Unter App-Musikern mit einem Kurs zum Mobilen Lernen in der Kulturellen Bildung.

Vom 22.-26. Mai war ich Teil des Dozent_innenteams des BMBF-geförderten Weiterbildungsangebotes “Zertifikatskurs tAPP – Musik mit Apps in der Kulturellen Bildung“. Entwickelt wurde die berufsbegleitende Weiterbildung für Musiker_innen von der Forschungsstelle App-Musik an der Universität der Künste Berlin in Kooperation mit der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel. Während fünf Tagen habe ich also zusammen mit ca. 15 Musiker_innen in Wolfenbüttel zum Mobilen Lernen und App-Musik gearbeitet und dort eine spannende Zeit gehabt. Heute wurde mein Blogbeitrag zu dieser Phase im tAPP-Blog veröffentlicht. Auch wenn ich ihn im Folgenden parallel veröffentliche, empfehle ich dringend, einen Blick auf tAPP-Website und tAPP-Blog zu werfen. Tolle Sache das!

 

Mobiles Lernen verstehen, planen und kritisieren. Potenzial, Herausforderungen und Visionen für kulturelle Bildungsangebote.

Während der dritten fünftägigen Phase des Zertifikatskurses tAPP in Wolfenbüttel Ende Mai 2016 haben Teilnehmer_innen und Dozenten_innen viel geplant, gelernt, unterrichtet, geprobt und reflektiert. Hier steht zusammengefasst, welche Lernerfolge, Herausforderungen, Lösungen und Motivationen sich dabei aus Sicht des Schwerpunktes „Mobiles Lernen“, den ich inhaltlich betreut habe, herauskristallisiert haben.

Mobiles Lernen schwer gemacht

Mobiles Lernen ist Lernen mit tragbaren digitalen Technologien. Ja, aber: Nein. Auch. Also was?
In meinem Mobile-Learning-Pflichtkurs haben wir Praxis, Theorie und Didaktik des Mobilen Lernens kritisch beleuchtet und versucht, zentrale Bereiche der M-Learning-Diskussion an Kulturelle Bildung und das Musizieren mit Apps anzubinden. Um die Frontalanteile aufzulockern, habe ich die drei Input-Teile meines Kurses jeweils mit der Frage abgeschlossen, was Mobiles Lernen ist. Während die Antworten der Teilnehmer_innen zu Beginn des Kurses noch stark auf Technologien und Mobilität fokussiert waren („Technik“, „Lernen in Wald“), hat sich das Bild am Ende des Seminars sehr viel differenzierter dargestellt („Alltagsbezug“, „situationsangemessen“, „Lernvielfalt“).

Fragen gestellt und beantwortet 1: Was ist Mobiles Lernen?

Technik ∙ Bewegung ∙ ständige Verfügbarkeit ∙ Nachhaltigkeit ∙ Fehlende Kompetenz ∙ Viele Möglichkeiten ∙ Viel Skepsis ∙ Privatsphäre ∙ Setting ∙ Kritische Auseinandersetzung ∙ Technikkompetenz ∙ Überforderung ∙ kontextorientiert ∙ mehr als mobile Geräte ∙ Praxis vor einem fachlichen Diskurs systematisiert ∙ top-down, bottom-up, affordance ∙ situationsangemessen ∙ Zeitgemäßes Lernen mit aktuell verfügbaren Technologien ∙ Soziale kulturelle gesellschaftliche Rahmen ∙ Lernen überall ∙ Lernen außerhalb der Schule ∙ Lernen im Wald ∙ ungezwungenes Lernen ∙ selbstverständliches Lernen ∙ Lernen in Alltagswelt der Menschen integriert ∙ Lernvielfalt ∙ Vermischung von Schule und Alltag ∙ Ressourcen ∙ Auf Kompetenzen und Wissen der Lerner aufbauen ∙ Konvergenz ∙ Verfügbarkeit von Lerninhalten ∙ schnelles Produzieren ∙ Situatives, spontanes, bedarfsorientiertes Lernen ∙ allgegenwärtiges Lernen ∙ Kontext rules! ∙ gekoppelt an Kommunikation ∙ Brücke zum Alltag ∙ Lebenswelten verstehen ∙ am Zahn der Zeit bleiben

Soweit und so knapp zu den Ergebnissen aus dem Pflichtkurs „Mobiles Lernen verstehen, planen und kritisieren. Potenzial, Herausforderungen und Visionen für kulturelle Bildungsangebote.“ Wichtig war mir – um das noch einmal kurz zusammenzufassen – dass die Teilnehmer_innen ein Verständnis für die Komplexität, Vielfalt, Möglichkeiten und Widersprüche entwickeln, die Mobiles Lernen bedeutet. Und das ist den Teilnehmer_innen in meinen Augen gelungen.

Mobiles Lernen praktisch umgesetzt

Die Organisatoren haben den Kursteilnehmer_innen die Aufgabe gestellt, Lernen mit Apps in einer benachbarten Schule umzusetzen. Zur Vorbereitung war am Sonntag und Montag Zeit, die Durchführung stand für den Dienstagvormittag auf dem Plan.

Aufgabe

Die Gruppe, die ich betreut habe, sollte eine Unterrichtsstunde zur Zwölftonmusik mit Apps gestalten. Das Setting:

  • Zeitrahmen für den Unterricht: 90 Minuten;
  • Schüler_innen: 10. Klasse;
  • Fächerbezug: Musikunterricht;
  • Thema: Zwölftonmusik am Beispiel von Arnold Schönbergs „Ein Überlebender aus Warschau“;
  • Ziel: Produktion von App-Musik.
Unterrichtsstunde zur Zwölftonmusik. Arbeitsgeräte für die Gruppenarbeit vorbereitet (Foto: Judith Seipold). Unterrichtsstunde zur Zwölftonmusik. Arbeitsgeräte für die Gruppenarbeit vorbereitet (Foto: Judith Seipold).

