. Details werden in den kommenden Tagen in diesem Blogpost aktualisiert.

 

Abstract des Gesamtvorhabens:

Die Medienlandschaft hat sich mit der Ubiquität digitaler Technologien eklatant verändert. Dies hat Konsequenzen für Angebotsstrukturen und Nutzungsmöglichkeiten. Eine der zentralsten Entwicklungen ist die Erweiterung einer unidirektionalen Massenkommunikation nach dem Modell des Fernsehens zur partizipativen Verschränkung von Individual‐ und Massenkommunikation im Sinne des Web 2.0. Diese neue Struktur eröffnet vielschichtige Gestaltungspotenziale. Insbesondere Mobiltechnologien erlauben den Nutzer_innen, an jedem Ort und jederzeit auf Informationen, Netzwerke, Infrastrukturen sowie Unterhaltungs‐ und Konsumangebote zuzugreifen und auf sie einzuwirken. Diese neuen Angebots‐ und Nutzungsstrukturen bedeuten nicht nur für Medienanbietende ein großes marktwirtschaftliches Potenzial, sondern auch für Bildungseinrichtungen ergeben sich daraus vielfältige Chancen für Lehren und Lernen an der Schnittstelle von formalen und informellen Kontexten. Eine Reaktion darauf ist das „Mobile Lernen“ als die Nutzbarmachung der ständigen Verfügbarkeit unterschiedlicher Ressourcenarten in didaktisch aufbereiteter Form.
Mit dieser neuen Art der Ressourcenverfügbarkeit tun sich aber auch Problemlagen auf: Sie erstrecken sich aus Sicht der Bildungseinrichtungen auf die Finanzierung von Technologien und Infrastrukturen zum Lernen, auf rechtliche und ethische Dimensionen des Einsatzes von “tragbaren” Digitaltechnologien, auf Fragen der Aus‐ und Weiterbildung von Lehrpersonen, auf Nachhaltigkeit der Bildungsangebote, auf systematische Fragen der Implementierung u.v.m.. Auch aus Perspektive der Lernenden sind Veränderungen zu bedenken, denn für sie entstehen mit den neuen Medienstrukturen nicht nur Möglichkeiten, Lernumgebungen (Stichwort: PLE–Personal Learning Environments) und Lernprozesse selbst (Stichwort: personalisiertes Lernen) selbst und mit Blick auf Lebenslanges Lernen zu gestalten. Die Lernenden sind unter den veränderten Lernbedingungen auch gezwungen, sich als Gestalter_innen ihres Lernumfeldes neuen Verantwortlichkeiten zu stellen: So verantworten sie nicht mehr nur individuelle Lernerfolge oder individuelles Scheitern, sondern auch die Konstruktion ihrer Lernumgebung, die Kontexte des Lernens bis hin zur Auswahl der Lernobjekte.
Für eine medienpädagogische Auseinandersetzung mit diesem Komplex ergeben sich Herausforderungen auf theoretischer, methodischer und methodologischer Ebene. Die Arbeitsgruppe nähert sich diesen über die zentrale Frage:

Wie kann und muss eine sozial‐ und kulturtheoretisch ausgerichtete Medienpädagogik, die handlungsorientiert argumentiert, auf die Herausforderungen durch die Nutzung von digitalen (mobilen) Technologien in Lern‐ und Aneignungskontexten reagieren?

Konkret werden folgende Teilfragen in vier Impulsreferaten thematisiert:

  • Welche Theorien, Konzepte und Modelle, speziell Ökologiemodelle von Lernen und Bildung, greifen aus medienpädagogischer und ‐didaktischer Sicht bei der Beschreibung von Prozessen, die eine durch Medien und Technologien geprägte Lernkultur verändern?
  • Wie sind Lern‐ und Bildungsräume zu diskutieren, die sich aus den tradierten Bildern von Lernräumen weg, hin zu Personal Learning Environments (PLEs) und Lernergenerierten Contexten (LGCs) bewegen?
  • Welche Forschungsmethoden sind angemessen, um Nutzungsmuster und individuelle Lernpfade abzubilden, zu rekonstruieren und zu interpretieren?

