Vorlage für die Planung von Mobile Learning-Szenarien

Auf dem Workshop “M-Learning von A-Z“, der unter meiner Leitung am 21. und 22. März 2014 bei der Education Group in Linz stattfand und an dem ca. 15 Lehrerinnen und Lehrer aus Österreich teilnahmen, haben wir einen Großteil der Zeit mit der Planung von Mobile Learning-Szenarien verbracht. Eine der zentralen Fragen der Teilnehmer*innen war natürlich, wie man Mobiles Lernen konzipiert und umsetzt. Die Teilnehmer*innen hatten teils profunde Vorkenntnisse, teils kamen sie als Neulinge zum Workshop.

Um nun mehrere Schularten, Schulstufen und Fächerausrichtungen zu bedienen, bedarf es einer Planungsvorlage, die allgemein gehalten ist und einfachen Zugang zu der Nutzung von Mobiltechnologien erlaubt. Sie kann also nicht auf die jeweiligen Bedürfnisse der einzelnen Teilnehmer dieser gemischten Gruppe zugeschnitten sein. Entsprechend habe ich das folgende Grundmuster als Anregung zur Planung von Szenarien zur Verfügung gestellt:

  1. Curriculum
    1. Schulart
    2. Schulstufe
    3. Fächerbezug
  2. Aufgabenstellung 
  3. Möglichkeiten und Notwendigkeiten der Mobiltechnologie (Hard- und Software)
    1. Welche Funktionen können genutzt werden?
    2. Gibt es evtl. Apps?
  4. Alltagsmediennutzung / Handlungskompetenzen / Lern- und Aneignungsformen, die in Zusammenhang mit der Nutzung der Mobilfunktionen stehen; Handlungsoptionen 
  5. Nachhaltigkeit; gemeinsame Informationsbasis; Aushandeln von Bedeutungen / Schaffung einer gemeinsamen Wissensbasis / Lernen
    1. Plattform, Cloud

In der grafischen Darstellung wird deutlich, welche Rolle Mobiltechnologien im didaktischen Konzept spielen und welche Zusammenhänge zwischen den einzelnen Planungspunkten bestehen.

Planung von M-Learning-Szenarien (Seipold 2014) Planung von M-Learning-Szenarien (Seipold 2014)

Der Einsatz der Mobiltechnologien sollte unter drei Voraussetzungen stattfinden: Erstens sollten die Geräte verwendet werden, die verfügbar sind (“bottom-up”). Zweitens sollten die Technologien nur dann eingesetzt werden, wenn es als sinnvoll erachtet wird (“bedarfsorientiert”). Drittens sollte das Mobile Lernen außerhalb des Klassenzimmers stattfinden, in unserem Fall in der Linzer Innenstadt (“mobil”).
Die curricularen Anforderungen (1) sowie Lernziel und Aufgabenstellung entsprechend Lehrplan (2) kommen zunächst ohne Mobiltechnologien aus. Die Geräte und ihre Funktionen (3) werden erst an der Stelle relevant, an der die Schüler*innen sie bei der Erfüllung des Lernziels einsetzen können. An die Nutzung von Geräten und Funktionen, die in unserem Fall entsprechend eines bottom-up-Ansatzes die der Lerner*innen sind,  sind vor dem Hintergrund des alltäglichen Medienhandelns auch bestimmte Aneignungsformen und die Nutzung bestimmter Ressourcen gebunden (4). Ebenso in direktem Zusammenhang mit der Nutzung der Mobiltechnologien steht die Nachhaltigkeitsstrategie beim Verfügbarmachen einer gemeinsamen Informationsbasis (5), auf deren Grundlage die Schüler*innen (gleichberechtigt) gemeinsam lernen und Bedeutungen aushandeln können. Die Nachhaltigkeit ist hier eher als infrastruktureller Aspekt zu betrachten (Plattform, Cloud, Lokale Speicher, P2P, …). An ihr müssten sich allerdings ggf. Handlungsstrategien der Schüler*innen (4) ausrichten.

Diese einfache Planungsvorlage eignet sich nach Aussagen der Workshop-Teilnehmer*innen gut, um schnell Unterrichtsszenarien mit Mobiltechnologien zu planen – auch Neulinge auf dem Gebiet können damit arbeiten. Herausforderung jedoch bedeutete zum einen die Frage nach der Nachhaltigkeitsstrategie beim Mobilen Lernen. Hier wurden sowohl bei der Planung als auch während der Umsetzung Speicherlösungen nicht unmittelbar eingebunden. Vielmehr haben die Teilnehmer*innen nach Beendigung des Feldversuchs ihre Ergebnisse auf Blogs gepostet und somit längerfristig verfügbar gemacht. Zum anderen war es teils sehr zeitaufwendig, Apps zu recherchiere, die bestimmte Funktionen zur Verfügung stellen.

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