Unterrichtsphasen

Als die 5 Phasen der Unterrichteinheit zur Zwölftonmusik konnte ich im Vorfeld der Reflexion folgende ausmachen:

  1. Initiale Phase
  2. Aneignungsphase
  3. Erarbeitungsphase
  4. Kompositionsphase
  5. Präsentationsphase

Schön wäre gewesen, an das Ende der Stunde eine Diskussions- und Reflexionsphase mit den Schüler_innen zu setzen, um ihre Eindrücke der Unterrichtsstunde zu sammeln und so über Ideen, wie Lernen funktioniert hat, hinauszugehen und eine Annäherung an Bildungsdimensionen zu erreichen. Das war aber aus Zeitgründen nicht mehr möglich.

Mobiles Lernen evaluiert

Nach Durchführung der Unterrichtseinheit kamen wir in den Gruppen zusammen, um die Schulstunden zu reflektieren. Dazu haben die Gruppen zusammen mit den Dozent_innen vorher ausgewählte Videovignetten (pro Phase 1 bis 3 Videovignetten) angesehen und Aspekte zu Lernen und Bildung kritisch eingeordnet. Ich habe mit den Gruppen Unterrichtsausschnitte mit Blick auf Mobiles Lernen untersucht.

Leitfragen und Kategorien

Leitfragen zur Reflexion waren „Wie lief Lernen ab? Beobachtungen & Fakten.“ (deskriptiv) und „Wie lief Lehren ab? Erkenntnisse & Kritik.“ (interpretativ). Reflexionskategorien, die zur Systematisierung des Brainstormings dienten, umfassten Lehren, Lernen, didaktische Aspekte und Ressourcen:

  • Schüler_innen
  • Lehrer_innen
  • Didaktik
    • Vorbereitung und Organisation von Lehren und Lernen, inkl. Infrastruktur
  • Ressourcen
    • Informationen, Technologien, Lernprodukte
  • Sonstiges
    • Positives, Negatives

Unter „Sonstiges“ haben wir prägnante positive und negative Aspekte abgehandelt, die Grundlage für Tipps und Handlungsanleitungen für kommende App-Musik-Unterrichtsstunden bildeten.

Wie lief Lernen ab?

Schüler_innen:
Während wir uns der Frage nach dem Lernen beschreibend näherten, wurde deutlich, dass die Schüler_innen sehr selbstorganisiert mit der Aufgabenstellung umgegangen sind. Sie haben ihre Fragestellung konkretisiert, haben ausgehandelt, worauf der Fokus ihrer Komposition liegen sollte, wo Geräusche gesucht wurden und wer wann die Technik bedienen sollte, haben sich die Technik teils spielerisch angeeignet, sich teils instruieren lassen, haben ihre Materialien gesammelt, geordnet, ausgewählt, neu zusammengestellt und ihre Kompositionen in den Abschlusspräsentationen sehr strukturiert und erläuternd vorgetragen. Wie vielfältig, konversationsbasiert und explorativ das Lernen war, macht die Auflistung der zusammengetragenen Stichworte weiter unten deutlich.

Lehrer_innen:
Die Lehrer_innen haben die Unterrichtseinheit frontal und instruierend eingeleitet und wurden dann während des weiteren Verlaufs immer mehr zu Berater_innen und Begleiter_innen, die den Schüler_innen unterstützend zur Seite standen, wenn sie benötigt wurden. Meist geschah dies zur Beseitigung technischer Probleme oder um die Meinung der Lehrer_innen zu Geräuschen oder Kompositionen einzuholen.

Didaktik:
Eröffnet wurde die Stunde mit einem Frontalanteil, danach erfolgte der Einstieg in die Gruppenarbeit. Den Hauptanteil der Unterrichtsstunde nahm offenes Arbeiten in selbst gewählten Gruppenstärken ein, in denen selbständiges Arbeiten und Lernen gefordert war. Den Abschluss bildeten die Präsentationen der Kompositionen der einzelnen Gruppen.

Ressourcen:
Zur Verfügung standen die Handys der Schüler_innen, Internetzugang, iPads, Mischpulte, Kopfhörer, Lautsprecher, Adapter, Kabel und Musikapps ebenso wie Papier, Stifte, Musikinstrumente – und nicht zu vergessen Alltagsgegenstände, die zur Herstellung von Geräuschen dienten. Die iPads und Apps wurden sehr selbstverständlich genutzt und nahmen keine störend dominante Position in dem Lehr-Lern-Arrangement ein.

Unterrichtsstunde zur Zwölftonmusik. Schüler_innen arbeiten selbstorganisiert. (Foto: tAPP; Snapshots aus dem Videomaterial zur Unterrichtsstunde Zwölftonmusik) Unterrichtsstunde zur Zwölftonmusik. Schüler_innen arbeiten selbstorganisiert. (Foto: tAPP; Snapshots aus dem Videomaterial zur Unterrichtsstunde Zwölftonmusik)

Fragen gestellt und beantwortet 2: Wie lief Lernen ab? Beobachtungen & Fakten.