Die Impulsreferate werden jeweils von einem/r Tandempartner_in moderiert. Im Anschluss an die 60‐minütige Vortragssitzung folgt eine einstündige Plenumsdiskussion. Den Abschluss bildet eine Zusammenfassung von 30 Minuten, in der die Ergebnisse rekapituliert und zur weiteren Bearbeitung aufbereitet werden. Vorträge und Ergebnisse der Arbeitsgruppe sollen in einem Themenheft der peer reviewten Online‐Zeitschrift “MedienPädagogik – Zeitschrift der Theorie und Praxis der Medienbildung” veröffentlicht werden.

 

Mein Einzelabstract:

„Lernergenerierte Contexte. Ökologiemodell von Aneignung, Konzept von Bildungsraum und Herausforderung für die Handlungsautonomie von Lernenden.“
(Dr. Judith Seipold, London Mobile Learning Group, Schweiz)

Um personalisiertes und selbstgesteuertes Lernen mit digitalen Technologien zu planen und zu analysieren, wurde der „Ecology of Resources framework“ (Luckin, 2010) entwickelt. Demnach konstruieren Lernende Contexte (sog. Lernergenerierte Contexte), indem sie in aushandelnder und konversationsgeprägter Interaktion ihren zielgerichteten Lernprozess und ihre Lernumgebung mit den aktuell verfügbaren Ressourcen aktiv gestalten. Für die deutschsprachige Medienpädagogik bietet dieses Konzept die Chance, Lern‐ und Bildungsräume weiter zu fassen und damit einhergehend Aspekte für Lernen zu berücksichtigen, die in Zusammenhang mit Aneignung und Subjektivität stehen. So öffnet sich ein buntes Feld an Mechanismen, Dimensionen und Perspektiven, die Relevanz für ein erweitertes Verständnis von Lernen haben. Kritisch zu diskutieren ist dabei jedoch u.a.: (1) Die Eignung des „Ecology of Resources framework“ und seiner Erweiterung, dem „Ökologiemodell von Aneignung“ (Seipold, 2014), zur Durchdringung von Phänomenen wie dem Mobilen Lernen; (2) Die Systematisierung von Lernergenerierten Contexten, um personalisierte und subjektiv sinnstiftende Lerninfrastruktur und Lernprozesse reproduzierbar, übertragbar und nachhaltig zu gestalten; (3) Die konzeptionelle Verortung einer Medienpädagogik, die bereits seit weit mehr als 30 Jahren den „agentive turn“ vollzogen hat, zwischen Handlung und Struktur bei der Fokussierung auf Lernende und ihre Handlungskompetenzen und ‐optionen.

Tandempartner (Moderation): Prof. Dr. Theo Hug, Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Medienpädagogik und Kommunikationskultur, Institut für psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung, Leopold‐Franzens‐Universität Innsbruck, Österreich

Eingereicht: Lernergenerierte Contexte. Planungs- und Analysemodell für personalisiertes und selbstgesteuertes Lernen und Wegbereiter für ein “Ökologiemodell von Lernen als Aneignung”.

Kürzlich habe ich einen Beitrag für das Jahrbuch Medienpädagogik eingereicht, das an die Herbsttagung der Sektion Medienpädagogik in der DGfE (#mpdgfe14; 13. und 14. November 2014 an der Universität Augsburg) anschließt. Herausgegeben wird es u.a. von Kerstin Mayrberger als Tagungsveranstalterin und soll 2016 erscheinen.

Titel meines eingereichten Beitrags ist “Lernergenerierte Contexte. Planungs- und Analysemodell für personalisiertes und selbstgesteuertes Lernen und Wegbereiter für ein “Ökologiemodell von Lernen als Aneignung”.” Der Vortrag dazu ist auf Slideshare verfügbar, das Abstract zum Vortrag auf der Tagungswebsite, das Abstract zum Text findet sich im Folgenden.

