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… dezentralisiert.

 

 

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Handbuch Mobile Learning

Out now: Aus der Geschichte des mobilen Lernens: Strömungen, Trends und White Spaces

Vor kurzem online erschienen und bald als Printversion erhältlich ist mein Text “Aus der Geschichte des mobilen Lernens: Strömungen, Trends und White Spaces”, Eröffnungsbeitrag in Claudia de Witts und Christina Gloerfelds 1000 Seiten starkem Herausgeberband “Handbuch Mobile Learning”.

Abstract:
Das mobile Lernen befindet sich an einem Punkt, an dem es sich für die Zukunft zuverlässig institutionalisieren und sich an Fragen der Entwicklung zeitgemäßer Lehr- und Lernmöglichkeiten beteiligen muss, um nicht den Anschluss an Überlegungen und Umsetzungen anderer und für Schule, Aus- und Weiterbildung relevanterer Disziplinen zu verlieren. Ein Blick auf die vergangenen knapp 20 Jahre zeigt auf, wie die Geschichte der Mobile Learning-Forschung bisher verlief, welche Schwerpunkte in der Forschung gesetzt wurden und noch gesetzt werden und welche Trends sich für die aktuelle und künftige Mobile Learning-Forschung abzeichnen.

Schlüsselbegriffe:
Mobile Learning, Geschichte, Status Quo, Trends, Zukunft, Kritik

Einleitung:
Das mobile Lernen, das sich mittlerweile seit etwas mehr als 15 Jahren mit Fragen zum Lernen unter Zuhilfenahme tragbarer Digitaltechnologien befasst, ist auch im Jahr 2017 noch ein „geräuschvolles“ (Traxler 2009b: 2) Feld: So wird in Zusammenhang mit mobilem Lernen aus erziehungswissenschaftlicher und (medien)pädagogischer Sicht von der Lernerzentrierung (siehe z. B. Naismith et al. 2004: 36; Traxler 2009b: 4; Luckin et al. 2010), der Öffnung der Schule für den Alltag der Lernenden (Pachler et al. 2010), Lernen in der Freizeit (Naismith et al. 2004: 5; Sharples et al. 2005), Lernen als Lückenfüller (Sharples 2007: 3), von „neuem“ Lernen (Naismith et al. 2004: 36), der Verschiebung von Machtverhältnissen beim Zugriff auf und Verteilung von Wissen (Luckin et al. 2010) und der Demokratisierung des Lernens (ebd.) gesprochen. Lernen wird dabei zu Aneignung und Bedeutungszuweisung, Orte und Zeiten zu Kontexten, Mediennutzende zu Lernenden und Lehrende zu Moderatorinnen und Moderatoren. Grenzen, die bisher starr gezogen wurden wie z. B. die zwischen Bildungseinrichtung und Alltag oder formalisierten und informellen Kontexten, verschwimmen. Gleichzeitig nimmt (kulturelle) Situiertheit beim Lernen eine wichtige Position ein. Aber: Eine einheitliche Definition Mobilen Lernens existiert bis dato nicht, es gibt trotz der Versuche von Mike Sharples und Kollegen (siehe z. B. Sharples et al. 2005; Sharples et al. 2007; Sharples et al. 2010) noch keine Theorie des mobilen Lernens, mobiles Lernen wird oft immer noch als Anhängsel des E-Learning gesehen (siehe z. B. Traxler 2005, 2009b; Sharples 2007; de Witt et al. 2011), eine systematische und nachhaltige Implementierung des mobilen Lernens in formalisierte Aus- und Weiterbildungskontexte fehlt ebenso wie umfangreiche didaktische Konzepte (Cochrane 2013b) – und letztlich ist zu bedenken, dass das Forschungs- und Praxisfeld noch von den Ausläufern des Hypes um das Mobile Lernen, den es in den vergangenen Jahren erfahren hat, von den Technikenthusiasten, die in vielen der mobil-affinen technologischen Entwicklungen neue Chancen für Lehren und Lernen sehen, und von den Revoluzzern, die das Schulsystem auf ein neues, fortschrittliches Level gehoben haben möchten, lebt. Für eine langfristige Etablierung der Disziplin sind Anstrengungen theoretischer und praktischer Natur nötig, die über punktuellen Enthusiasmus hinausgehen.
Es ist also ein Konglomerat aus Feststellungen, Ansprüchen und Visionen, welches das mobile Lernen konturiert. Dabei ist mobiles Lernen ein ernst zu nehmendes Forschungsfeld mit innovativem Charakter und fordernder Attitüde, das sich mit pädagogischen und didaktischen Entwicklungen in Zusammenhang mit aktuellen technologischen Möglichkeiten befasst. Eine Systematisierung des Feldes im Sinne eines historischen Überblicks würde helfen, diese Ernsthaftigkeit zu unterstreichen. Leider gibt es bislang lediglich einzelne Arbeiten, die sich der Geschichte des mobilen Lernens aus (medien)pädagogischer und erziehungswissenschaftlicher Sicht widmen und die historischen Entwicklungen mit Blick auf die dort maßgeblichen Phasen, Entwicklungslinien und Themen umschreiben.
Der hier vorliegende Versuch, das mobile Lernen in einigen zentralen Punkten abzubilden, kratzt lediglich an der Oberfläche der Mobile Learning-Tektonik. Das Ergebnis: Mobiles Lernen wird aus seinen verschiedenen institutionellen Kontexten (Schule, Hochschule, berufliche Aus- und Weiterbildung) herausgelöst und in Form von Grundlagen, Schwerpunktthemen sowie aktuellen Trends in Forschung und Praxis abgebildet. Dazu gehören unter anderem Überblicke über Systematisierungen des Feldes, Legitimationen des mobilen Lernens, Aspekte der Umsetzung mobilen Lernens, Lerntheorien, -konzepte und -modelle, die als Must-haves gelten, ein Blick auf die Schulentwicklung sowie eine kurze Aussicht auf mögliche (notwendige) künftige Entwicklungen in der Mobile Learning-Forschung und Praxis.