Schüler_innen: brainstormen ∙ überlegen ∙  diskutieren ∙ recherchieren ∙ sammeln ∙ ordnen ∙ formulieren ∙ moderieren ∙ führen ein ∙ praktizieren Gruppenarbeit ∙ realisieren Selbstbildungsprozesse ∙ wirken ruhig ∙ probieren aus ∙ spielerisch ∙ instruiert ∙ arbeiten lehrerunabhängig ∙ explorativ ∙ selbständig ∙ frei ∙ zusammen ∙ learning-by-doing ∙ hands-on ∙ lernen instrumentell ∙ komponieren ∙ lernen systematisch ∙ stecken Ziele selbst ∙ lernen konzentriert ∙ bunt ∙ laut ∙ aushandelnd ∙ revidierend ∙ musizieren gemeinsam ∙ probieren gemeinsam aus ∙ „Alle dürfen mal touchen“ ∙ erstellen Ressourcen ∙ beschreiben ∙ erklären ∙ inszenieren ∙ performen

Lehrer_innen: begleiten ∙ geben Tipps zur Arbeit mit den Apps ∙ Einzelteaching ∙ Teamteaching ∙ ordnen ∙ strukturieren ∙ leiten an während Kompositionsphase (als schwierigste Phase empfunden) ∙ geben feedback ∙ Reflexion ∙ Technikberater auf Abruf

Didaktik: Frontalanteil zum Einstieg ∙ Offenes Arbeiten mit Lehrer_innenbegleitung in den Hauptteilen ∙ Gruppenarbeit ∙ Exkursion ∙ Selbsterfahrung ermöglicht ∙ unterschiedliche Lehrerrollen

Ressourcen: Handy ∙ Internet ∙ Tablets ∙ Apps ∙ Papier & Stift ∙ Musikinstrumente ∙ Alltagsgegenstände ∙ Geräusche

Wie lief Lehren ab?

Die Fokussierung auf das Lehren, die Rolle der Lehrer_innen, die Organisation von Lehren und Lernen und die Infrastruktur hat es den Teilnehmer_innen erlaubt, abschließend gelungene und weniger gelungene Bereiche bei der Unterrichtsplanung und -durchführung ausfindig zu machen. Während die Initiierung von selbständiger Gruppenarbeit und demokratischen Gruppen- und Selbstbildungsprozessen, die Rolle der Lehrer_innen als Begleiter_innen sowie die Begrüßung im Plenum und das Kennenlernen in den Arbeitsgruppen als gelungen empfunden wurden, wurden vor allem die Lehrer_innenrolle, das professionelle Selbstverständnis sowie die Relevanz des Ermöglichens von Teilhabe und gleichberechtigten Lern- und Bildungsprozessen kritisiert und hinterfragt.

Unterrichtsstunde zur Zwölftonmusik. Lehrer_innen als Berater. (Foto: tAPP; Snapshot aus dem Videomaterial zur Unterrichtsstunde Zwölftonmusik) Unterrichtsstunde zur Zwölftonmusik. Lehrer_innen als Berater. (Foto: tAPP; Snapshot aus dem Videomaterial zur Unterrichtsstunde Zwölftonmusik)

Fragen gestellt und beantwortet 3: Wie lief Lehren ab? Erkenntnisse & Kritik. Positives.

Schüler_innen: sehr offen und engagiert > leichtes Arbeiten ∙ Demokratische Gruppenprozesse ∙ Soziales Lernen

Lehrer_innen: A.‘s Moderation

Didaktik: „Aufwärmen“ in Gruppen gelungener Einstieg

Fragen gestellt und beantwortet 4: Wie lief Lehren ab? Erkenntnisse & Kritik. Negatives.

Schüler_innen: Kamerafixierung der Schüler_innen ∙ Präsentationen wirken steif und abgefragt

Lehrer_innen: Körpersprache / Unsicherheit in der Körpersprache ∙ Gesichtsausdruck eigene Gefühlswelt ∙ Professionalität ∙ Selbstverständnis als Einzelperson ∙ Selbstverständnis als Lehrer_innenteam

Didaktik: Technische Anordnung abklären ∙ Materialbedarf im Vorfeld abklären ∙ Ende (Präsentationen) mehrfach verschoben ∙ Keine Pause ∙ Nächste Klasse vor Ende im Raum ∙ Nicht funktionierende Teilhabe ∙ Planungsunsicherheit ∙ bereits behandelte Themen ∙ nicht behandelte Themen ∙ Zum Einstieg viel Geschichtsthematik anstatt Musikbezug ∙ Techniksetting nicht kurzfristig ändern

Tipps & Tricks

Die Kritik der Teilnehmer_innen konnten am Ende der Reflexionsphase in konkrete Hinweise und Handlungsanleitungen zur Unterrichtsplanung und -durchführung überführt werden. Auch hier ging es im Wesentlichen um die Einschätzung der eigenen Rolle den Schüler_innen gegenüber und Möglichkeiten, allen Schüler_innen gleichermaßen Partizipation zu ermöglichen, aber auch infrastrukturelle und organisatorische Aspekte wurden als relevant thematisiert.

Unterrichtsstunde zur Zwölftonmusik. „Home base“ der Arbeitsgruppen. (Foto: Judith Seipold) Unterrichtsstunde zur Zwölftonmusik. „Home base“ der Arbeitsgruppen. (Foto: Judith Seipold)

 

Unterrichtsstunde zur Zwölftonmusik. „Home base“ der Arbeitsgruppen. (Foto: Judith Seipold) Unterrichtsstunde zur Zwölftonmusik. „Home base“ der Arbeitsgruppen. (Foto: Judith Seipold)

 

Unterrichtsstunde zur Zwölftonmusik. „Home base“ der Arbeitsgruppen. (Foto: Judith Seipold) Unterrichtsstunde zur Zwölftonmusik. „Home base“ der Arbeitsgruppen. (Foto: Judith Seipold)

Fragen gestellt und beantwortet 5: Welche Hinweise und Handlungsanleitungen für Unterrichtsplanung und -durchführung von App-Lernen gebt Ihr den anderen Gruppen?