 

Abstract:
Lernergenerierte Contexte (LGC) können als Persönliche Lernumgebungen (PLE) verstanden werden, die jedoch nicht wie das PLE-Konzept in seinem Ursprung auf eine technologische Lerninfrastruktur ausgerichtet ist. Vielmehr steht hinter dem Konzept der LGC die Idee des personalisierten und selbstgesteuerten Lernens mithilfe aktuell verfügbarer Ressourcen – und das beinhaltet neben Technologien auch alle anderen nur erdenklichen Arten von Ressourcen, angefangen bei den Handlungskompetenzen und Aneignungsmechanismen der Lerner_innen über ihre Lerninfrastruktur bis hin zu anderen Menschen und Informationsquellen, die für Lernen verfügbar sind und als relevant erachtet werden. Relevanzrahmen sind dabei im Spannungsfeld zwischen den Anforderungen der Bildungseinrichtungen und den Perspektiven und dem Vermögen der Lerner_innen anzusiedeln, was dem Context-Konzept aus medienpädagogischer Sicht eine ungewöhnliche und gleichzeitig perspektivenreiche Ausgangsposition verleiht: In seiner ursprünglichen Form (Luckin 2010) dient das Context-Konzept als Planungs- und Analyserahmen zum personalisierten und selbstgesteuerten Lernen innerhalb formalisierter Lernstrukturen; in seiner Erweiterung (Seipold 2014a, 2014b, 2014c, 2014d) wird es zu einem „Ökologiemodell von Lernen als Aneignung“ und bietet damit die Möglichkeit, institutionalisiertes Lernen um Aspekte zu erweitern, die Lernen subjektiv sinnstiftend machen und so die Contextkonstruktion im Spannungsfeld von Lerner_innen, Interaktion, Subjektivität, Strukturen und Ressourcen positionieren. Damit steht nicht nur ein verschultes Verständnis von Lernen zur Diskussion, sondern es ließen sich auch Fragen zur Nachhaltigkeit beim Lernen, zu einer auf Technologien ausgerichteten Ressourcenorientierung beim Technology Enhanced Learning oder zur Relevanz von Konzepten wie Medienkompetenz und Medienbildung diskutieren.

Vortrag und Workshop auf dem DAAD Lektoren-Seminar

Vom 27.-31. Mai 2015 fand das jährliche Seminar der DAAD-Lektoren in Frankreich im schönen La Bégude-de-Mazenc nahe Montélimar statt. Eingeladen war ich, um einen der beiden Eröffnungsvorträge zu halten und einen Workshop zum Mobilen Lernen zu geben. Die Folien für Vortrag und Workshop finden sich auf Slideshare, eine Folie mit den Titeln der von den Teilnehmer_innen selbst geplanten Szenarien ist ebenfalls verfügbar.

 

* Foto aus dem Workshop der Kollegin Dr. Antje Dohrn

Proposal for a Round Table at ECER 2015 in Budapest accepted

Our proposal for a Round Table at the ECER 2015 conference in Budapest was accepted for Network 6 ‘Open Learning: Media, Environments and Cultures’.

Colleagues involved

  • Judith Seipold (convenor), London Mobile Learning Group (LMLG), CH
  • Norbert Pachler, UCL Institute of Education, University College London, UK
  • Klaus Rummler, Zurich University of Teacher Education (PH Zürich), CH
  • Ben Bachmair, formerly Universität Kassel, DE
  • Maria Ranieri, Università degli Studi di Firenze, IT
  • Keith Turvey, University of Brighton, UK

 

Title

Mobile Learning: Learning Across Contexts – Learning In Transition.

 

Abstract

Mobile learning as a global phenomenon is considered to offer new opportunities for teaching and learning as mobile technologies can be used inter alia to realise personalised and learner centred approaches (see e.g. Sharples, Corlett, and Westmancott, 2001), to find ways to include learners who are at a distance to formal education (see e.g. Pachler, Bachmair, and Cook, 2010), to realise collaborative and networked learning formats (see e.g. Traxler, 2010), to address topics that are related to ethical dimensions in educational contexts (see e.g. Wishart, 2011) etc. This is why some advocates of mobile learning argue it is (a pathfinder for) ‘new’ and ‘future’ learning. However, the question arises why this shift in the belief that learning changes significantly through the use of mobile technologies? What is actually behind populist assumptions such as ‘new’ and ‘future’ learning? In what way does or is learning changing – and what can research, theory, practice and politics contribute and learn from this change?
The round table will adopt a dialogic approach with presenters engaging participants in a critical discussion around topics such as ‘innovation’ and, related to it, the ‘transformation’ of learning that is inherent in the affordances and use of mobile technologies in educational contexts. The round table will discuss mobile learning as agentive and meaningful activity and cultural practice rather than adopt a techno-centric perspective. Impulses for innovation and transformation in learning through mobile learning will be explored as well as differences and commonalities across different European countries; there will also be a consideration of structural limits confronting mobile learning.
The round table will frame learners as drivers of innovation and transformation of learning, and their agency and their cultural practices will be in the foreground. It will also give attention: to structures that are relevant for learners in their learning, appropriation and meaning-making processes; to the educational system that has to react to mobile learning practice in order to ensure sustainability; and to learning theory, practice and methodological implications.
Specific reference will be made to: to participatory narrative methodology (Turvey, 2014); ‘problem spaces’ (Turvey & Pachler, forthcoming); learner generated contexts (Seipold, 2014); contextual learning (Bachmair & Pachler, 2015); social justice as institutional prerequisites within life accomplishment and together with the recognition of difference (Bachmair, forthcoming); mobile storytelling (Ranieri, 2015); consequences for learning and policy development (Seipold, 2012); and to implications for teacher education and teachers’ perspective on mobile learning (Maurer & Rummler, 2014; Turvey, 2014).
Relevant framing questions for discussion at the round table are:

Agency and structures

  • What is the role of learner activity in transformation?
  • What is the relationship between learner agency and structures?

Places and contexts

  • Under which conditions is this merging of contexts fruitful for learning? When is it disruptive?

Benefits and limits

  • What are the benefits of mobile technologies and their affordances for learners, teachers, and the education system?

Role of teachers and learners

  • What are the consequences for the roles of learners and teachers?

Policy, educational system and teacher education

  • What does learner centring mean for institutional learning?
  • What is the impact of the introduction of mobile technologies on educational structures?
  • What systemic action is needed to ensure sustainable structures and approaches?
  • What are the implications for teacher education?

Research and interdisciplinarity

  • What are the relative contributions of different scientific disciplines?

 

Date, time and place

Will be available by the beginning of July.

 

Presentation “The ‘Network for Mobile Learning Scenarios’. A network for developing and distributing mobile learning practice.”

On Monday, February 23rd, 2015, I held a presentation as part of our LMLG Workshop at UNESCO Mobile Learning Week. Focus was on our “Network for Mobile Learning Scenarios”, our public “Mobile Learning Scenarios Weblog” and our perspective on school development.

My slides are available here.
Further information about the event and our workshop can be accessed via this blogpost.

Public Mobile Learning Scenarios Weblog now on-line

This week, we launched our “Mobile Learning Scenarios Weblog” (hosted by the LMLG, and part of the “Network for Mobile Learning Scenarios”). People interested in letting teachers, researchers and policy makers know about their mobile learning practice in formal and informal learning contexts are invited to submit their scenarios. Please spread the word!

As the page is quite new and we just started to submit content, the number of scenarios is still low. However, we hope to get submissions soon and will be able to provide a rich resource for people interested in mobile learning practice.

For practitioners who want to realise mobile learning, but need a bit support are invited to use our template for planning and evaluating mobile learning scenarios. It is available in English and German language.

 

Interested in the aims of the Scenarios Weblog? This is what I copied from the page:

“The Network for Mobile Learning Scenarios, which is a sub-network of The London Mobile Learning Group (LMLG; www.londonmobilelearning.net), offers this page aiming to provide a rich resource of mobile learning practice for teachers, researchers, and policy makers.
For the Network, mobile learning is centred on the use of handheld technologies, such as Smartphones, iPods, tablet computers and the functions or apps utilized on these devices to augment and enhance learning objectives and activities. Mobile learning is, especially, the use of these devices beyond the classroom taking learning into the wider landscape, engaging with cultural and social institutions, field studies, networks or experts, as well as considering mobile technologies as part of users’ lifestyle choices and for media consumption, different social contexts and milieus in which people are learning, and the different demands of educational institutions and their policies.
The aim of the ‘Network for Mobile Learning Scenarios’ is to provide perspectives for the implementation of mobile technologies in teaching and learning contexts, be they formal or informal, during school or leisure, at work or at university, by providing ‘scenarios’ for learning and teaching. In contrast to large-scale projects scenarios can be understood as modular units which are replicable, scalable and transferable and apply to the use in specific learning situations. Part of the Networks’s work is the Mobile Learning Scenarios blog that was created to publish examples of mobile learning in current educational practice. It was designed by a pan-European collective of academic researchers wishing to disseminate these examples (scenarios) as both support for teachers and institutions in varying educational contexts and levels and to stimulate further research. The Network embraces the opportunity and potential of mobile technology as the basis of a Community of Practice. As such, we encourage open participation. A strong community learns together by virtue of its activity, so we welcome submissions from practitioners to showcase their use of mobile technologies to enable understanding of the significant experiences, and affordances, of mobile learning. Submissions to the blog facilitate the opportunity to share projects from international practitioners at all levels. This in turn helps to generate feedback, debate and stimulates further research into the paradigms that these dynamic technologies represent.”