Referenz:
Seipold, Judith (2018): Aus der Geschichte des mobilen Lernens: Strömungen, Trends und White Spaces. In: de Witt, Claudia, Gloerfeld, Christina (Hrsg.): Handbuch Mobile Learning. Springer VS, Wiesbaden, S. 13-42.

Druckausgabe ISBN 978-3-658-19122-1
eBook: https://doi.org/10.1007/978-3-658-19123-8
Online Kapitel: https://doi.org/10.1007/978-3-658-19123-8_2

Lernwelten_9783110501131

Out now: Grundlagen des mobilen Lernens. Themen, Trends und Impulse in der internationalen Mobile Learning-Forschung

Im Juli 2017 ist mein Text “Grundlagen des mobilen Lernens. Themen, Trends und Impulse in der internationalen Mobile Learning-Forschung” in Frank Thissens “Lernen in virtuellen Räumen” 13 erschienen. Post zu den “Sad Facts about Mobile Learning”, die es nicht in das Fazit geschafft haben, siehe hier, Einleitung des Textes im Folgenden:

Einleitung:
Mobiles Lernen – als eigenständiges Forschungsfeld (Traxler 2010b) seit ca. 2000 auszumachen – unterliegt aktuell einem Wandel. Dominierte über viele Jahre hinweg Praxisforschung das Feld, so differenziert es sich in den letzten Jahren immer mehr zugunsten theoretischer Überlegungen und der Schulentwicklungsforschung aus (zu einer Übersicht der Phasen und Entwicklungslinien siehe Seipold 2012, 2013a). Auch wenn sich diese und andere Trends deutlich zeigen, so ist mobiles Lernen auch im Jahr 2017 noch ein „geräuschvolles“ (Traxler 2009, 2) Feld: So wird in Zusammenhang mit Mobilem Lernen aus erziehungswissenschaftlicher und pädagogischer Sicht von der Lernerzentrierung (Naismith et al. 2004, 36; Traxler 2009, 4; Luckin et al. 2010), der Öffnung der Schule für den Alltag der Lernenden (Pachler/Bachmair/Cook 2010), Lernen auch in der Freizeit (Naismith et al. 2004, 5; Sharples/Taylor/Vavoula 2005), Lernen als Lückenfüller (Sharples 2007, 3), von „neuem“ Lernen (Naismith et al. 2004, 36), der Verschiebung von Machtverhältnissen beim Zugriff auf und Verteilung von Wissen (Luckin et al. 2010) und der Demokratisierung des Lernens (Luckin et al. 2010) gesprochen. Lernen wird dabei zu Aneignung und Bedeutungszuweisung, Orte und Zeiten zu Kontexten, Mediennutzerinnen und Mediennutzer zu Lernenden und Lehrende zu Moderierenden. Grenzen, die bisher starr gezogen wurden wie z. B. die zwischen Schule und Alltag, formalisierten und informellen Kontexten, verschwimmen. Gleichzeitig nimmt (kulturelle) Situiertheit beim Lernen eine wichtige Position ein. Aber: Eine einheitliche Definition des mobilen Lernens existiert bis dato nicht (Seipold 2012). Es gibt trotz der Versuche von Sharples et al. (2010) noch keine Theorie des mobilen Lernens, mobiles Lernen wird oft immer noch als Anhängsel des E-Learning gesehen (Traxler 2009; de Witt et al. 2011). Eine systematische und nachhaltige Implementierung des Mobilen Lernens in formalisierte Aus- und Weiterbildungskontexte fehlt ebenso wie umfangreiche didaktische Konzepte (Cochrane 2013b).