Didaktik: Lehrerrolle: Eigene Motivation überdenken ∙ Anleiten im Sitzen oder im Stehen? ∙ Sensibilität für Gruppenprozesse/Gruppenverhalten entwickeln ∙ Partizipation und Teilhabe ermöglichen ∙ Auf Körperhaltung achten ∙ Auf die Beziehung Lehrer_innen – Schüler_innen achten

Setting: An Sitzordnung arbeiten ∙ Gruppen räumlich entzerren ∙ Arbeitsplatzorganisation

Lernen initiieren: Andere Lernkanäle mit benutzen ∙ Eingangs gleiche Ausgangsbasis (Wissensbasis) für den Umgang mit der Technik schaffen (Technikmuffel – Experten; Lehrer – Schüler; Jungen – Mädchen)

Positiv hervorzuheben: Rolle als Begleiter_in gut umgesetzt ∙ Team im Blick

Think mobile! Zwei Mobile Statements zum Schluss.

„Mobiles Lernen schwer gemacht“ soll nicht demotivieren. Im Gegenteil: Mobiles Lernen muss in der Praxis nicht immer aus komplexen Lehr- und Lernarrangements bestehen oder als groß angelegtes Projekt mit langfristiger Laufzeit konzipiert sein. Wie wir in dieser tAPP-Phase gesehen haben, kann auch eine Musik-Doppelstunde erfolgreiches Mobiles Lernen ermöglichen. Wie dem auch sei: Mobiles Lernen nicht nur als Hype zu feiern sondern auch einmal kritisch an Praxis und Theorie heranzugehen, schadet nicht. Im Gegenteil: Es hilft, die Facetten des Mobilen Lernens zu verstehen und es so auch über den Hype-Status hinaus langfristig und nachhaltig zu gestalten und anzulegen. In diesem Sinne noch zwei Statements zum Abschluss dieses Beitrags:

Gegen die „Zwanghafte Versinnvollung von Technologie und Software“

Also: Wählen zwischen drei Ansätzen bei der Implementierung von Mobiltechnologien in den Unterricht. Auch gerne einmal auf die Technologien verzichten, anstatt sie zwanghaft auf Unterrichts-, Lehr- und Lernstrategien aufzusetzen. Und dabei bedenken, dass jeder der drei Ansätze unterschiedliche Perspektiven auf und Notwendigkeiten für Lernen, Lehren, Infrastruktur und organisatorische Dimensionen mit sich bringt.

Drei Ansätze zur Implementierung von Mobiltechnologien in den Unterricht (Seipold 2012). Drei Ansätze zur Implementierung von Mobiltechnologien in den Unterricht (Seipold 2012). Siehe auch hier.

Mobiles Lernen steht für zeitgemäßes Lehren und Lernen mit aktuell verfügbaren Technologien

Rückt die Diskussionen um „Wen oder was trage oder bewege ich wann warum wohin, um zu lernen?“ doch mal eben und auch fürs Erste bei Seite. In der Diskussion um Mobiles Lernen sollten solche Grundlagen eigentlich schon seit Jahren nicht mehr als revolutionäre Erkenntnisse herhalten müssen. Es geht doch bereits seit Mitte des letzten Jahrzehnts darum, wie sich Lernen verändern muss, um zeitgemäß zu sein. Dazu gehören neben analogen und digitalen Medien eben nicht nur selbstverständlich aktuelle und tragbare Technologien. Zentral ist, kollaboratives und personalisiertes Lernen durch die Öffnung hin zu Handlungskompetenzen, Kulturellen Praktiken, Strukturen, Ressourcen und Alltags- und Lebenswelt der Lerner_innen zu ermöglichen. Also: Strukturen, Handlungskompetenzen, Kulturelle Praktiken, Ressourcen und Subjektivität der Lerner_innen berücksichtigen und für Schule, Lernen und Bildungskontexte kultivieren. Bezugsfelder für zeitgemäßes Lernen? Das sind sie:

Erweitertes Modell der Lernergenerierten Contexte: Contextkonstruktion. Ein Ökologiemodell von Aneignung (Seipold 2014). Erweitertes Modell der Lernergenerierten Contexte: Contextkonstruktion. Ein Ökologiemodell von Aneignung (Seipold 2014).

 

(Wer sich für konkretere Ausführungen dazu interessiert: Hier ist die Liste meiner Vorträge und Veröffentlichungen zum Mobilen Lernen und Lernergenerierten Contexten.)