Einladung vom DAAD zur Lektor_innen-Fortbildung in Frankreich

Ende Mai werde ich auf Einladung des DAAD Paris in Montélimar, Südfrankreich für die in Frankreich tätigen DAAD-Lektorinnen und -Lektoren eine Keynote zur Theorie und Praxis des Mobilen Lernens halten und einen Workshop zum Mobilen Lernen anbieten. Details folgen.

Proposal for a Round Table at ECER 2015 in Budapest submitted

Together with colleagues from the wider LMLG circle I submitted a proposal for a round table to the ECER 2015 conference.
Title of the proposal is ‘Mobile Learning: Learning Across Contexts – Learning In Transition’.
Colleagues involved:

  • Norbert Pachler, UCL Institute of Education, University College London, UK
  • Klaus Rummler, Zurich University of Teacher Education (PH Zürich), Switzerland
  • Ben Bachmair, formerly Universität Kassel, DE
  • Maria Ranieri, Università degli Studi di Firenze, IT
  • Keith Turvey, University of Brighton, UK

Results will be available by the beginning of April. The abstract is available here, details re time and place will follow by the beginning of July.

Workshop at UNESCO Mobile Learning Week 2015 accepted

We were notified about the acceptance of our proposal for a workshop at the UNESCO Mobile Learning Week 2015 at the end of 2014. The workshop will be held by members of the London Mobile Learning Group (LMLG) in co-operation with colleagues from the we.learn.it project. Focus will be on ‘how mobile technology is being used to improve educational opportunities for women and girls around the world’. The workshop will take place in Paris on Monday, February 23rd, 2015, from 14:30 to 17:30.
I am going to present our ‘Network for Mobile Learning Scenarios’ @ LMLG, including our soon-to-come public ‘Mobile Learning Scenarios Weblog‘.
Colleagues involved:

  • Norbert Pachler, UCL IoE, UK
  • Anna-Kaarina Kairamo, Aalto University, Finland
  • Miko Laakso, Aalto University, Finland
  • Thomas Strasser, PH Wien, Austria
  • Carlos González-Sancho, OECD, France
  • Ben Bachmair, UCL IoE, UK

Nachtrag und Provisorium: Fragen und Antworten zu Lernergenerierten Contexten

Einige der Fragen, die im Anschluss an meinen Vortrag zu Lernergenerierten Contexten (LGC) auf der DGfE Medien Herbsttagung gestellt wurden, möchte ich an dieser Stelle noch einmal kurz zusammenfassen – ohne weitere Verweise auf Literatur (allfällige Referenzen finden sich in meinen Folien) und ohne eine tiefergehende Auseinandersetzung (jedenfalls nicht an dieser Stelle).

1. Warum wird zwischen Kontext und Context unterschieden?
Die Schreibweise Context habe ich bereits während meiner Arbeit zum Mobilen Lernen eingeführt, um das Konzept der Learner Generated Contexts von dem alltagssprachlichen Gebrauch des Wortes “Kontext” abzugrenzen. Also: Dort, wo mit Kontext Umgebung oder Zusammenhang gemeint ist, bleibt die Schreibweise Kontext bestehen. Dort, wo Kontext eindeutig dem theoretischen Rahmen der Contexts und User-generated Contexts bzw. Learner-generated Contexts zuzuordnen ist, wird die Schreibeweise Context eingeführt. Dies soll zum einen die Lesbarkeit und Verstehbarkeit erleichtern, zum anderen impliziert die Adaption der englischen Schreibweise, dass Context ein eigenständiges theoretisches und analytisches Modell darstellt.