Referenz:
Seipold, Judith (2017): Grundlagen des mobilen Lernens. Themen, Trends und Impulse in der internationalen Mobile Learning-Forschung. In: Thissen, Frank (Hrsg.): Lernen in virtuellen Räumen. Perspektiven des mobilen Lernens. De Gruyter, Berlin, S. 11-27.

Druckausgabe ISBN 9783110501131
Online Buch: https://doi.org/10.1515/9783110501131
Online Kapitel: https://doi.org/10.1515/9783110501131-002

Sad facts about mobile learning

Sad Facts About Mobile Learning

Im Mai 2016 hatte ich die “Sad Facts About Mobile Learning” an das Ende meiner Reflexion (Seipold 2016a) der damals vergangenen tAPP-Phase gestellt und heute habe ich sie aus dem Fazit eines Textes* gelöscht, der vermutlich 2017 veröffentlicht werden wird. Und nun veröffentliche ich die drei Stichpunkte hier. Aus Gründen. Also:

 

Sad facts about mobile learning:

  • They don’t get it: Was ist Mobiles Lernen? „Mobiles Lernen steht für zeitgemäßes Lehren und Lernen mit aktuell verfügbaren Technologien“ (Seipold 2016b). Sicher, zentral sind die Fragen ‚wen oder was trage oder bewege ich wann warum wohin, um zu lernen?‘. Doch in der Fachdiskussion sollten solche Grundlagen eigentlich schon seit Jahren nicht mehr als revolutionäre Erkenntnisse herhalten müssen. Es geht doch bereits seit Mitte des letzten Jahrzehnts darum, wie sich Lehren und Lernen verändern muss, um zeitgemäß zu sein. Dazu gehören neben analogen und digitalen Medien selbstverständlich aktuelle und tragbare Technologien.
  • They don’t like you: Bildungseinrichtungen mögen keine ForscherInnen und LehrerInnen, die Mobiles Lernen in Aus- und Weiterbildungskontexten langfristig umsetzten möchten. Denn sie gehen in den Perspektiven und Praktiken der Bildungseinrichtungen oft nicht konform. Warum? Bildungseinrichtungen haben die Lernenden im Blick und klammern Technologien aus; sie konzentrieren sich beim Lernen auf Ressourcen zugunsten von nachhaltigen Strukturen; sie ignorieren Alltagsbezüge bei der Nutzung von Mobiltechnologien und von Lernpraktiken; sie adaptieren viel zu spät Technologietrends; sie vernachlässigen Rollenveränderungen bei den am Lernprozess Beteiligten; und sie lieben es, zu objektivieren – trotz der Forderung nach personalisiertem und lernerzentriertem Lernen.
  • They fail: Mobiles Lernen steht nicht nur für die Entwicklung, Innovation und Zukunft. Mobiles Lernen steht zentral auch für die Unfähigkeit, didaktische Konzepte zu entwickeln, die den technologischen Möglichkeiten und dem Selbstverständnis der Lernenden nachhaltig gerecht werden. Natürlich, sie existieren, aber man muss sie suchen. Und ja, auch die Autorin muss sich hier in der Verantwortung sehen.

In diesem Sinne: Think Mobile!

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Jahrbuch Medienpädagogik 13 9783658164317[1]

Out now: Lernergenerierte Contexte. Räume für personalisiertes und selbstgesteuertes Lernen und Ideengeber für ein “Ökologiemodell von Aneignung”

Ende 2016 ist mein Text “Lernergenerierte Contexte. Räume für personalisiertes und selbstgesteuertes Lernen und Ideengeber für ein “Ökologiemodell von Aneignung”” im Jahrbuch Medienpädagogik 13 erschienen. Post zur Einreichung siehe hier, Auszug aus der Einleitung im Folgenden:

Einleitung
“Das Konzept der „Learner Generated Contexts“ (LGC) (siehe u.a. Luckin 2010; Luckin et al. 2005), das hierzulande kaum rezipiert ist (zu einer ersten Bearbeitung siehe Seipold 2012, 2013, 2014a, 2014b, 2014c, 2014d), in Großbritannien hingegen unter dem Stichwort „user generated contexts“ (Pachler et al. 2010) oder „learner generated contexts“ (siehe dazu auch Cook 2010; Garnett 2008) in Zusammenhang mit Technology Enhanced Learning (TEL) wie beispielsweise dem Mobilen Lernen diskutiert wird (Cook 2010), soll helfen, Lernen in formellen (Luckin et al. 2005) und informellen (Brown 2010) Umgebungen als selbstgesteuert und personalisiert und von unterschiedlichen Ressourcen abhängig zu verstehen.
In ihrer ursprünglichen Form sind LGC durch den „Ecology of Resources“ framework (Luckin 2010) beschrieben. In diesem framework sind die Lernerinnen und Lerner im Verhältnis zu unterschiedlichen, für Lernen relevanten Ressourcen (Luckin 2010: 90 ff.) positioniert. Mit Hilfe dieser Ressourcen konstruieren Lernerinnen und Lerner in aushandelnder und konversationsgeprägter Interaktion ihren zielgerichteten Lernprozess und ihre Lernumgebung – also ihren LGC – aktiv. Während im „Ecology of Resources“ framework die Ressourcen im Vordergrund stehen, kursieren Charakterisierungen von LGC, die den Blick auf Dimensionen von Subjektivität (Luckin et al. 2005) und Bildung (Sharples 2010) eröffnen. Demnach geht es bei der Konstruktion von LGC auch zentral darum, die Biografie einzelner Lernerinnen und Lerner und ihre kulturelle Verortung für Lernen zu berücksichtigen (Luckin et al. 2005).
Was könnte das Konzept der LGC vor diesem Hintergrund für die deutschsprachige Medienpädagogik und speziell mit Blick auf Lernen aus medienpädagogischer Sicht leisten?
Erstens ist es möglich, an Arbeiten anzuknüpfen, die Kategorien zur Systematisierung von LGC verfügbar machen (siehe z.B. Luckin et al. 2005). Ziel solcher Systematisierungen ist es, LGC für institutionalisiertes Lernen reproduzierbar, übertragbar und skalierbar zu gestalten. In diesem Zusammenhang wäre zu diskutieren, wie Nachhaltigkeit beim Lernen zu erreichen wäre, die nicht nur an kurzlebige Ressourcen wie beispielsweise Technologien oder Infrastrukturen gebunden ist, sondern durch die Anbindung an die subjektiv sinnstiftenden Perspektiven und Handlungsoptionen der Lernerinnen und Lerner beim Lernen etabliert wird. Dies findet sich weiter unten als knapper Einschub thematisiert.
Zweitens, und hier liegt der Schwerpunkt dieses Ideenpapiers, bietet das Konzept der LGC Ansatzpunkte, um einen verschulten Lernbegriff um Aspekte zu erweitern, die auf das Subjekt und sein Handeln ausgerichtet sind. Entsprechend gälte es, Bereiche wie beispielsweise Hobby, Interesse und Alltagsmediennutzung sowie Dimensionen von Aneignung und Bedeutungszuweisung für formelles Lernen zu bedenken und so eine „subjektorientierte Sichtweise auf Lernprozesse“ (Deinet 2014a) systematisch verfügbar zu machen. Durch die Fokussierung auf Dimensionen, die in alltäglichen Aneignungssituationen für die Lernerinnen und Lerner Relevanz haben, wird es möglich, den „Ecology of Resources“ framework, der sehr stark auf schulisches Lernen ausgerichtet ist, in ein „Ökologiemodell von Aneignung“ zu überführen. Solch ein erweitertes Ökologiemodell (i.e. Erweiterung des „Ecology of Resources“ framework) ist neben Ressourcen auch auf Subjektivität und Interaktion ausgerichtet und integriert mit Strukturen Bereiche in Überlegungen zu „Lernen“ ein, innerhalb derer Interaktion stattfindet und Subjektivität sich formt.”

Referenz
Seipold, Judith (2017): Lernergenerierte Contexte. Raum für personalisiertes und selbstgesteuertes Lernen und Ideengeber für ein “Ökologiemodell von Aneignung”. In: Mayrberger, Kerstin; Fromme, Johannes; Grell, Petra; Hug, Theo (Hrsg.): Jahrbuch Medienpädagogik 13. Vernetzt und entgrenzt – Gestaltung von Lernumgebungen mit digitalen Medien. Springer VS, Wiesbaden.

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