JSeipold_LGC_Poster_DGfE_2016-03-15_rot

Arbeitsgruppe und Vortrag “Lernergenerierte Contexte. Ökologiemodell von Aneignung, Konzept von Bildungsraum und Herausforderung für die Handlungsautonomie von Lernenden.” auf dem DGfE-Kongress 2016

Im vergangenen Jahr hatte ich bereits angekündigt, dass ich zusammen mit Kolleg_innen aus Köln und Zürich eine Arbeitsgruppe mit dem Titel “Bildungsräume weiter denken. Medienpädagogik und -didaktik in Zeiten veränderter Lern- und Bildungskulturen.” auf dem DGfE-Kongress in Kassel ausrichten werde. Details zur AG:

Titel: Bildungsräume weiter denken. Medienpädagogik und -didaktik in Zeiten veränderter Lern- und Bildungskulturen.
Datum: Dienstag, 15.03.2016
Uhrzeit: 14.00-16.30 Uhr
Ort: Arnold-Bode Straße 10, Raum 1214 (Lageplan)

Beteiligte Personen:

  • Sandra Aßmann (Organisatorin; Referentin)
  • Sandra Hofhues (Referentin)
  • Klaus Rummler (Referent)
  • Judith Seipold (convenor; Referentin)
  • Heidi Schelhowe (Tandempartnerin)
  • Ulrike Lucke (Tandempartnerin, Videobeitrag)
  • Norm Friesen (Tandempartner, Videobeitrag)
  • Theo Hug (Tandempartner)
  • Valentin Dander (Moderator)
  • Patrick Bettinger (Moderator)

Infos finden sich im Programmheft Seite 169 und hier.

Meine Präsentation mit dem Titel “Lernergenerierte Contexte. Ökologiemodell von Aneignung, Konzept von Bildungsraum und Herausforderung für die Handlungsautonomie von Lernenden.” findet sich hier, das Poster, das als Gedankenstütze während der Diskussion ausgehängt wird, kann hier als .pdf und .jpg herunterladen werden (und für mehr Farbe im tristen Konferenzvorbereitungsalltag: das Poster statt mit rotem mit blauem Hintergrund als .pdf und als .jpg).
Mein Tandempartner Theo Hug wird meinen Beitrag kritisch rahmen. Seine Stichwörter: Ökologiemodell(e); Kontextualisierung von Context und Kontext im Lichte kontextualistischer Überlegungen; Relation Kontext und Frames/Framing; learner generated und machine generated contexts; Relation transformative learning und (Medien-)Bildung.
Die Präsentationen der anderen Referent_innen werden im Anschluss an die AG über die Websites der einzelnen Beteiligten verfügbar sein.

Ebenfalls nach dem Kongress wird ein Call for Papers zum Thema erscheinen. Eine Ankündigung wird hier und auf www.medienpaed.com veröffentlicht.

Presentation at ECER Round Table “Mobile Learning: Learning Across Contexts – Learning In Transition”

As announced earlier this year, colleagues from the London Mobile Learning Group (LMLG) and I will host a Round Table at this year’s ECER conference, taking place in Budapest. These are our session details:

Session: 06 SES 04 A, Mobile Learning: Learning Across Contexts – Learning in Transition
Date: Wednesday, September 09, 2015
Time: 09:00-10:30 a.m.
Room: 104.Oktatóterem [C]

People involved:

  • Judith Seipold (convenor), London Mobile Learning Group (LMLG), CH
  • Norbert Pachler, UCL Institute of Education, University College London, UK
  • Klaus Rummler, Zurich University of Teacher Education (PH Zürich), CH
  • Maria Ranieri, Università degli Studi di Firenze, IT
  • Ben Bachmair, formerly Universität Kassel, DE
  • Keith Turvey, University of Brighton, UK
  • Chair: Theo Hug, University of Innsbruck, AT

Further information, including the official session description, can be accessed via the ECER website.

Handout, service slides and slides from all presenters of our RT can be accessed via the LMLG website. My slides and my video presentation (I will not be there in person) are available also via the preceding links.

Angenommen: Arbeitsgruppe auf dem DGfE‐Kongress 2016 in Kassel

Auf dem DGfE-Kongress in Kassel im März 2016 werden Sandra Aßmann (Köln), Sandra Hofhues (Köln), Klaus Rummler (Zürich) und ich eine Arbeitsgruppe anbieten, die den Titel “Bildungsräume weiter denken. Medienpädagogik und ‐didaktik in Zeiten veränderter Lern‐ und Bildungskulturen.” trägt. Zu dieser AG konnten wir Prof. Dr. Heidi Schelhowe (Bremen), Prof. Dr.‐Ing. habil. Ulrike Lucke (Potsdam), Norman Friesen (Vancouver) und Prof. Dr. Theo Hug (Innsbruck) als Tandempartner gewinnen. Sie werden unsere jeweiligen Beiträge moderieren und kritisch kommentieren.

Im Folgenden finden sich das Abstract für die AG und meinen Einzelbeitrag. Details werden in den kommenden Tagen in diesem Blogpost aktualisiert.

 

Abstract des Gesamtvorhabens:

Die Medienlandschaft hat sich mit der Ubiquität digitaler Technologien eklatant verändert. Dies hat Konsequenzen für Angebotsstrukturen und Nutzungsmöglichkeiten. Eine der zentralsten Entwicklungen ist die Erweiterung einer unidirektionalen Massenkommunikation nach dem Modell des Fernsehens zur partizipativen Verschränkung von Individual‐ und Massenkommunikation im Sinne des Web 2.0. Diese neue Struktur eröffnet vielschichtige Gestaltungspotenziale. Insbesondere Mobiltechnologien erlauben den Nutzer_innen, an jedem Ort und jederzeit auf Informationen, Netzwerke, Infrastrukturen sowie Unterhaltungs‐ und Konsumangebote zuzugreifen und auf sie einzuwirken. Diese neuen Angebots‐ und Nutzungsstrukturen bedeuten nicht nur für Medienanbietende ein großes marktwirtschaftliches Potenzial, sondern auch für Bildungseinrichtungen ergeben sich daraus vielfältige Chancen für Lehren und Lernen an der Schnittstelle von formalen und informellen Kontexten. Eine Reaktion darauf ist das „Mobile Lernen“ als die Nutzbarmachung der ständigen Verfügbarkeit unterschiedlicher Ressourcenarten in didaktisch aufbereiteter Form.
Mit dieser neuen Art der Ressourcenverfügbarkeit tun sich aber auch Problemlagen auf: Sie erstrecken sich aus Sicht der Bildungseinrichtungen auf die Finanzierung von Technologien und Infrastrukturen zum Lernen, auf rechtliche und ethische Dimensionen des Einsatzes von “tragbaren” Digitaltechnologien, auf Fragen der Aus‐ und Weiterbildung von Lehrpersonen, auf Nachhaltigkeit der Bildungsangebote, auf systematische Fragen der Implementierung u.v.m.. Auch aus Perspektive der Lernenden sind Veränderungen zu bedenken, denn für sie entstehen mit den neuen Medienstrukturen nicht nur Möglichkeiten, Lernumgebungen (Stichwort: PLE–Personal Learning Environments) und Lernprozesse selbst (Stichwort: personalisiertes Lernen) selbst und mit Blick auf Lebenslanges Lernen zu gestalten. Die Lernenden sind unter den veränderten Lernbedingungen auch gezwungen, sich als Gestalter_innen ihres Lernumfeldes neuen Verantwortlichkeiten zu stellen: So verantworten sie nicht mehr nur individuelle Lernerfolge oder individuelles Scheitern, sondern auch die Konstruktion ihrer Lernumgebung, die Kontexte des Lernens bis hin zur Auswahl der Lernobjekte.
Für eine medienpädagogische Auseinandersetzung mit diesem Komplex ergeben sich Herausforderungen auf theoretischer, methodischer und methodologischer Ebene. Die Arbeitsgruppe nähert sich diesen über die zentrale Frage:

Wie kann und muss eine sozial‐ und kulturtheoretisch ausgerichtete Medienpädagogik, die handlungsorientiert argumentiert, auf die Herausforderungen durch die Nutzung von digitalen (mobilen) Technologien in Lern‐ und Aneignungskontexten reagieren?

Konkret werden folgende Teilfragen in vier Impulsreferaten thematisiert:

  • Welche Theorien, Konzepte und Modelle, speziell Ökologiemodelle von Lernen und Bildung, greifen aus medienpädagogischer und ‐didaktischer Sicht bei der Beschreibung von Prozessen, die eine durch Medien und Technologien geprägte Lernkultur verändern?
  • Wie sind Lern‐ und Bildungsräume zu diskutieren, die sich aus den tradierten Bildern von Lernräumen weg, hin zu Personal Learning Environments (PLEs) und Lernergenerierten Contexten (LGCs) bewegen?
  • Welche Forschungsmethoden sind angemessen, um Nutzungsmuster und individuelle Lernpfade abzubilden, zu rekonstruieren und zu interpretieren?

Die Impulsreferate werden jeweils von einem/r Tandempartner_in moderiert. Im Anschluss an die 60‐minütige Vortragssitzung folgt eine einstündige Plenumsdiskussion. Den Abschluss bildet eine Zusammenfassung von 30 Minuten, in der die Ergebnisse rekapituliert und zur weiteren Bearbeitung aufbereitet werden. Vorträge und Ergebnisse der Arbeitsgruppe sollen in einem Themenheft der peer reviewten Online‐Zeitschrift “MedienPädagogik – Zeitschrift der Theorie und Praxis der Medienbildung” veröffentlicht werden.

 

Mein Einzelabstract:

„Lernergenerierte Contexte. Ökologiemodell von Aneignung, Konzept von Bildungsraum und Herausforderung für die Handlungsautonomie von Lernenden.“
(Dr. Judith Seipold, London Mobile Learning Group, Schweiz)

Um personalisiertes und selbstgesteuertes Lernen mit digitalen Technologien zu planen und zu analysieren, wurde der „Ecology of Resources framework“ (Luckin, 2010) entwickelt. Demnach konstruieren Lernende Contexte (sog. Lernergenerierte Contexte), indem sie in aushandelnder und konversationsgeprägter Interaktion ihren zielgerichteten Lernprozess und ihre Lernumgebung mit den aktuell verfügbaren Ressourcen aktiv gestalten. Für die deutschsprachige Medienpädagogik bietet dieses Konzept die Chance, Lern‐ und Bildungsräume weiter zu fassen und damit einhergehend Aspekte für Lernen zu berücksichtigen, die in Zusammenhang mit Aneignung und Subjektivität stehen. So öffnet sich ein buntes Feld an Mechanismen, Dimensionen und Perspektiven, die Relevanz für ein erweitertes Verständnis von Lernen haben. Kritisch zu diskutieren ist dabei jedoch u.a.: (1) Die Eignung des „Ecology of Resources framework“ und seiner Erweiterung, dem „Ökologiemodell von Aneignung“ (Seipold, 2014), zur Durchdringung von Phänomenen wie dem Mobilen Lernen; (2) Die Systematisierung von Lernergenerierten Contexten, um personalisierte und subjektiv sinnstiftende Lerninfrastruktur und Lernprozesse reproduzierbar, übertragbar und nachhaltig zu gestalten; (3) Die konzeptionelle Verortung einer Medienpädagogik, die bereits seit weit mehr als 30 Jahren den „agentive turn“ vollzogen hat, zwischen Handlung und Struktur bei der Fokussierung auf Lernende und ihre Handlungskompetenzen und ‐optionen.