2. Besteht in den aufgeführten Praxisbeispielen nicht eine deutliche Verbindung zum Konzept der “Communities of Practice”?
Mit dem Konzept der CoP kann bei der Einordnung der Beispiele durchaus gearbeitet werden – vor allem bei dem Parkours-Beispiel ist das möglich. Allerdings ist es aktuell nicht meine Absicht, im Rahmen der LGC mit Konzepten und Theorien von Lehren und Lernen zu arbeiten, die momentan prominent in der Diskussion kursieren. Es geht mir nicht in erster Linie um den Lernprozess, sonder um Context konstituierende Elemente und daran anknüpfend um ein erweitertes Verständnis von Lernen. Eine Anbindung an Konzepte wie CoP steht vermutlich erst für eine umfassendere Bearbeitung und Kontextualisierung der LGC an. Vor diesem Hintergrund habe ich für den Vortrag auch z.B. auf den Hinweis der Nähe des Context-Konzepts zu Vygotskys “Zone of Proximal Development” oder die “Soziokulturelle Ökologie Mobilen Lernens” zur Annäherung an Aneignungsprozesse verzichtet.

3. Wo bleiben bei meinem erweiterten Modell der LGC die von Luckin explizit aufgeführten Ressourcen knowledge & skills?
Luckins knowledge & skills gehen in meinem erweiterten Modell in den Kategorien “Ressourcen” und “Interaktion” auf. Auf eine eineindeutige Zuordnung konnte ich mich bislang nicht festlegen. Grund dafür: In der Context-Logik sind alle Elemente, die für Interaktion verfügbar sind, als Ressourcen zu betrachten, also auch knowledge und skills. Werden knowledge und skills dabei auch als z.B. Handlungskompetenz und kulturelle Praktiken konkretisiert, sind sie der Interaktion zuzuordnen.

4. Warum liegt der Fokus nicht stärker auf den Technologien?
Technologien sind in der Logik der LGC als Ressourcen im Lernprozess zu verstehen. Damit verlieren sie automatisch ihre Dominanz in der Argumentation und reihen sich neben anderen Ressourcen wie z.B. Konzepten, Kompetenzen, Umgebung, Wissen, anderen Menschen etc. ein. Gleichzeitig ist das auch erwünschter Effekt: (a) weil es mir bei dieser ersten Annäherung an das Thema um die kulturellen Praktiken, Handlungskompetenzen, Interaktion und eine Subjektzentrierung geht und (b) weil das erweiterte Modell der LGC als “Ökologiemodell von Aneignung” (so sehe und nenne ich es heute, möglicherweise werde ich im Laufe der Zeit Anpassungen vornehmen) den Ressourcen – also auch den Technologien und Medien – das gleiche Gewicht zugesteht wie Strukturen, Interaktion und Subjektivität.

5. Ist die “Macht der Technologien” im erweiterten LGC-Modell nicht unterschätzt?
Möglicherweise ja. Vor allem im erweiterten LGC-Modell besteht die Annahme von hochgradig handlungsorientierten, gestaltungsorientierten und autonomen Lernenden. Damit wird ihnen im Sinne der Dualität von Handlung und Struktur zugestanden, sich nicht nur in vorgegebenen Strukturen im Sinne der Strukturen zu bewegen, sondern Strukturen im Rahmen von subjektiven Sinnperspektiven auch zu verändern oder Strukturen neu zu gestalten. Den Lernenden ist dabei ein gewisses Maß an Medienkompetenz (im Sinne von Handlungskompetenz) zugestanden. Also: Die Macht der Technologien ist nur so groß, wie der Lernende sie werden lässt. An dieser Stelle wäre es sicherlich notwendig, das Verhältnis Handlung – Struktur mit Blick auf An- oder Abwesenheit von Medienkompetenz zu diskutieren. Unter der aktuellen Sichtweise jedoch wären es vermutlich die Möglichkeiten der Lernenden zu interagieren, die das Verhältnis der Lernenden zur Technologie als prekär oder eben nicht prekär definiert. Hier wird deutlich, dass ich noch eine starke Verkürzung vornehme, die der Dualität von Handlung und Struktur nicht gerecht wird, indem ich stark subjektbezogen argumentiere. Im Rahmen weiterer Überlegungen muss hier präzisiert werden.

6. Ist die Benennung “Lerner”generiert vor dem Hintergrund des potenziell informellen Charakters von LGC angemessen?
Aus meiner Perspektive ja. Da es mein Anliegen ist, mit dem erweiterten Konzept der LGC darauf hinzuweisen, dass Lernen mehr ist als ein verschultes, bewertendes und leistungsmessendes Verständnis von Lernen, würde ich gerne bei “Lernergeneriert” bleiben und nicht etwa zu “subjektgenerierten Contexten” wie hier vorgeschlagen wechseln wollen. Es hat also zunächst mit awareness raising zu tun. Den “Lerner” jedoch wollte ich gerne als über Facetten des User-Seins plus des Subjekt-Seins plus des Experte-Seins plus des Guerilla-Gärtner-Sein plus … konstituiert verstanden wissen.

7. Wie können Technologien konkret zur Contextgestaltung beitragen?
Contextkonstruktion funktioniert über die Interaktion von Lernenden in bestimmten Situationen mit bestimmten Ressourcen zur Verfolgung eines bestimmten Ziels. Technologien sind dabei Teil des Pools von Ressourcen, die für die Interaktion zur Verfügung stehen. Auf welche der verfügbaren Ressourcen die Lernenden zurückgreifen, ist ihrer subjektiv sinnstiftenden Perspektive und ihren Möglichkeiten geschuldet. Die Interaktion (in Zusammenspiel mit Aspekten von Subjektivität und den Strukturen) ist es also, die die Verwendung der Technologien bestimmt. Entsprechend gilt: Welchen Beitrag die Technologien bei der Contextkonstruktion leisten, ist im Rahmen des erweiterten Contextmodells im Zusammenspiel mit Strukturen, Interaktion und Subjektivität zu sehen.

8. Ist das Konzept der LGC nicht als Erweiterung von PLEs zu verstehen?
Das kann man so sehen. Gedacht ist das ursprüngliche Konzept der LGC als Modell zur Planung von personalisierten Lernumgebungen im computerunterstützten Schulunterricht. Somit sind Parallelen zu PLEs deutlich. Dennoch: In seiner Erweiterung soll das Modell der LGC eher als ein “Ökologiemodell von Aneignung” dienen. Dabei möchte ich mich im Augenblick noch nicht von bereits bestehenden Fachdiskussionen wie der zu PLEs beeinflussen lassen und argumentativ abhängig machen; dazu wird es später kommen. Zunächst stehen die Lernenden im Zentrum und konstruieren aktiv ihre Lern-, Aneignungs- oder Bildungscontexte unter Rückgriff auf Aspekte ihrer Subjektivität, auf Ressourcen (dazu gehören eben auch Technologien und Medien), mittels Interaktion und vor dem Hintergrund von Strukturen.

9. Wie steht es um die Institutionalisierung von Contexten?
LGC sind immer selbst geschaffene Contexte und immer sehr spezifische Contexte. Spezifisch, da sie an sich lediglich einmal genau so konstruiert werden können. Denn das, was ein Context ist (wo beginnt er, wo endet er?) ist diffus. Und das, was innerhalb von Contexten entsteht, ist immer sofort als Ressource verfügbar (z.B. Gegenstände, Konzepte, Wissen) – wobei auch zu bedenken ist, dass während der Interaktion eine Weiterentwicklung von z.B. Fähigkeiten und Fertigkeiten stattfinden kann, was wiederum Interaktion ermöglichen kann, die einige Zeit vorher so nicht möglich gewesen wäre. Usw. Die Frage nach der Reproduzierbarkeit, Skalierbarkeit und Übertragbarleit von LGC stellt sich also als große Herausforderung dar. Vor allem, wenn sie in Zusammenhang mit Nachhaltigkeit im Sinne schulischer Kategorien gestellt wird. Luckin und Kollegen haben dazu eine Liste mit statischen und dynamischen Elementen erarbeitet, die genau diese Übertragbarkeit ermöglichen soll.

Noch Fragen offen?
Vielleicht werden ja einige in dem kurzen Text beantwortet, den ich im Tagungsband der GMW14 veröffentlicht habe. Hier geht es zur kostenlosen pdf-Version.

Copyright © judith seipold 2015 | theme by freshface