Tandempartner (Moderation): Prof. Dr. Theo Hug, Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Medienpädagogik und Kommunikationskultur, Institut für psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung, Leopold‐Franzens‐Universität Innsbruck, Österreich

Eingereicht: Lernergenerierte Contexte. Planungs- und Analysemodell für personalisiertes und selbstgesteuertes Lernen und Wegbereiter für ein “Ökologiemodell von Lernen als Aneignung”.

Kürzlich habe ich einen Beitrag für das Jahrbuch Medienpädagogik eingereicht, das an die Herbsttagung der Sektion Medienpädagogik in der DGfE (#mpdgfe14; 13. und 14. November 2014 an der Universität Augsburg) anschließt. Herausgegeben wird es u.a. von Kerstin Mayrberger als Tagungsveranstalterin und soll 2016 erscheinen.

Titel meines eingereichten Beitrags ist “Lernergenerierte Contexte. Planungs- und Analysemodell für personalisiertes und selbstgesteuertes Lernen und Wegbereiter für ein “Ökologiemodell von Lernen als Aneignung”.” Der Vortrag dazu ist auf Slideshare verfügbar, das Abstract zum Vortrag auf der Tagungswebsite, das Abstract zum Text findet sich im Folgenden.

 

Abstract:
Lernergenerierte Contexte (LGC) können als Persönliche Lernumgebungen (PLE) verstanden werden, die jedoch nicht wie das PLE-Konzept in seinem Ursprung auf eine technologische Lerninfrastruktur ausgerichtet ist. Vielmehr steht hinter dem Konzept der LGC die Idee des personalisierten und selbstgesteuerten Lernens mithilfe aktuell verfügbarer Ressourcen – und das beinhaltet neben Technologien auch alle anderen nur erdenklichen Arten von Ressourcen, angefangen bei den Handlungskompetenzen und Aneignungsmechanismen der Lerner_innen über ihre Lerninfrastruktur bis hin zu anderen Menschen und Informationsquellen, die für Lernen verfügbar sind und als relevant erachtet werden. Relevanzrahmen sind dabei im Spannungsfeld zwischen den Anforderungen der Bildungseinrichtungen und den Perspektiven und dem Vermögen der Lerner_innen anzusiedeln, was dem Context-Konzept aus medienpädagogischer Sicht eine ungewöhnliche und gleichzeitig perspektivenreiche Ausgangsposition verleiht: In seiner ursprünglichen Form (Luckin 2010) dient das Context-Konzept als Planungs- und Analyserahmen zum personalisierten und selbstgesteuerten Lernen innerhalb formalisierter Lernstrukturen; in seiner Erweiterung (Seipold 2014a, 2014b, 2014c, 2014d) wird es zu einem „Ökologiemodell von Lernen als Aneignung“ und bietet damit die Möglichkeit, institutionalisiertes Lernen um Aspekte zu erweitern, die Lernen subjektiv sinnstiftend machen und so die Contextkonstruktion im Spannungsfeld von Lerner_innen, Interaktion, Subjektivität, Strukturen und Ressourcen positionieren. Damit steht nicht nur ein verschultes Verständnis von Lernen zur Diskussion, sondern es ließen sich auch Fragen zur Nachhaltigkeit beim Lernen, zu einer auf Technologien ausgerichteten Ressourcenorientierung beim Technology Enhanced Learning oder zur Relevanz von Konzepten wie Medienkompetenz und Medienbildung diskutieren.

Vortrag und Workshop auf dem DAAD Lektoren-Seminar

Vom 27.-31. Mai 2015 fand das jährliche Seminar der DAAD-Lektoren in Frankreich im schönen La Bégude-de-Mazenc nahe Montélimar statt. Eingeladen war ich, um einen der beiden Eröffnungsvorträge zu halten und einen Workshop zum Mobilen Lernen zu geben. Die Folien für Vortrag und Workshop finden sich auf Slideshare, eine Folie mit den Titeln der von den Teilnehmer_innen selbst geplanten Szenarien ist ebenfalls verfügbar.

 

* Foto aus dem Workshop der Kollegin Dr. Antje Dohrn

Proposal for a Round Table at ECER 2015 in Budapest accepted

Our proposal for a Round Table at the ECER 2015 conference in Budapest was accepted for Network 6 ‘Open Learning: Media, Environments and Cultures’.

Colleagues involved

  • Judith Seipold (convenor), London Mobile Learning Group (LMLG), CH
  • Norbert Pachler, UCL Institute of Education, University College London, UK
  • Klaus Rummler, Zurich University of Teacher Education (PH Zürich), CH
  • Ben Bachmair, formerly Universität Kassel, DE
  • Maria Ranieri, Università degli Studi di Firenze, IT
  • Keith Turvey, University of Brighton, UK

 

Title

Mobile Learning: Learning Across Contexts – Learning In Transition.

 

Abstract

Mobile learning as a global phenomenon is considered to offer new opportunities for teaching and learning as mobile technologies can be used inter alia to realise personalised and learner centred approaches (see e.g. Sharples, Corlett, and Westmancott, 2001), to find ways to include learners who are at a distance to formal education (see e.g. Pachler, Bachmair, and Cook, 2010), to realise collaborative and networked learning formats (see e.g. Traxler, 2010), to address topics that are related to ethical dimensions in educational contexts (see e.g. Wishart, 2011) etc. This is why some advocates of mobile learning argue it is (a pathfinder for) ‘new’ and ‘future’ learning. However, the question arises why this shift in the belief that learning changes significantly through the use of mobile technologies? What is actually behind populist assumptions such as ‘new’ and ‘future’ learning? In what way does or is learning changing – and what can research, theory, practice and politics contribute and learn from this change?
The round table will adopt a dialogic approach with presenters engaging participants in a critical discussion around topics such as ‘innovation’ and, related to it, the ‘transformation’ of learning that is inherent in the affordances and use of mobile technologies in educational contexts. The round table will discuss mobile learning as agentive and meaningful activity and cultural practice rather than adopt a techno-centric perspective. Impulses for innovation and transformation in learning through mobile learning will be explored as well as differences and commonalities across different European countries; there will also be a consideration of structural limits confronting mobile learning.
The round table will frame learners as drivers of innovation and transformation of learning, and their agency and their cultural practices will be in the foreground. It will also give attention: to structures that are relevant for learners in their learning, appropriation and meaning-making processes; to the educational system that has to react to mobile learning practice in order to ensure sustainability; and to learning theory, practice and methodological implications.
Specific reference will be made to: to participatory narrative methodology (Turvey, 2014); ‘problem spaces’ (Turvey & Pachler, forthcoming); learner generated contexts (Seipold, 2014); contextual learning (Bachmair & Pachler, 2015); social justice as institutional prerequisites within life accomplishment and together with the recognition of difference (Bachmair, forthcoming); mobile storytelling (Ranieri, 2015); consequences for learning and policy development (Seipold, 2012); and to implications for teacher education and teachers’ perspective on mobile learning (Maurer & Rummler, 2014; Turvey, 2014).
Relevant framing questions for discussion at the round table are:

Agency and structures

  • What is the role of learner activity in transformation?
  • What is the relationship between learner agency and structures?

Places and contexts

  • Under which conditions is this merging of contexts fruitful for learning? When is it disruptive?

Benefits and limits

  • What are the benefits of mobile technologies and their affordances for learners, teachers, and the education system?

Role of teachers and learners

  • What are the consequences for the roles of learners and teachers?

Policy, educational system and teacher education

  • What does learner centring mean for institutional learning?
  • What is the impact of the introduction of mobile technologies on educational structures?
  • What systemic action is needed to ensure sustainable structures and approaches?
  • What are the implications for teacher education?

Research and interdisciplinarity

  • What are the relative contributions of different scientific disciplines?

 

Date, time and place

Will be available by the beginning of July.

 

Presentation “The ‘Network for Mobile Learning Scenarios’. A network for developing and distributing mobile learning practice.”

On Monday, February 23rd, 2015, I held a presentation as part of our LMLG Workshop at UNESCO Mobile Learning Week. Focus was on our “Network for Mobile Learning Scenarios”, our public “Mobile Learning Scenarios Weblog” and our perspective on school development.

My slides are available here.
Further information about the event and our workshop can be accessed via this blogpost.

Public Mobile Learning Scenarios Weblog now on-line

This week, we launched our “Mobile Learning Scenarios Weblog” (hosted by the LMLG, and part of the “Network for Mobile Learning Scenarios”). People interested in letting teachers, researchers and policy makers know about their mobile learning practice in formal and informal learning contexts are invited to submit their scenarios. Please spread the word!

As the page is quite new and we just started to submit content, the number of scenarios is still low. However, we hope to get submissions soon and will be able to provide a rich resource for people interested in mobile learning practice.

For practitioners who want to realise mobile learning, but need a bit support are invited to use our template for planning and evaluating mobile learning scenarios. It is available in English and German language.

 

Interested in the aims of the Scenarios Weblog? This is what I copied from the page:

“The Network for Mobile Learning Scenarios, which is a sub-network of The London Mobile Learning Group (LMLG; www.londonmobilelearning.net), offers this page aiming to provide a rich resource of mobile learning practice for teachers, researchers, and policy makers.
For the Network, mobile learning is centred on the use of handheld technologies, such as Smartphones, iPods, tablet computers and the functions or apps utilized on these devices to augment and enhance learning objectives and activities. Mobile learning is, especially, the use of these devices beyond the classroom taking learning into the wider landscape, engaging with cultural and social institutions, field studies, networks or experts, as well as considering mobile technologies as part of users’ lifestyle choices and for media consumption, different social contexts and milieus in which people are learning, and the different demands of educational institutions and their policies.
The aim of the ‘Network for Mobile Learning Scenarios’ is to provide perspectives for the implementation of mobile technologies in teaching and learning contexts, be they formal or informal, during school or leisure, at work or at university, by providing ‘scenarios’ for learning and teaching. In contrast to large-scale projects scenarios can be understood as modular units which are replicable, scalable and transferable and apply to the use in specific learning situations. Part of the Networks’s work is the Mobile Learning Scenarios blog that was created to publish examples of mobile learning in current educational practice. It was designed by a pan-European collective of academic researchers wishing to disseminate these examples (scenarios) as both support for teachers and institutions in varying educational contexts and levels and to stimulate further research. The Network embraces the opportunity and potential of mobile technology as the basis of a Community of Practice. As such, we encourage open participation. A strong community learns together by virtue of its activity, so we welcome submissions from practitioners to showcase their use of mobile technologies to enable understanding of the significant experiences, and affordances, of mobile learning. Submissions to the blog facilitate the opportunity to share projects from international practitioners at all levels. This in turn helps to generate feedback, debate and stimulates further research into the paradigms that these dynamic technologies represent.”

Eingeladen vom DAAD zur Lektor_innen-Fortbildung in Frankreich

Ende Mai werde ich auf Einladung des DAAD Paris in Montélimar, Südfrankreich für die in Frankreich tätigen DAAD-Lektorinnen und -Lektoren eine Keynote zur Theorie und Praxis des Mobilen Lernens halten und einen Workshop zum Mobilen Lernen anbieten. Details folgen.

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